Werkstattkette ATU verhandelt mit möglichen Investoren

ATU verhandelt mit einer „größeren Gruppe“ möglicher Investoren. Die Werkstattkette verzeichnet schon seit Jahren Umsatzrückgänge. Doch die Verhandlungen werden sich vermutlich über Monate hinziehen.
Hohe Filialmieten, ein verspäteter Einstieg in den Online Handeln und häufige Chefwechsel haben dafür gesorgt, dass ATU bereits seit Jahren unter Schwierigkeiten leidet. Quelle: dpa
ATU-Werkstatt

Hohe Filialmieten, ein verspäteter Einstieg in den Online Handeln und häufige Chefwechsel haben dafür gesorgt, dass ATU bereits seit Jahren unter Schwierigkeiten leidet.

(Foto: dpa)

WeidenDie von jahrelangen Umsatzrückgängen geplagte Werkstattkette ATU verhandelt mit einer „größeren Gruppe“ potenzieller Investoren, die die Finanzen des Unternehmens aufbessern könnten. Das geht aus einem internen Brief von Vorstandschef Jörn Werner an die Führungskräfte des Unternehmens hervor.

„Diverse internationale Strategen sind in den letzten Monaten mit dem Ziel einer Partnerschaft an uns herangetreten“, schreibt Werner in dem Brief, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Die Verhandlungen werden demnach noch einige Monate dauern: „Wir rechnen nicht mit einem Abschluss vor Ende des Jahres“, sagte ein Unternehmenssprecher im oberpfälzischen Weiden.

Die profitabelsten Autobauer im ersten Halbjahr
Platz 6: Volkswagen
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Absolute Umsatz- und Absatzzahlen sind eine Möglichkeit, die Leistungsfähigkeit eines Autobauers zu bewerten. Da steht der Volkswagen-Konzern bestens da, etwa mit einem geschätzten Absatz von 5,04 Millionen Fahrzeugen im ersten Halbjahr. Auf diese Zahl kommt zumindest das Center of Automotive Management (CAM) der Hochschule Bergisch-Gladbach. Die andere Möglichkeit ist die finanzielle Performance, sprich welcher operative Gewinn aus dem Umsatz erzielt wird. Und da schneiden die Wolfsburger mit einer EBIT-Marge von 4,8 Prozent nur unterdurchschnittlich ab. War der Konzern im ersten Halbjahr 2015 mit einer Rendite von 6,3 Prozent bereits einer der Low Performer unter den größten Autobauern der Welt, wurde der Abstand wegen der Rückstellungen im Abgasskandal nochmals größer.

Platz 5: Hyundai
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Nach Jahren des extremen Wachstums setzt bei Hyundai-Kia eine Phase der Konsolidierung ein. Mit 3,85 Millionen Fahrzeugen zwischen Januar und Juni bleiben die Koreaner rund zwei Prozent unter dem Ergebnis des Vorjahreszeitraums. Auch bei der operativen Rendite ging es um 0,2 Prozentpunkte auf geschätzte 6,5 Prozent nach unten. Wie man den leichten Abwärtstrend stoppen will, dürfte dem ein oder anderen Manager in Korea noch Kopfschmerzen bereiten.

Platz 4: Daimler
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Im vergangenen Jahr war Daimler mit einer EBIT-Marge von 9,2 Prozent einer der profitabelsten Autobauer. Auch dieses Jahr läuft es für die Stuttgarter gut, alleine im zweiten Quartal verdiente Daimler rund vier Milliarden Euro. Auf der anderen Seite belasten hohe Kosten für die Markteinführung der neuen E-Klasse (im Bild), die Milliarden-Strafe wegen des Lkw-Kartells und das anhaltend schwache Nutzfahrzeug-Geschäft in Südamerika den Konzern. Im ersten Halbjahr sank die operative Rendite deshalb auf 7,3 Prozent. Für das zweite Halbjahr ist Besserung in Sicht: Einmaleffekte wie die Lkw-Strafe sind dann verbucht und der Umsatzbringer E-Klasse ist auf dem Markt. Und nicht zuletzt gehen die CAM-Experten davon aus, dass Daimler (mit Mercedes-Benz Cars und der Van-Sparte) mit 1,22 Millionen Fahrzeugen Dauer-Konkurrent BMW beim Absatz überholt hat.

Platz 3: General Motors
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Mit zuletzt 4,77 Millionen Fahrzeugen in sechs Monaten hat General Motors leicht den Anschluss an Toyota und VW verloren, die in der CAM-Statistik bei rund fünf Millionen Fahrzeugen liegen. Dennoch müssen die Manager in Detroit nicht die Köpfe hängen lassen, denn die Opel-Mutter verdient jetzt besser: Lag man bei der EBIT-Marge im ersten Halbjahr 2015 noch mit 6,7 Prozent auf dem Niveau von Hyundai und VW, bleiben jetzt 8,3 Prozent des Umsatzes als operativer Gewinn im Unternehmen hängen.

Platz 2: Toyota
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Beim Absatz liegen laut den vom CAM geschätzten Werten gerade einmal 50.000 Autos zwischen VW und Toyota – 5,04 Millionen in Wolfsburg zu 4,99 Millionen in Toyota City. Bei der EBIT-Marge liegen jedoch Welten zwischen den beiden Branchengrößen: Wo VW nicht nur wegen des Abgasskandals deutlich einstellige Ergebnisse erzielt, kommt Toyota nach 9,9 Prozent im Vorjahreszeitraum jetzt auf 10,0 Prozent. Kernstück des Erfolgs ist die schlanke Produktion der Japaner: Um fünf Millionen Autos zu bauen benötigt Volkswagen rund 600.000 Mitarbeiter – Toyota nur 340.000.

Platz 1: BMW
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Noch profitabler als Toyota ist nur BMW. Das Konzern-EBIT liegt nach den Berechnungen des CAM bei 11,5 Prozent des Umsatzes. Das wären nochmals 0,2 Prozentpunkte mehr als im ersten Halbjahr 2015. "Insgesamt ist das 1. Halbjahr 2016 für die globalen Automobilhersteller aufgrund der wachsenden Kernmärkte China, USA und Europa bislang zwar gut verlaufen", sagt Studienleiter Stefan Bratzel. "In der zweiten Jahreshälfte mehren sich jedoch die Anzeichen für ein sich abschwächendes Wachstums."

Dass ATU einen Investor sucht, hatte kürzlich die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ gemeldet. Vorstandschef Werner schreibt an seine Führungskräfte, dass alle ausgewählten Anwärter Know-How und Kenntnis der Märkte, Netzwerke und „Finanzmittel für weitere Investitionen“ mitbrächten.

ATU leidet seit Jahren an mehreren Problemen: Zum einen zahlt die Werkstattkette sehr hohe Mieten für ihre Filialen, wie aus dem Brief hervorgeht. Außerdem stieg ATU mit Verspätung in den Online-Handel ein. Hinzu kamen häufige Chefwechsel.

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