Wirtschaftskanzlei
Noerr kann Umsatz kräftig steigern

Die Wirtschaftskanzlei Noerr erzielt einen Umsatzsprung. Die Juristen haben sich nun vorgenommen, die Internationalisierung voranzutreiben. Zudem streben sie eine führende Rolle bei der Digitalisierung der Industrie an.

Frankfurt.Die Wirtschaftskanzlei Noerr LLP bleibt auf Wachstumskurs. Sie hat im Geschäftsjahr erstmals mehr als 200 Millionen Euro umgesetzt. Besonders deutlich legte Noerr im Bereich Corporate/M&A zu – also bei Zukäufen und Zusammenschlüssen von Unternehmen. Der Umsatz stieg kanzleiweit um 5,3 Prozent auf 207,7 Millionen Euro, im Vorjahr waren es noch 197,2 Millionen Euro. Noch kräftiger fiel der Zuwachs im deutschen Markt aus: Noerr erwirtschaftete hier 190,2 Millionen Euro und steigerte damit die Gesamterlöse um fast sieben Prozent. Weniger erfolgreich war die Kanzlei an ihren Standorten in Mittel- und Osteuropa. Hier ging der Umsatz um 9,3 Prozent auf 17,5 Millionen Euro zurück.

„2015 haben wir die enormen Umsatzzuwächse der vergangenen Jahre weiter konsolidiert. Seit 2010 sind wir insgesamt um rund 50 Prozent gewachsen“, sagt ein Sprecher. Und: „Die weiter stark ansteigende Nachfrage nach unseren Beratungsdienstleistungen in strategischen Wachstumsbereichen unterstreicht dabei einmal mehr unseren Ansatz, qualitativ zu wachsen und vornehmlich in ertragreiche Geschäftsfelder zu investieren.“

Auch bei der Beratung von Unternehmen aus regulierten Branchen wie Banken, Energie, Telekommunikation und Versicherungen konnte Noerr deutliche Zuwächse erzielen. Zum Wachstum bei „Mergers and Acquisitions“ haben sowohl eine steigende Zahl von Mandaten aus dem Dax-Bereich als auch eine verstärkte Beteiligung an „hochvolumigen Transaktionen“ im Milliardenbereich beigetragen.

So hat Noerr die Vonovia SE bei der Übernahme der Südewo-Gruppe beraten, bei der das Transaktionsvolumen 1,9 Milliarden Euro betrug. Außerdem war sie im Rahmen des Bieterverfahrens um Galeria Kaufhof für die österreichische Signa-Holding tätig.

Die Kanzlei hat die Deutsche Telekom beim Verkauf der T-Systems DDM an Regiocom und bei der Übernahme von 7.700 Netzstandorten von Telefónica beraten. „Im vergangenen Geschäftsjahr hat Noerr zudem in grenzüberschreitenden Transaktionen immer häufiger die koordinierende Rolle des Lead Counsel eingenommen“, erklärt Co-Sprecher Ritvay.

So hat erst kürzlich ein Kanzlei-Team die Allianz Real Estate bei der Gründung eines Joint Ventures mit dem Immobilienentwickler VGP mit einem Volumen 500 Millionen Euro begleitet. Ein Highlight im Bereich Regulierung war die Beratung eines Industriekonsortiums von Air Liquide, Daimler, Linde, Shell und Total beim Aufbau eines Wasserstoff- Tankstellennetzes in Deutschland und bei der Gründung des Joint Ventures H2 Mobility Deutschland GmbH & Ko. KG.

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