Angst vor Datenanglern: IT-Kunden misstrauen der Wolke

Angst vor Datenanglern
IT-Kunden misstrauen der Wolke

Nutzen versus Risiken: Zum einen können Unternehmen mit der Cloud Geld sparen und flexibler werden. Zum anderen warnt eine Untersuchung vor einem Kontrollverlust über die Daten. Doch das Problem könnte bald gelöst sein.
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München/DüsseldorfSie sind die wichtigste Ressource der digitalen Gesellschaft: Informationen – etwa über Kaufgewohnheiten von Kunden oder die Produktivität der eigenen Fabrik. Geht es nach den IT-Konzernen, ist das virtuelle Kapital am besten in einer Wolke aufgehoben, also in einem Speicherplatz in Rechenzentren von externen Dienstleistern. Die Unternehmen greifen auf ihre ausgelagerten Daten über das Internet zu.

Die deutschen Firmen allerdings sind skeptisch. Nur ein Viertel nutzt das neue Angebot, mit dem sie den IT-Anbietern zufolge viel Geld sparen können und flexibler werden. Das hat eine Studie des IT-Branchenverbandes Bitkom ergeben.

Dabei sieht die EU-Kommissarin für die Digitale Agenda, Neelie Kroes, riesige Chancen: Die Wirtschaftskraft in Europa könne mit Hilfe der Cloud jährlich um 160 Milliarden Euro steigen, so Kroes. Nebenbei könnten bis 2020 noch 2,5 Millionen Jobs entstehen.

Doch den optimistischen Erwartungen stehen andere Untersuchungen entgegen. Das „Centre d'Etudes sur les Conflicts“ und des „Centre for European Policy Studies“ kamen im Auftrag des EU-Parlaments jüngst zu einem erschreckenden Ergebnis: Die größte Gefahr für Unternehmen sei, die Kontrolle über die eigenen Daten in der Cloud zu verlieren.

Zu dem grundsätzlichen Argwohn, die eigenen Daten in fremde Hände zu geben, gesellt sich die Sorge vor staatlichen Eingriffen der USA. Die Behörden dort dürfen auf Informationen in der Cloud zugreifen, wenn der Anbieter seinen Sitz oder eine Tochter in den Staaten besitzt. Eigentlich regelt ein sogenanntes Safe-Harbor-Abkommen den Datenaustausch. Danach gelten beim Transfer von sensiblen Informationen in die USA die in der Regel strengeren EU-Datenschutzvorgaben. Doch ist etwa durch eine Terrorwarnung Gefahr im Verzug, können sich US-Behörden die Daten angeln.

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TelekommunikationDie Telekommunikationsunternehmen spielen ihre Stärken im Mobilfunkbereich voll aus. Die Branche erreicht erreicht den höchsten Durchschnittswert bei mobilen Aktivitäten. So nutzt Vodafone zum Beispiel eine App zur direkten Kundenkommunikation. Die T-Mobile-App bietet den Kunden an, jederzeit auf ihre Datenzugreifen zu können. Auch O2 bemüht sich, den Kundenkontakt über soziale Netzwerke zu verbessern. Quelle: dapdTablet-Computer waren 2012 ein großes Thema – und sie werden auch 2013 eines sein. Doch welche weiteren Trends zeichnen sich in der Welt der Technik ab? Quelle: AFP

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Kommentare zu "IT-Kunden misstrauen der Wolke"

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  • Die Cloud ist ein Hype, hochgejubelt, eine neue Bezeichnung für Speicherplatz von Servern die länderübergreifend ein
    Unternehmensnetzwerk bilden. Eine Sache also die schon sehr alt ist und gravierende Problem verursacht: Virtualsisierung von Servern in Rechenzentren in England und USA mit dem dazugehörigen Speicherplatz für 'europäische' Daten geben die administrative Oberhoheit der IT ab. Ein weiteres Problem ist der dadurch entstehende Netzwerk-Traffic der alles stark verlangsamt und die Sicherheit extrem gefährdet: Wie soll man in der Wolke feindlicher Angreifer aufspüren. Vollkommen unregistriert von der deutschen Üffentlichkeit schreitet die Konsolodierung der IT voran, der Hype der Cloud gehört dazu. Das heißt immer mehr IT-Spezialisten werden arbeitslos, weil alles verschlankt virtualisiert und zentralisiert wird. Das Ganze ist wesentlich komplexer als der Artikel hier erläutert. Abs. Systemspezialist IT

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