Big DataWer hebt das Datengold?

Motorenhersteller, Supermärkte, Gebrauchtwagenhändler: Wie es Unternehmen inzwischen gelingt, aus der Informationsflut im Netz großen Profit zu schlagen. Es ähnelt einem neuen Goldrausch – nur geht es heute um Daten.
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George Yu hat vor kurzem den Funktionsumfang seines iPhones erweitert. Der 30- jährige Ingenieur aus Chattanooga in Tennessee (USA) war schon immer ein leidenschaftlicher Tüftler, und vor ein paar Monaten hat er ein neues Gerät namens Node erfunden. Node ist etwa so groß und so rund wie eine Batterie, steckt in einer Hülle aus weißem Plastik und ist gespickt mit LED-Lämpchen, kleinen Schaltern und Sensoren. Per Funk steht es stets mit einem iPhone in Kontakt.

Wer ein Node-Gerät besitzt, kann fortan eine Menge über seine Umwelt erfahren. Das Ding kann zum Beispiel aus einem halben Meter Abstand das Fieber eines Kranken messen – und das Ergebnis erscheint auf dem Bildschirm des Telefons oder wahlweise gleich im Internet.

Es kann auch feststellen, ob die Luftfeuchtigkeit in einem Terrarium stimmt oder ob die Geschwindigkeit und die Flughöhe eines Heißluftballons in Ordnung sind, ob die Wärmeisolierung eines Hauses leckt, ob Gas in der Küche austritt, ob irgendwo in der Nähe nukleare Brennstäbe herumliegen und derlei Dinge mehr. „Ich wollte ein Gerät mit unendlich vielen Anwendungen schaffen“, sagt Yu, der immerhin schon ein paar Hundert Nodes verkauft hat und sich nun an große Industriekunden wenden will.

Der Bastler Yu steht an der Spitze einer Entwicklung, die unser Leben zu verändern beginnt. Noch nie wurden pausenlos so viele Daten über die Menschen und die Welt gesammelt – auf so viele unterschiedliche Arten, aus so vielen unterschiedlichen Quellen. Und noch nie wurden sie derart eifrig archiviert, in riesenhaften Datenspeichern abgelegt und über Netzwerke verknüpfbar gemacht.

Alltagsgeräte wie Smartphones, Kameras, Stromzähler und Autos bekommen heutzutage schon recht genau mit, was um sie herum geschieht. Industriegeräte wie Fertigungsstraßen in Fabriken, voll automatisierte Warenlager, stadtweite Netzwerke aus Überwachungskameras und sogar Flugzeugmotoren helfen per Fühler, Chip und Datenleitung, die Welt zu vermessen – ohne menschliches Zutun, Daten-Puzzlestück für Daten-Puzzlestück.

Und dann ist da ohnehin jener anschwellende Strom von Daten, die Menschen selber erzeugen und ins Internet einspeisen: Stimmungsmeldungen auf Facebook oder Twitter, Gesuche auf Jobportalen im Internet, Laufzeiten beim Jogging, Zwangsvollstreckungen, Gebote bei Online-Auktionen, Eingaben in Suchmaschinen wie Google, Inserate zur Partnersuche.

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  • @Data: Absolut. Vielen Dank für Ihre spannenden Hinweise.

  • Völlig überbewertet diese Datensammelwut und die Aussagekraft dieser Daten (Hochrechnung à la Wahlprognose?). Auch überbewertet ist die Gewinnaussicht für Elektronik- und Computerprodukte überhaupt.

    Was hier allein die Gewinne bringt ist die Sucht, das Suchtpotential jedes Einzelnen. Das wird sich langfristig legen, genauso wie Radio-/Fernsehwerbung heute schon kaum noch zieht.

    Ich fotografiere übrigens wieder analog, weil die echten Bilder sind billiger, zum greifen und man kann sie so schön in eine Schachtel tun. Anschauen so ganz ohne Technik, Strom und Internet...

  • Ergänzung

    Für Unternehmen scheint indes derzeit klar, dass sie es lediglich mit quantitavien Daten zu tun haben scheinen, weniger mit qualitativen.

    Wir sehen: ein weiter Weg hin zum BigData-Rush.

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