Deutscher Handelskongress Berlin
Überleben in der digitalen Einkaufswelt

Multi-Channel, Cross-Channel: Was mitunter kryptisch klingt, bezeichnet die Überlebensstrategien für den Handel. Wer auf allen Kanälen zum Kunden kommt, hat gute Chancen in der digitalen Shopping-Welt der Zukunft.
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BerlinWenn gestandene Handelsmanager in einem großen, holzvertäfelten Saal mit wuchtigen Kronleuchtern über die Zukunft des Verkaufens – und damit des Einkaufens – diskutieren, wird es mitunter kryptisch. Sie erzählen dann gerne von ihren sogenannten Multi- und Cross-Channel-Strategien, die nicht weniger sein sollen als ein Garant für das Überleben in der digitalisierten Shopping-Welt. Denn eins wissen sie alle: Der Online-Handel wächst rasant und mindert den Umsatz in den Läden. Wer sich nicht im Netz etabliert, hat keine Chance.

„Dass es in Zeiten des Wandels Gewinner und Verlierer gibt, ist nicht neu“, sagte Josef Sanktjohanser, Präsident des Handelsverbands Deutschland (HDE) zur Eröffnung des zweitägigen Branchentreffs ins Berlin. „Neu ist, dass prominente Unternehmen aus dem Markt verschwinden.“ In diesem Jahr gingen der einstige Drogeriemarktführer Schlecker und der traditionelle Versandhändler Neckermann pleite, auch die Baumarktkette Praktiker stand kurz vor der Insolvenz. Diese Entwicklung ist mal weniger, mal mehr dem Online-Boom geschuldet – fest aber steht: Das Internet hat den Handel „ordentlich durcheinander gewirbelt“, so Sanktjohanser.

Prognosen vom Institut für Handelsforschung (IfH) belegen das. Lag der E-Commerce-Umsatz in Deutschland 2005 gerade Mal bei rund acht Milliarden Euro, beziffern die IfH-Experten ihn in diesem Jahr auf fast 32 Milliarden Euro. Das entspricht einem Anteil von 7,5 Prozent an den Erlösen des gesamten Einzelhandels. 2025 könnten ein Fünftel aller Einzelhandels-Güter online gekauft werden, schätzt Sanktjohanser.

Besonders häufig im Internet bestellt werden Mode, Schuhe, Bücher und andere Medien, Unterhaltungselektronik sowie Computer und Zubehör. Auch Möbel, Drogerie- und Baumarktartikeln werden große Chancen im Netz eingeräumt. Zudem nutzen viele Kunden das Internet zur Recherche.
Laut einer Umfrage des E-Commerce-Center Handel informieren sich 65 Prozent der Bevölkerung online, bevor sie in den Laden gehen und einkaufen. Sie vergleichen Preise und Qualität der Produkte, lesen Kundenbewertungen und tauschen sich in Foren und via Facebook aus. Die zunehmende Verbreitung von Smartphones und Tablet-PCs fördert diesen Trend noch.

Was also steckt hinter dem „Megatrend Multi-Channel“, wie HDE-Präsident Sanktjohanser es nennt? Im Grunde nur eins: Die Fähigkeit der Händler, die Kunden auf ihrer Shopping-Tour durch möglichst viele Absatzkanäle zu begleiten – und sie dabei vor allem an sich zu binden.

Dazu gehören klassische Läden und das Kataloggeschäft ebenso wie Online-Marktplätze und -Shops, für Smartphones und Tablet-PCs optimierte Webseiten, Apps mit integrierter Shoppingfunktion und vieles mehr. Die Krönung ist dann die Verknüpfung, sprich Cross-Channel. Das heißt, die Kunden sollen beim Einkauf mehrere Kanäle gleichzeitig nutzen und reibungslos von einem in den anderen Kanal wechseln können.

Eine wichtige Rolle spielen neue Technologien, bei der sich realer und virtueller Einkauf vermischen. Einiges ist schon in Ansätzen erlebbar, vieles noch Vision wie Ebay in der Studie „Die Zukunft des Handels“ zeigt.
So können Kunden im Geschäft über das Handy den Barcode eines Produkts einscannen und erhalten nicht nur Details zu Preis und Verfügbarkeit, sondern auch Empfehlungen für ergänzende Artikel und individuelle Sonderangebote. Zudem sind wir, glaubt man Ebay-Deutschlandchef Martin Tschopp, nicht weit entfernt davon, dass Outfits virtuell anprobiert werden können und eine App mithilfe eines Fotos vom Kleidungsstück Vorschläge zu Kombinationsmöglichkeiten macht. Die generelle Tendenz, wohin es mit dem Handel geht, beschreibt Tschopp so: „Bargeldloses Bezahlen, Lieferung am selben Tag, Läden als Showrooms.“

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„Tradition allein reicht im Internet nicht aus“

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TelekommunikationDie Telekommunikationsunternehmen spielen ihre Stärken im Mobilfunkbereich voll aus. Die Branche erreicht erreicht den höchsten Durchschnittswert bei mobilen Aktivitäten. So nutzt Vodafone zum Beispiel eine App zur direkten Kundenkommunikation. Die T-Mobile-App bietet den Kunden an, jederzeit auf ihre Datenzugreifen zu können. Auch O2 bemüht sich, den Kundenkontakt über soziale Netzwerke zu verbessern. Quelle: dapdTablet-Computer waren 2012 ein großes Thema – und sie werden auch 2013 eines sein. Doch welche weiteren Trends zeichnen sich in der Welt der Technik ab? Quelle: AFP

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