E-Government

Digitaler Glanz ist noch kein Gold

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Apple macht es vor
Die Quadriga auf dem Brandenburger Tor: Von E-Government ist Deutschland noch weit entfernt. Quelle: dpa

Die Quadriga auf dem Brandenburger Tor: Von E-Government ist Deutschland noch weit entfernt.

(Foto: dpa)

Pro Tag werden in den einzelnen Branchen und Sektoren Tausende von Verwaltungsprozessen abgewickelt. Entsprechend hoch ist die Bereitschaft der Unternehmen zu einfacheren und schnelleren Onlineverfahren, aber auch die Erwartung an die Verwaltung, technisch ausgereifte und bundesweit einheitliche Lösungen anzubieten.

Das setzt allerdings eine offene Diskussion voraus, beispielsweise über Datenschutz und Social Media: Laut Branchenkompass 2011 sehen drei Viertel der Kommunal-, Landes- und Bundesverwaltungen in sozialen Kanälen einen Weg, um Unternehmen und Bürger zu erreichen. Dennoch wendet sich die Mehrheit der Akteure in der derzeitigen Datenschutzdebatte noch immer strikt gegen den Einsatz von Social Media im E-Government.

Gefragt sind außerdem echte E-Government-Innovationen. Der Computerkonzern Apple hat bei seiner iPad-Einführung eindrucksvoll demonstriert, wie radikal kundenorientierte Produktentwicklung und - vermarktung funktionieren: durch Anreize und gezielt gesteuerte Kommunikation.

Die deutsche Verwaltung kann noch manches von der Privatwirtschaft lernen - und tut es auch schon: Die bedienerfreundliche Steuerapplikation Elster ist mit sieben bis acht Millionen Nutzungen pro Jahr eine echte Erfolgsgeschichte - und ein Signal in die richtige Richtung.

Deutschlands E-Government braucht den großen Wurf: bundesweit einheitliche Lösungen, die vom Kunden her gedacht und gestaltet sind. Je früher wir anfangen, desto besser. Was wir jetzt brauchen, ist eine konzertierte Aktion von Behörden und Bürgern, Wirtschaft und Politik, deren Grundlage der gemeinsame, ernsthafte Wille zur Veränderung ist. Andernfalls bleibt das eingangs beschriebene Szenario das, was es derzeit noch ist: nicht mehr als eine Vision.

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