IT-gesteuerte Lieferkette Wie von unsichtbarer Hand gelenkt

Lieferanten und Kunden arbeiten zunehmend an firmenübergreifenden und damit effizienteren Lösungen für die Supply-Chain. Informationstechnik übernimmt dabei eine Schlüsselrolle. Das Fernziel: eine Lieferkette, die sich selbst steuert.
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Paket in einem Logistikzentrum: Die Informationstechnik soll Kunden und Lieferanten in die Lieferkette einbinden. Quelle: dpa

Paket in einem Logistikzentrum: Die Informationstechnik soll Kunden und Lieferanten in die Lieferkette einbinden.

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Die Fußgängerzone als Auslaufmodell? Einzelhändler in den Innenstädten fürchten um ihre Kunden. Denn die shoppen zunehmend lieber online als im Internet. Zwar haben 80 Prozent der Verbraucher den jüngsten Einkauf in einem stationären Laden getätigt, so das Ergebnis einer internationalen Studie von IBM, bei der 26.000 Menschen befragt wurden. Doch 35 Prozent von ihnen sind unsicher, ob sie dies beim nächsten Mal wieder tun.

„Die Vorherrschaft der Ladenlokale verschiebt sich zugunsten mehrerer Vertriebskanäle“, heißt es in der Untersuchung des IT-Konzerns. Eine Herausforderung für die Logistik – denn der Aufwand steigt mit der Zahl der Orte, an denen Verbraucher ihre Besorgungen machen.

Logistikchefs von Warenproduzenten suchen nach Wegen, um die wachsende Komplexität unter Kontrolle zu bringen. Eine Schlüsselrolle übernimmt die Informationstechnik – sie ermöglicht es, Kunden wie Lieferanten in die eigene Lieferkette einzubinden. Integrierte Supply-Chain heißt das Leitbild. Ein Vorteil in der Praxis: „Wer genau erkennt, welche Bestände beim Kunden bestehen, kann schneller und günstiger liefern“, erläutert Dieter Bölzing, Partner bei der auf Lieferketten spezialisierten Unternehmensberatung J&M Management Consulting.

Wie die IT-gesteuerte und integrierte Lieferkette funktioniert, zeigt das Irish Dairy Board (IDB). Die Marketing-Organisation der irischen Milchindustrie exportiert in alle Welt. Sie hat mithilfe von IBM das eigene Unternehmen mit 80 unabhängigen Lagerhäusern vernetzt. „Früher haben wir für Bestellungen Faxe und Mails hin- und hergeschickt“, sagt John Nugent, verantwortlicher System-Entwickler beim IDB. „Nun greifen wir alle auf die gleichen Daten zu – von der Bestellung bis zur Rechnung.“

Das macht sich zum Beispiel beim Beladen von LKWs bemerkbar. Listen und Daten müssen nicht mehr abgeglichen werden. Um 20 Minuten wurde das Beladen der Laster mit je 22 Paletten so beschleunigt, sagt Nugent. Auch welches Lager welche Ware vorrätig hat, lässt sich rascher erkennen. „Auf Kundenwünsche können wir flexibler reagieren.“

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