Energie

Finnischer Stahlkonzern
Outokumpu schließt Bochumer Werk früher

Der Edelstahlmarkt leidet unter Überkapazitäten. Das Management von Outokumpu reagiert und schließt sein Bochumer Werk statt Ende 2016 bereits im kommenden Jahr. Die IG-Metall warnt den Vorstand.
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DüsseldorfNicht einmal ein Jahr nach der Übernahme des ThyssenKrupp-Edelstahl-Geschäftes Inoxum will Outokumpu mehr Jobs streichen als geplant. Wegen hoher Überkapazitäten auf dem weltweiten Edelstahlmarkt sollen zusätzlich 1000 Stellen in Europa wegfallen und das ehemalige Thyssen-Schmelzwerk in Bochum früher als geplant geschlossen werden, wie Outokumpu am Dienstag mitteilte. Damit baut Konzernchef Mika Seitovirta 3500 Arbeitsplätzen ab und nicht wie bislang vorgesehen 2500. Outokumpu kündigte zudem an, Kapazitäten in Finnland und Deutschland einzudampfen.

Die Gewerkschaft reagierte prompt. „Die Ankündigungen von Outokumpu würden den Bruch der geltenden Tarifverträge bedeuten, davor kann ich den Vorstand nur warnen“, sagte IG-Metall Bezirksleiter Knut Giesler. Managementfehler einzig auf die Beschäftigen abzuwälzen, gehe nicht. Alle wirtschaftlichen Probleme seien bereits beim Abschluss der Tarifverträge bekannt gewesen. „Diese gültigen Verträge sind schlicht und klar einzuhalten. Was das Unternehmen jetzt vor hat, ist die pure Provokation. Das werden wir nicht hinnehmen.“

„Diese Maßnahmen sind zwar schmerzhaft, jedoch notwendig, um unter den schwierigen Marktbedingungen eine Trendwende einzuleiten“, verteidigte Seitovirta seine Pläne. Mit der Umsetzung dieser Maßnahmen könnten die Einsparungen bereits 2015 rund 380 Millionen Euro betragen. „Mit diesem Plan werden wir die Weiterführung der Edelstahlproduktion in Europa sicherstellen und den verbleibenden über 10.000 Outokumpu-Mitarbeitern in Europa eine bessere Arbeitsplatzsicherheit bieten“, versicherte Seitovirta. Das Management wolle umgehend mit den Arbeitnehmervertretern über die geplanten Einschnitte verhandeln.

Ursprünglich hatte Seitovirta den Arbeitnehmern versprochen, das Bochumer Werk bis Ende 2016 zu betreiben. Nun sollen bereits im Laufe des kommenden Jahres die Werkstore schließen. Davon seien voraussichtlich 450 Stellen betroffen. Weitere 480 Arbeitsplätze seien durch die geplante Schließung der Produktion in Benrath bei Düsseldorf betroffen. Die Produktion werde nach Krefeld verlagert und der Standort Benrath bis Ende 2015 geschlossen. Outokumpu werde eng mit Thyssen-Krupp zusammenarbeiten. Der deutsche Konzern habe sich im Zuge der Inoxum-Übernahme vertraglich verpflichtet, bis zu 600 Outokumpu-Mitarbeitern in Deutschland Stellenangebote zu machen.

Outokumpu hatte im vergangenen Jahr die Thyssen-Krupp-Edelstahltochter Inoxum übernommen. Die Finnen sind nach dem milliardenschweren Kauf unter Druck. Per Ende Juni summierte sich die Nettoverschuldung auf drei Milliarden Euro. Zudem bleibt der von Überkapazitäten geprägte Edelstahlmarkt schwierig. Importe aus Asien setzen Preise und Margen unter Druck. Outokumpu erwartet auch 2013 hohe Verluste.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Offensichtlich hatte Outokumpu von Anfang an nie geplant den Standort Bochum zu halten. Wichtiger war eindeutig den Zugriff auf die bereits damals bekannten "Überkapazitäten" zu bekommen um Sie dann bei der nächsten sich bietenden Gelegenheit abzuwickeln.

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