Energie

1000 Megawatt
RWE will weitere Kraftwerke stilllegen

Gefallene Strompreise machen RWE zu schaffen. Der zweitgrößte Energiekonzern erwägt, weitere 1000 Megawatt vom Netz zu nehmen und will damit zusätzlichen Belastungen entgehen. Bereits 2013 wurden Anlagen stillgelegt.
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DüsseldorfWegen stark gefallener Strom-Großhandelspreise will RWE einem Zeitungsbericht zufolge bei weiteren Kraftwerken den Stecker ziehen. Der Energieriese habe erneut rund 1000 Megawatt im Visier, wie die „Süddeutsche Zeitung“ (Dienstagausgabe) unter Berufung auf Aufsichtsratskreise berichtete. RWE wollte sich zunächst nicht äußern, gab aber später gegenüber der Nachrichtenagentur dpa an, es würdentatsächlich rund 1000 Megawatt zwischen 2015 und Anfang 2017 vom Netz genommen, falls sich die Marktbedingungen nicht änderten. Der Konzern bekräftigte, das Kraftwerksportfolio werde regelmäßig überprüft, damit RWE entsprechend reagieren könne, wenn Anlagen dauerhaft rote Zahlen schrieben.

Der Chef der RWE-Kraftwerkstochter, Matthias Hartung, hatte Mitte Juli erklärt, der Versorger habe seit Anfang 2013 bereits Anlagen mit einer Leistung von mehr als 12.600 Megawatt eingemottet oder stillgelegt. „Und wir nehmen weiterhin jeden einzelnen Block kritisch unter die Lupe.“ RWE könne nicht dauerhaft defizitäre Kraftwerke weiter betreiben. Zusätzliche Belastungen seien nicht verkraftbar. „Das Ende der Fahnenstange ist erreicht.“

Den Essenern machen wie dem Konkurrenten Eon und zahlreichen Stadtwerken die gefallenen Strom-Großhandelspreise zu schaffen. Diese purzeln wegen der Überkapazitäten in Europa und der zunehmenden Konkurrenz durch den staatlich geförderten Ökostrom. RWE hatte im vergangenen Geschäftsjahr Milliardenabschreibungen auf seine Kraftwerke vorgenommen.

Im ersten Quartal waren die Ergebnisse der RWE-Kraftwerkssparte wegen der niedrigen Börsenstrompreise erneut stark um 25 Prozent auf 559 Millionen Euro zurückgegangen, diese Preise fallen wegen des starken Wind- und Solarstromangebots.

Im Einzelnen geht es um 110 Megawatt Kraftwerkskapazität eines Braunkohlekraftwerkes in Hürth ab dem dritten Quartal 2015, den Block C des Steinkohlekraftwerkes Westfalen in Hamm mit 285 Megawatt ab Anfang 2016 und den Steinkohleanteil des Gersteinwerkes in Werne nordöstlich von Dortmund mit 610 Megawatt. Das Werner Kraftwerk soll ab dem ersten Quartal 2017 vom Netz gehen.

Stilllegungen müssen die Konzerne bei der Bundesnetzagentur anmelden. Die Behörde prüft dann, ob die Anlagen für die Energieversorgung unverzichtbar sind. Sie hatte in einem solchen Fall bereits im Januar dem Versorger EnBW das Abschalten unrentabler Gas- und Kohlekraftwerke untersagt. Viele konventionelle Kraftwerke werden derzeit durch die regenerativen Energien aus dem Markt gedrängt, müssen aber für die wind- und sonnenlosen Stunden trotzdem in Bereitschaft gehalten werden. Die Strombranche fordert unter dem Stichwort „Kapazitätsmarkt“ eine Vergütung für dieses Bereithalten von Kraftwerken. Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) hat sich bisher aber eher skeptisch zu diesem Thema geäußert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • wieso gehen eigentlich nicht mal langsam das dutzend uralt-300mw-braunkohle-blöcke von rwe vom netz ??? - alle anfang der 70-iger in betrieb genommen und damit über 40jahre alt - vom wirkungsgrad her eine einzige katastrophe - und damit vom co2-ausstoss auch ...

    wer sch beklagt, dass g&d-blöcke mit 1/3 des o2-ausstosses nicht am netz sind - der sollte sich mal fragen, warum solche uralt-blöcke auf schwellenlandniveaus in D noch betriebsgenehmigungen haben und weiterbetrieben werden dürfen und nicht bspw. durch einen funtktionierenden co2-handel aufgrund von marktmechanismen vom netz genommen werden müssen ...

    ich sehe das ganz ruhig, wenn die eu-ziele für angemessene co2-preise durchgesetzt werden - dann passiert hier das von ganz alleine - solange laufen in D eben solche kraftwerke weiter und exportieren soviel strom ins ausland wie 3-4 grosse akw-blöcke - oder die 10-fache menge dessen, was die blöcke, die rwe hier in mittellast vom netz genommen hat bei 4000 vollaststunden bringen würden ....

    will sagen : rwe muss noch ca. 3-4gw an braunkohle-kraftwerksleistung auf basis uralter 300 bzw 600mw braunkohle-blöcke in den nächsten jahren stillegen - was momentan hier passiert ist krüschkrams ...

  • bock c im kw westfalen wurde in den 60-ern gebaut und 1969 in betrieb genommen ...

    die 110mw braunkohle in hamm sind wohl auch eher "restbestand"- nachdem mittlerweile alle 150mw-braunkohle-blöcke bei rwe 1:1 durch boa-neubaublöcke substituiert worden sind ...

    aber natürlich bricht die stromversorgung in D zusammen - nachdem 2010-2015 ca. 8gw an neubauleistung ans netz gehen die stromversorgung in D zusammen - wenn man mal blöcke abschaltet - die mehr als 40 jahre alt sind ;)

    bei dem was an kraftwerken mit 30+ bzw- 40+ jahren in D immer noch dahinvegetiert, werden einige wohl auf der grundlage ihrer desinformiertheit wohl in den nächsten jahren noch richtig kalte füsse bekommen - das liegt dann aber nicht an der energieversorgung sondern an den mangelnden grundkenntnissen in mathematik und elektrotechnik.

  • [Wenn die Sonne untergeht[/b]
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    [i]Gefallene Strompreise machen RWE zu schaffen.[/b]
    Schuld daran sind die hochsubventionierten "erneuerbaren Energien". In einer "Nacht- und Nebelaktion" hat das Merkel eine 180°-Wende hingelegt und hatte die sogenannte "Energiewende" verkündet.
    Ab da ging es für die konventionellen Versorger bergab.
    Selbst umweltfreundliche Gaskraftwerke lohnten sich nicht mehr. Sie waren schlicht und ergreifend zu teuer.
    Aber der "Zufallsstrom" wird durch das EEG geschützt. Wenn einmal der Wind nicht weht und die Sonne nicht scheint, müssen konventionelle Kraftwerke vorgehalten werden. Dafür wurde ein neues Gesetz "erfunden".
    Somit wird den Netzbetreibern per Gesetz verboten, unrentable Kraftwerke vom Netz zu nehmen.
    Willkommen in der DDR 3.0

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