Abfallkonzern EEW: Chinesen verbrennen jetzt deutschen Müll

Energie

Abfallkonzern EEW
Chinesen verbrennen jetzt deutschen Müll

Es ist die größte chinesische Übernahme in Deutschland – und es geht um Müll. Beijing Enterprises kauft für 1,4 Milliarden Euro den Abfallkonzern EEW. Der Investor setzt auf den Müll-Import nach Deutschland.
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Helmstedt/DüsseldorfDer schwedische Investor EQT verkauft den niedersächsischen Abfallkonzern EEW aus Helmstedt für gut 1,4 Milliarden Euro an die chinesische Holding Beijing Enterprises. Nach EQT-Angaben vom Donnerstag handelt es sich dabei um die bisher größte chinesische Direktinvestition in ein deutsches Unternehmen überhaupt.

Chinesische Konzerne sind seit einigen Jahren in Deutschland auf Einkaufstour – jüngstes Beispiel ist die Übernahme des Spezialmaschinenbauers Krauss Maffei durch Chemchina Mitte Januar. Die Chinesen sind erpicht darauf, deutsche Technologie und das dazugehörige Know-how zu erwerben.

Besonders begehrt sind Automobilzulieferer, Maschinenbauer und Firmen aus dem Sektor der erneuerbaren Energien. Im neuen Fünfjahresplan der Pekinger Regierung wird zudem besonderer Wert auf intelligent vernetzte Fabriken, Automatisierung und klimafreundliches Wachstum gelegt. EEW passt perfekt in diese Strategie.

Der deutsche Abfallentsorger betreibt insgesamt 19 hochmoderne Anlagen, in denen Müll zu grünem Strom, Dampf für die Industrie oder Fernwärme für rund 700.000 Wohnungen verwertet wird. Selbst der Abfall des verbrannten Abfalls - größtenteils Schlacke - wird später weiter verwendet, vor allem im Straßenbau.

Die Geschäfte laufen blendend. EEW erwirtschaftet mit seinen 1250 Mitarbeitern jährlich einen Umsatz von mehr als einer halben Milliarde Euro. Für 2015 dürfte der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) laut Finanzkreisen bei gut 190 Millionen liegen. Hauptgrund für den Erfolg: die gute Konjunktur in Deutschland.

Je mehr produziert wird, desto mehr Abfälle fallen an. Es gibt aber noch einen weiteren entscheidenden Aspekt in dieser Rechnung: Aus dem Ausland wird immer mehr Müll nach Deutschland importiert. Alleine aus Großbritannien wurden im vergangenen Jahr fast 670.000 Tonnen brennbare Abfälle über den Ärmelkanal transportiert – das geht aus Hochrechnungen der Interessengemeinschaft der Thermischen Abfallbehandlungsanlagen (ITAD) hervor.

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  • Herr Hofmann,

    falls es Ihnen bisher entgangen sein sollte: unsere Bundeskanzlerin Frau Merkel wird von der größten im Bundestag vertretenen Fraktion aus CDU und CSU gestellt.
    Frau Merkel betreibt als christlich-soziale-demokratische Politik

    Es ist doch seltsam - da passt mir die tatsächliche Politik der Partei, die ich möglicherweise gewählt habe, nicht mehr ins Konzept. Also hefte ich der handelnden Person einfach ein anderes Etikett an - und schon ist meine kleine Welt wieder in Ordnung.
    Unabhängig von dieser realitätsfremden Einstellung - Frau Merkel ist weder Mitglied der SPD noch der Gründen oder Linken. Sie macht das, was die CDU/CSU von ihr erwartet und akzeptiert. Wo Merkel drauf steht ist CDU drin.
    Jeder, der eine andere Politik erwartet, darf nicht wieder CDU wählen.

  • Das läuft doch ganz einfach: Die Amerikaner drucken Geld. Im Schnitt
    1000 Milliarden USD pro Jahr, damit gehen sie dann einkaufen, z.B. in China und finanzieren ihre Krieger. Ein genzer Batzen diese "Geldes" landet in China. Die gehen dann international mit diesem frisch gedruckten Geld einkaufen und erstehen reale Produktivgüter. Merkel und Schäuble halten das dann in ihrer Dämlichkeit für Marktwirtschaft.

  • Es soll in grauer Urzeit mal ein Philosoph (o.ä. Name weiß ich nicht) voraus gesagt haben: „Es werden die Zeiten kommen, da werden dir gelben Horden ihre Rösser in den Wogen des Atlantiks tränken.“

    Da scheinen wir jetzt auf einem guten Weg zu sein, denn wenn man so die Wirtschaftsnachrichten und „Einkaufstouren“ aus China verfolgt macht das schon fast Angst. Das ist sicher nicht nur zum „Geldanlegen“ gedacht.

    Bald haben sie eine Mehrheit und bestimmen dann auch wo es „lang geht“, erst einige Betriebe und Branchen und was kommt dann? Ebenso werden dann auch die Technologien einzelner Branchen gleich mit „exportiert“

    …...Selbst der Abfall des verbrannten Abfalls - größtenteils Schlacke - wird später weiter verwendet, vor allem im Straßenbau...........

    Wer kann garantieren das auch dabei nicht noch giftige Dämpfe oder Stäube entstehen, aber im Moment ist nur das Geld wichtig. (Nach mir die Sintflut)

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