Energie

Abschreibung beim Fracking Ölschiefer wird für BHP zum Milliardengrab

Nach dem drastischen Preiseinbruch bei Gas und Öl zeiht Rohstoffriese BHP Billiton die Notbremse. Das Unternehmen schreibt auf seine Schiefergas-Anlagen in den USA 7,2 Milliarden Dollar ab.
Update: 15.01.2016 - 11:57 Uhr
Der Rohstoffkonzern schriebt Milliarden auf seine US-Aktivitäten ab. Quelle: AFP
BHP-Schiefergasförderung in den USA

Der Rohstoffkonzern schriebt Milliarden auf seine US-Aktivitäten ab.

(Foto: AFP)

MelbourneDer freie Fall beim Ölpreis zwingt den weltgrößten Minenkonzern BHP Billiton zu Milliardenabschreibungen auf sein US-Geschäft. Der australisch-britische Konzern musste eine Wertminderung von 7,2 Milliarden Dollar auf seine Förderung von Schieferöl und -gas vornehmen. Wie Firmenchef Andrew Mackenzie am Freitag weiter mitteilte, hat der drastisch gesunkene Ölpreis den Konzern trotz aller Sparanstrengungen zu dem Schritt gezwungen.

Das wegen der eingesetzten Chemikalien umstrittene „Fracking“ zur Schieferölgewinnung ist deutlich teurer als die konventionelle Förderung. BHP war 2011 zu Zeiten weit höherer Rohstoffpreise mit Investitionen von mehr als 20 Milliarden Dollar in das damals lukrative Geschäft in den USA eingestiegen.

Das US-Abenteuer droht für den Konzern nun zum Milliardengrab zu werden. Der Wert des US-Fracking-Geschäfts wird nur noch auf zwölf Milliarden Dollar taxiert. Und dies dürfte nach Ansicht vieler Anleger noch nicht das Ende der Fahnenstange sein. Analysten von Citi und Morgan Stanley schätzen den Wert auf 9,3 beziehungsweise 11 Milliarden Dollar.

Der Ölpreis fällt bereits seit Mitte 2014; von damals rund 100 Dollar pro Barrel (159 Liter) rutschte er auf derzeit unter 31 Dollar. Allein seit Jahresbeginn gab er um mehr als 15 Prozent nach. Hintergrund ist ein Überangebot am Markt, gepaart mit einer verhaltenen Nachfrage. Hinzu kommen derzeit Sorgen um die Konjunktur in China, dem größten Ölverbraucher der Welt.

Beim Fracking wird unter hohem Druck ein Gemisch aus Sand, Wasser und Chemikalien in Ton- oder Schiefergestein gepresst und dieses damit aufgebrochen. Das aufwendige Verfahren lohnt sich bei den aktuell niedrigen Rohölpreisen kaum noch. Der Konzern hatte noch vor einem Jahr 26 Bohrplattformen in den USA, bis Ende März sollen es nur noch fünf sein.

Die Aktien des Konzerns gerieten nach den Hiobsbotschaften aus den USA unter Verkaufsdruck: An der Londoner Börse verloren sie bis zu 6,5 Prozent an Wert. Erstmals seit mehr als 25 Jahren wird der Rohstoffgigant wohl gezwungen sein, den Aktionären die Dividende zu kürzen. Die Rating-Agentur Moody's hatte die bisherige Politik stabiler Dividenden bereits als Risiko identifiziert und nicht ausgeschlossen, die Bonitätsnote „A1“ zu kassieren.

Konzernlenker Mackenzie nannte die Abschreibungen auf das US-Geschäft enttäuschend. Da der Ölpreis jedoch allein in den vergangenen drei Monaten um mehr als 30 Prozent einbrach, sei der Schritt unvermeidlich: „Die Öl- und Gasmärkte haben sich deutlich schwächer als erwartet entwickelt“, sagte der BHP-Chef.

Sinkende Rohstoffpreise wegen der Konjunkturabkühlung in China haben den Konzerngewinn von BHP bereits auf den niedrigsten Wert seit zehn Jahren gedrückt.

So schön kann Kaputtmachen sein
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Die Vorfahren des Bucyrus 495HR2 haben schon beim Bau des Panama Kanals kräftig mit angepackt. Der riesige Hochlöffelbagger bringt knapp 1.400 Tonnen auf die Waage und lädt mit einer Schaufel rund 100 Tonnen.

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Die Muldenkipper T 284 von Liebherr sind die schweren Jungs in den größten Minen der Welt. Mit über 4000 PS aus 20 Zylindern erledigen sie auch bergauf und vollbeladen ihren Job. Obwohl die Giganten bis zu  600 Tonnen auf die Waage bringen – so viel wie ein ausgewachsener Super-Airbus A 380 – sind sie mit bis zu 64 km/h flott unterwegs.

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Wer Berge versetzen möchte, sollte zu Giganten wie dem Liebherr R 9400 greifen. 1.700 PS sorgen dafür, dass der 345-Tonnen-Koloss bewegt und seine 22-Kubikmeter-Schaufel ihre Arbeit verrichten kann.

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Mit 3.845 PS löst der CAT 797F Mining Truck seine Eintrittskarte in die Königsklasse der schweren Maschinen. Der in den USA gebaute Truck lädt bis zu 360 Tonnen. Das haushohe Gefährt schafft mit 68 km/h Topspeed sogar offizielles Autobahntempo - bräuchte mit 9,50 Metern Breite dann aber gleich mehrere Spuren.

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Der Hitachi ZX870XXL-3 Longfront gilt als der heimliche Star in der Branche. Mit seinem Teleskopausleger kommt er bis auf eine Arbeitshöhe von über 50 Metern. Damit nur das Gebäude umfällt und nicht der Bagger, hat die Maschine 150 Tonnen Einsatzgewicht und 540 PS Motorleistung.

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Im Mining-Bereich ist der Liebherr R 9150 mit knapp seinen 130 Tonnen eher ein Leichtgewicht. Dafür ist er aber im Vergleich mit den großen Kollegen deutlich flinker - dank 768 PS aus einem V12 Dieselmotor.

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Ob heißer Wüstensand, harter Felsen oder tiefe Erde – für den CAT D11T Dozer mit seinen 862 PS Leistung und 105 Tonnen Einsatzgewicht spielt das "Was" eigentlich keine Rolle. Mit solchen Maschinen wurde das US-Unternehmen Caterpillar weltweit zur Nummer Eins der Baumaschinenhersteller.

Hier gibt's mehr Infos zum Heavy Equipment Calendar 2013.

Dem Unternehmen macht auch der Preisverfall bei Eisenerz schwer zu schaffen. Mit diesem Bodenschatz erzielte das Unternehmen voriges Jahr rund 60 Prozent des operativen Gewinns. Einen weiteren Nackenschlag erhielt das Unternehmen, als Brasilien BHP sowie den Minenkonzern Vale nach einem verheerenden Dammbruch in einer Eisenerzmine auf umgerechnet 4,9 Milliarden Euro Schadenersatz verklagte. Das Geld soll für Säuberungs- und Wiederaufbau-Arbeiten nach der bislang schwersten Umweltkatastrophe in dem südamerikanischen Land eingesetzt werden.

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