Energie

Aktie hebt ab
RWE will Tochter Dea bis März verkauft haben

RWE sieht beim Verkauf seiner Tochter Dea endlich Licht am Ende des Tunnels. Der Deal soll bis März abgeschlossen sein. Doch die Ukraine-Krise könnte dem Deal einen Strich durch die Rechnung ziehen.
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DüsseldorfDer Energiekonzern RWE will die Zitterpartie um den milliardenschweren Verkauf seiner Tochter Dea bis Anfang März beenden. RWE werde dann den Deal mit dem russischen Käuferkonsortium zu einem Unternehmenswert von rund fünf Milliarden Euro abschließen, teilte der Versorger am Freitag mit. Ursprünglich waren für die Öl- und Gasfördertocher 5,1 Milliarden Euro vereinbart gewesen. Seitdem ist aber der Ölpreis stark gefallen. Käufer ist die LetterOne-Gruppe um den russischen Oligarchen Michail Fridman. Während Deutschland und die EU-Kommission bereits zustimmten, gibt es vor dem Hintergrund der Ukraine-Krise Widerstand in Großbritannien.

An der Börse schoss die RWE-Aktie nach der Mitteilung fast acht Prozent in die Höhe und setzte sich damit an die Spitze im Dax. In den vergangenen Wochen waren am Markt Zweifel aufgekommen, ob die Transaktion überhaupt noch zustande kommt. RWE hatte den Dea-Deal ursprünglich 2014 abschließen wollen. Der Verkauf werde nun 2015 verbucht, es bleibe aber bei den Gewinnprognosen für 2014, sagte ein RWE-Sprecher Reuters. Den Energieriesen drücken Schulden von rund 31 Milliarden Euro. Mit dem Verkauf sollen diese auf rund 26 Milliarden Euro reduziert werden. In dem Kaufpreis sind nach RWE-Angaben 600 Millionen Euro Schulden enthalten.

LetterOne habe sich verpflichtet, das britische Dea-Geschäft für mehrere Jahre rechtlich unabhängig und getrennt von den restlichen RWE Dea-Aktivitäten zu halten, erläuterte der Essener Konzern. „Im unwahrscheinlichen Fall von Sanktionen gegen die LetterOne-Gruppe oder ihre Eigner bleibt RWE innerhalb des ersten Jahres nach dem Vollzug der Transaktion verpflichtet, die britischen Dea-Aktivitäten zurückzuerwerben.“ Sollte dies geschehen, würde der Rückkauf auf der Grundlage einer festgelegten Preisformel geregelt und das Geschäft an einen unabhängigen Dritten verkauft.

In Großbritannien gab es offenbar die Sorge, dass die Ausbeutung der dortigen Felder von Dea unter weiteren Sanktionen gegen Russland wegen der Ukraine-Krise leiden könnte. Die Regierung in London kann zwar nicht den gesamten Verkauf verhindern, sie kann aber nach einer Veräußerung Förderlizenzen entziehen.

„Die wirtschaftlichen Parameter sind attraktiv. Der Verkauf der Dea ist daher ein wesentlicher Meilenstein in der Umsetzung unserer Strategie und zur Verbesserung unserer Finanzkraft. Wir sind auf dem richtigen Weg“, sagte RWE-Chef Peter Terium. LetterOne-Chef Fridman sagte, die Transaktion sei für seine Gruppe von strategischer Bedeutung. Dea solle eine Plattform für weiteres Wachstum sein. „Dem Abschluss der Transaktion in den kommenden Wochen sehen wir mit Freude entgegen.“

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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