Energie

Aktivisten faken Accounts von Vattenfall
Energiekonzern ärgert sich über Falschmeldung

Am Wochenende werden Vattenfall-Mitarbeiter in Berlin für die Braunkohle demonstrieren. Doch zuvor wird die Aktion von Aktivisten gestört. Sie verbreiten die Falschmeldung, dass der Konzern der Braunkohle abschwört.
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DüsseldorfDie Meldung war äußerst überraschend – und sie wurde auf vielen Kanälen verteilt: Vattenfall werde doch nicht die Lausitz in Ostdeutschland verlassen, hieß es unter anderem in einer Pressemitteilung. Der Energiekonzern werde aber die Braunkohleförderung einstellen und stattdessen in der Region in erneuerbare Energie investieren. So wolle der Konzern „Deutschlands führendes Unternehmen für Nachhaltigkeit“ werden. Der vermeintlichen Nachricht angemessen wurde direkt zu einer Pressekonferenz eingeladen. Und im Namen von Vattenfall-Konzernchef Magnus Hall und Deutschland-Chef Tuomo Hatakka wurden entsprechende Tweets abgesetzt.
Die Meldungen sind aber falsch. Die Pressemitteilung, die vermeintliche Pressekonferenz und die Tweets unter dem Account Vattenfall_CSR waren allesamt Fakes. „Unbekannte versenden Falschmeldung unter Vattenfall-Namen“, hieß es wenig später in einer weiteren Pressemitteilung – und die stammte dieses Mal tatsächlich vom Energiekonzern. „Diese Aussendungen stammen nicht von Vattenfall, sondern sind gefälscht und offenbar Teil einer Aktion Unbekannter, die sich gegen unser Unternehmen und unser Engagement in der Lausitz richtet“, teilte das Unternehmen mit. Die Aktion erinnert an die US-amerikanischen Aktivisten Yes Man, die in den Staaten häufiger einmal Pressekonferenzen von Energiekonzernen vortäuschten, um umweltpolitische Nachrichten zu verbreiten.


Die Saboteure seien in vielen Bereichen aktiv gewesen, bestätigte Thoralf Schirmer, der Vattenfall-Sprecher für die Lausitz. Der Konzern versuche, die falschen Accounts zu löschen. Und Vattenfall prüfe rechtliche Schritte gegen die Akteure.
Der Energieträger Braunkohle ist besonders umstritten, weil er sehr umweltschädlich ist und ganze Orte für die Förderung abgebaggert werden müssen. Für Befürworter ist die Braunkohle ein wichtiger Arbeitgeber in der Lausitz mit rund 8000 Arbeitsplätzen.Der Zeitpunkt der Aktion war wohl überlegt. Derzeit tobt in Berlin ein erbitterter Streit über die Zukunft der Braunkohle. Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel plant eine Klimaabgabe, die vor allem Braunkohlekraftwerke treffen würde. Am Samstag hat die Gewerkschaft IG BCE zu einer Großdemonstration in Berlin vor Bundeskanzleramt und Bundeswirtschaftsministerium aufgerufen. Neben tausenden Mitarbeitern von RWE aus dem rheinischen Revier wollen auch viele Vattenfall-Mitarbeiter aus der Lausitz kommen.


Der schwedische Vattenfall-Konzern hatte vor wenigen Monaten zwar den Rückzug aus dem Braunkohlegeschäft in Deutschland angekündigt. Die Aktivitäten sollen aber an einen neuen Eigentümer weiter verkauft werden. Umweltschützer fordern dagegen, möglichst rasch komplett aus dem umstrittenen Energieträger auszusteigen.
Umso überraschender war die Überschrift, mit der die gefälschte Pressemitteilung betitelt war: „Vattenfall bleibt in der Lausitz und wird Deutschlands führendstes Unternehmen in Sachen Nachhaltigkeit.“ Gleichzeitig wurde eine gefälschte Internetseite geschaltet.

Kommentare zu " Aktivisten faken Accounts von Vattenfall: Energiekonzern ärgert sich über Falschmeldung"

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  • Energiewende/EEG = erst kommt die Lüge (Energiewende), dann der Betrug/Selbstbetrug, danach der Mangel und zum Schluss die verarmte Gesellschaft.
    Wer gegen unsere Energieträger = Kraftwerksmixpark aus Kohle, Gas und Uran mobil macht, der schadet MASSIV unseren sozialen Wohlstand der NICHT auf den Erneuerbaren Energien basiert, sonder auf der Kohle, Gas und für die Zukunft auf der Kernkraft.

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