Energie

Aluhersteller Trimet
Leichtigkeit ist Trumpf

Der Einsatz von Aluminium nimmt nicht nur in der Autobranche zu. Auch bei Stromleitungen verdrängt das Metall andere Werkstoffe wie Kupfer. Davon profitiert das Essener Familienunternehmen Trimet.

EssenDer Standort im Essener Norden hat Symbolkraft: Früher saßen hier Stahlwerke, heute der Aluminiumproduzent Trimet. Doch während die Stahlbranche inzwischen mit Überkapazitäten kämpft, gehört dem Leichtmetall Aluminium die Zukunft. Insbesondere im Transportbereich wird das Metall immer häufiger eingesetzt. Gefragt ist es aber auch in anderen Bereichen, beispielsweise in der Verkabelung.

„Aluminium ist noch ein relativ junger Werkstoff“, sagt Martin Iffert, Vorstandsvorsitzender der Trimet Aluminium SE. Der Bedarf wachse jährlich mit einer Rate von sechs bis sieben Prozent. In Europa bestehe aber schon heute eine Unterversorgung von 50 Prozent mit Aluminium, in Deutschland seien es sogar 70 Prozent. Das spiegle sich im Weltmarktpreis für das Metall aktuell aber nicht wider. Mit rund 1600 Dollar je Tonne notiert Aluminium zurzeit nahe seines Sechsjahrestiefs.

Ein Grund dafür sind die zuletzt hohen Aluminiumexporte aus China. Nach Angaben der Commerzbank hat die Volksrepublik seit Jahresbeginn 3,21 Millionen Tonnen und damit 22 Prozent mehr Aluminium und -produkte exportiert als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum.

Trimet-Vorstand Iffert sieht diese Entwicklung gelassen: „Es ist nur eine Frage der Zeit, wann es auch weltweit wieder zu einer Unterversorgung der Märkte kommen wird.“ Das Essener Familienunternehmen, das in diesem Jahr sein 30-jähriges Bestehen feiert, investiert daher in den Ausbau seiner Standorte. Kurz vor dem Abschluss steht die Erweiterung der Gießerei in Essen; bis Ende des Jahres wird den Angaben zufolge eine neue Stranggussanlage mit einer Jahreskapazität von 60.000 Tonnen in Betrieb genommen. Auch an den Trimet-Standorten in Voerde und in Frankreich, in Saint-Jean-de-Maurienne, wurden die Kapazitäten erweitert.

Beide Standorte sind im Geschäftsjahr 2014/15 erstmals voll in das Geschäftsergebnis eingeflossen. Der Umsatz ist daher auf knapp 1,8 (Vorjahr 1,28) Milliarden Euro gesprungen. Mit seinen fast 2900 Mitarbeitern erzielte Trimet ein Jahresergebnis von 61 Millionen Euro. Das Familienunternehmen war 1985 vom heutigen Aufsichtsratschef Heinz-Peter Schlüter als Metallhandelsgesellschaft gegründet worden. Heute ist es mit vier Aluminiumhütten, zwei Recyclingwerken und mehreren Gießereien der führende Aluminiumhersteller in Deutschland. Auch Handelsaktivitäten gehören weiter zum Geschäft. „Alle Bereiche haben zu dem positiven Geschäftsergebnis beigetragen“, unterstrich Iffert. Daher habe sich auch der Rückgang der Aluminiumpreise nicht negativ ausgewirkt.

Trimet profitiert insbesondere von der starken Nachfrage im Automobilsektor. Das Unternehmen fertigt unter anderem komplette Fahrzeugteile für namhafte Automarken. Das Leichtmetall Aluminium ist schon seit Jahrzehnten aus Autos nicht mehr wegzudenken. Und der Einsatz des Metalls nimmt immer weiter zu. War es früher ein Merkmal von Premium-Modellen, treiben inzwischen alle Autokonzerne den Einsatz des Leichtmetalls voran. Schon zehn Prozent weniger Gewicht sparen fünf bis sieben Prozent Kraftstoff ein und senken den Abgasausstoß.

„Aluminium hat im gesamten Transportbereich eine Schlüsselrolle“, sagt Iffert. Neben den Produktionsstandorten Harzgerode und Sömmerda (Thüringen) werden daher auch die Standorte Essen, Saint-Jean-de-Maurienne und Castelsarrasin verstärkt für Kunden aus der Automobilindustrie produzieren.

Wie Trimet profitiert auch Novelis vom Trend zum Leichtbau. Der Weltmarktführer bei Aluminium-Walzprodukten und das weltgrößte Recycling-Unternehmen des Metalls berichtete Mitte August von Rekordzahlen bei Lieferungen im Automobilbereich. Der weltgrößte Aluminiumproduzent Rusal hatte bereits zu Beginn diesen Jahres prognostiziert, dass der Verbrauch der Automobilindustrie bis 2020 um 65 Prozent auf 23 Millionen Tonnen steigen wird.

Doch auch in anderen Bereichen, etwa für Stromnetze, ist Aluminium gefragt und verdrängt andere Werkstoffe. „Mit einem Kilogramm Aluminium kann ich die doppelte Menge Strom transportieren wie mit Kupfer“, erklärte Trimet-Vorstand Iffert die Vorteile des Leichtmetalls. Die Verkabelung gehe daher zunehmend von Kupfer auf Aluminium über, das zudem deutlich billiger als Kupfer ist.

Bisher bestünden noch 70 Prozent der Leitungen aus Kupfer und nur 30 Prozent aus Aluminium. Doch das Verhältnis werde sich umdrehen. Auch davon will Trimet profitieren, da speziell der Aluminiumdraht aus dem französischen Werk eines der Vorprodukte für die Leitungen ist.

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