Energie

Anglo American
Bergbaukonzern verkauft Kohle-Sparte

Dem Bergbaukonzern Anglo American machen die niedrigen Rohstoffpreise zu schaffen. Um die Schulden zu drücken, wollen die Südafrikaner nun doch die Kohle-Sparte zu Geld machen. Eine Besserung scheint aber nicht in Sicht.

JohannesburgDer hoch verschuldete Bergbaukonzern Anglo American zieht angesichts des Preisverfalls bei Rohstoffen die Reißleine. Die Geschäfte mit Kohle, Eisenerz und Nickel sollen verkauft werden, teilten die Südafrikaner am Dienstag mit. Anglo American will sich künftig auf Diamanten, Platin und Kupfer konzentrieren.

Insgesamt will die Nummer fünf unter den Bergbaukonzernen im laufenden Jahr bis zu vier Milliarden Dollar durch den Verkauf von Geschäftsbereichen einnehmen. Dadurch sollen die Schulden auf unter zehn Milliarden Dollar gedrückt werden.

Experten bezweifeln aber, dass das gelingt. „Wir hatten im Mai vorgeschlagen, dass Anglo aus dem Eisenerzgeschäft aussteigen soll. Leider passiert es erst jetzt, wo sich das Marktumfeld weiter verschlechtert hat“, schrieben die Investec-Experten.

Erst am Montag hatte die Ratingagentur Moody's die Note für die Südafrikaner weiter in den Ramsch-Bereich herabgesetzt. Solche Anleihen gelten als hoch spekulativ, Unternehmen müssen dafür kräftige Zinsaufschläge zahlen.

Zur Begründung verwiesen die Experten auf den Preisverfall, der es erschwere, Geschäftsbereiche so teuer zu verkaufen, dass das Geld für den Schuldenabbau reiche. Zudem entwickle sich das laufende Geschäft schlecht. 2015 brach der operative Gewinn um 55 Prozent auf 2,2 Milliarden Dollar ein, der Umsatz fiel um gut ein Viertel auf 23 Milliarden Dollar.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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