Energie

Anglo American und Rohstoffkrise Bergbaukonzern streicht zwei Drittel der Jobs

Die Rohstoffkrise findet ein weiteres Opfer: Anglo American streicht die Dividende und verordnet sich eine gewaltige Umstrukturierung. Zwei Drittel der Mitarbeiter bleiben dabei auf der Strecke.
Anglo American unterzieht sich einem Schrumpfkurs. Quelle: AFP
Arbeiter in einer Platinmine

Anglo American unterzieht sich einem Schrumpfkurs.

(Foto: AFP)

FrankfurtDie Streichung der Dividende hat einen erneuten Ausverkauf bei Anglo American ausgelöst. Die Aktien des Bergbaukonzerns fielen an der Londoner Börse um knapp neun Prozent und markierten mit 336,1 Pence den dritten Tag in Folge ein Rekordtief.

Wegen der fallenden Rohstoffpreise will Anglo American für die zweite Jahreshälfte keine Dividende mehr zahlen. Außerdem soll die Zahl der Sparten auf drei halbiert werden. Aus diesem Grund werde der Verkauf von Geschäftsbereichen forciert, erklärte der Konzern.

Das Unternehmen will seine Mitarbeiterzahl von aktuell 135.000 auf 50.000 eindampfen und mehrere Bergwerke schließen, sagte Vorstandschef Mark Cutifani in einer Telefonkonferenz. Einen Zeitrahmen nannte er nicht.

Anglo American gerät durch die Talfahrt der Rohstoffpreise und das nachlassende Wirtschaftswachstum in China stark unter Druck. Der Konzern musste bereits Unternehmensteile verkaufen und Arbeitsplätze abbauen, um liquide zu bleiben. erstmals seit 2009 fällt nun die Dividende aus.

Der unglaubliche Rohstoffhunger Chinas
Platz 16: Gas
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Das Land der Mitte ist noch immer für seinen Rohstoffhunger berüchtigt, denn das enorme Wachstum Chinas braucht Futter. So auch Gas. China verbraucht allein sechs Prozent des natürlichen Gasvorkommens der Welt.

Quelle: World Economic Forum

Platz 15: Palmöl
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China verbraucht zehn Prozent des weltweiten Palmölaufkommens. Palmöl ist ein Pflanzenöl, das aus dem Fruchtfleisch der Ölpalme gewonnen wird. In Asien wird häufig zum Braten von Speisen verwendet, ähnlich wie hierzulange Sonnenblumenöl.

Platz 14: Zucker
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China verbraucht ebenfalls zehn Prozent des weltweit konsumierten Zuckers.

Platz 13: Öl
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Am Ölverbrauch hat China fast überraschend wenig Anteil: Zwölf Prozent des Verbrauchs gehen auf Rechnung des Riesenreichs. Dennoch: Wenn die Krise zuschlägt, könnte Chinas Schwäche für die Ölmärkte weltweit zum Verhängnis werden. Experten erwarten, dass die schwächere Nachfrage der Chinesen den Ölpreis um bis zu 40 Prozent drücken könnte.

Platz 12: Weizen
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Wo viele Menschen leben, muss auch viel Nahrung bereitgestellt werden. Chinas Anteil am Weizenverbrauch beträgt allein 17 Prozent. Entsprechend stark sind die Auswirkungen, falls der Weizenhunger der Chinesen durch die Wirtschaftsflaute gedrosselt wird.

Platz 11: Mais
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Ähnlich sieht es mit Mais aus. Hier gehen 22 Prozent des weltweiten Verbrauchs auf Chinas Kosten.

Platz 10: Gold
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Etwas mehr ist es bei einem wertvollen Rohstoff: 23 Prozent des weltweiten Verbrauchs geht auf Chinas Konto. Bereits heute wirkt sich die schwächelnde chinesische Goldnachfrage auf den Preis des Edelmetalls aus.

Im Sog von Anglo American verloren die Titel der Konkurrenten Rio Tinto, Antofagasta, Glencore und BHP Billiton bis zu 5,2 Prozent. Letztere litten allerdings zusätzlich unter drohenden Kosten in Milliardenhöhe zur Beseitigung der Umweltschäden durch den verheerenden Dammbruch in einer brasilianischen Mine.

  • rtr
  • Bloomberg
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