Energie

Aral entwickelt Benzin weiter
Die Evolution des Sprits

Davon bekommt der Kunde an der Zapfsäule nichts mit: In den Laboratorien der Energiekonzerne werden Treibstoffe permanent verändert und weiterentwickelt. Ein Blick hinter die Kulissen der Aral-Forschung.

BochumDie Zapfsäule hat für Autofahrer ihren Schrecken verloren. „Die Situation am deutschen Kraftstoffmarkt hat sich wieder etwas entspannt“, betont der Automobilclub ADAC. Im Oktober habe ein Liter Super E10 im Schnitt nur noch 1,30 Euro gekostet. Das waren fast 15 Cent weniger als noch vor einem Jahr. Geschuldet ist der billige Sprit vor allem den niedrigen Rohölpreisen. Noch vor einem Jahr wurde ein Barrel (159 Liter) des europäischen Brentöls an den Rohstoffbörsen zu rund 85 Dollar gehandelt. Derzeit pendelt der Preis zwischen 45 bis 50 Dollar.

Einen nachhaltigen Ausbruch nach oben prognostiziert aktuell kaum ein Experte. Aus Sicht der Autofahrer gibt es allerdings einen kleinen Schönheitsfehler. Denn der Euro war mit 1,27 Dollar damals deutlich mehr wert als heute mit nur 1,10 Dollar. Da Rohöl in Dollar gehandelt wird, zehrt der sinkende Euro einen Teil der Preisvorteile wieder auf.

Die Qualität des Benzins ist von derartigen Preisschwankungen übrigens völlig unabhängig. Dafür sorgen große Anbieter wie der Marktführer Aral. „Kraftstoff verändert sich kontinuierlich, der Kunde bekommt das gar nicht mit“, unterstreicht Ulrich Balfanz, Kraftstoffexperte der Aral Forschung. „Es ist ein Produkt, das man regelmäßig nutzt, aber nicht sieht.“ Ein prominentes Beispiel dafür sei das verbleite Benzin gewesen, das inzwischen ganz vom Markt verschwunden ist.

Die Veränderungen und Überprüfungen des Kraftstoffs finden in Bochum kontinuierlich statt. Die Gebäude der zum britischen Ölmulti BP gehörenden Aral Forschung versprühen den Charme der 60er-Jahre; damals nahm das Kraftstoffzentrum seine Arbeit auf. Heute würde aber niemand hinter den einfachen, beige-grauen Fassaden Hightech-Anwendungen vermuten.

Doch genau die stecken drin. „Seit vielen Jahren ist hier ein Hochtechnologie-Standort“, erklärt Peter Sauermann, Leiter der Kraftstoffforschung von Aral. Geprüft werden in Bochum, einem der weltweit fünf Forschungszentren von BP, die Qualität, Belastbarkeit und Optimierung der Kraftstoffe. Das Forschungslabor ist dazu mit neuester Analysetechnik ausgestattet. Dazu gehören ein Laser- und Rasterelektronenmikroskop ebenso wie eine „Mini-Raffinerie“; die Pilotanlage kann täglich bis zu fünf Liter Sprit für Testzwecke herstellen.

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