Arcelor-Mittal: Stahlriese kehrt in Gewinnzone zurück

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Arcelor-Mittal
Stahlriese kehrt in Gewinnzone zurück

Der Verfall der Stahlpreise hat der Branche schwer zu schaffen gemacht. Nun geht es wieder aufwärts. Der weltgrößte Stahlhersteller schreibt erstmals nach vier Verlustjahren schwarze Zahlen.
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LuxemburgDer weltgrößte Stahlhersteller Arcelor-Mittal profitiert von der Erholung der Stahlpreise. Nach vier Verlustjahren in Folge verdiente der Thyssen-Krupp-Rivale im vergangenen Jahr 1,8 Milliarden US-Dollar (1,7 Milliarden Euro). „2016 war ein Jahr des Fortschritts für Arcelor-Mittal, geprägt von einem sich bessernden Marktumfeld“, sagte Konzernchef Lakshmi Mittal am Freitag in Luxemburg. 2015 war noch ein Verlust von 7,9 Milliarden Dollar angefallen.

Mittal zeigte sich auch fürs laufende Jahr hoffnungsvoll: „Wir sind mit Rückenwind ins Jahr 2017 gestartet.“ Die gestiegene Zuversicht spiegele sich auch in der Entscheidung wider, die Investitionen hochzufahren. Die Erholung geschehe aber von einer niedrigen Basis aus, warnte Mittal. Es gebe weiterhin Überkapazitäten und Marktverzerrungen. Er verwies dabei auf Chinas Stahlindustrie, die den Herstellern in den Industrieländern seit langem ein Dorn im Auge ist.

Sorgen, dass eine protektionistische Politik der neuen US-Regierung unter Präsident Donald Trump den Stahlhersteller ausbremsen könnte, zeigte Mittal nicht: Arcelor-Mittal bediene das US-Geschäft aus den USA heraus. Der Konzern hat mehr als zwei Dutzend Standorte im Land, darunter Stahlwerke und Minen.

Gigantische Abschreibungen wegen des Preisverfalls bei Stahl und dessen Rohstoffen hatten das Unternehmen im Jahr 2015 schwer belastet. Arcelor-Mittal kämpft dagegen mit Einsparungen an. Der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) kletterte von 5,2 Milliarden auf annähernd 6,3 Milliarden Dollar.

Dagegen schrumpfte der Umsatz wegen eines niedrigeren Absatzes von Stahl und insbesondere Eisenerz um knapp 11 Prozent auf 56,8 Milliarden Dollar, wobei sich der Rückgang im letzten Jahresviertel deutlich verlangsamte.

Die Lage in der Stahlindustrie hat sich entspannt, seitdem die wichtige chinesische Wirtschaft wieder runder läuft. Zudem gibt es in den USA und Europa Bestrebungen, die Märkte vor chinesischen Stahlimporten zu schützen – so wurden erste Einfuhrzölle erhoben. Die Hersteller in den Industrieländern werfen den Chinesen seit geraumer Zeit vor, Preisdumping zu betreiben.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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