Energie

ArcelorMittal
Stahlriese senkt Erwartungen an 2013

Das verlangsamende Wachstum in China und die Rezession in Europa drücken auch die Erwartungen des Stahlriesen ArcelorMittal. Der weltgrößte Stahlkonzern senkt seine Gewinnprognose für 2013.
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BrüsselDie schwache Nachfrage in Europa und den USA lässt beim Stahlriesen ArcelorMittal die Alarmglocken schrillen. Der Weltmarktführer senkte seinen Gewinnausblick für 2013 und korrigierte auch die Prognose für seine beiden Hauptmärkte nach unten. Der Betriebsgewinn (Ebitda) werde sich 2013 auf mehr als 6,5 Milliarden Dollar belaufen, teilte ArcelorMittal am Donnerstag mit. Bisher war der Konzern davon ausgegangen, das Vorjahresergebnis von 7,1 Milliarden Dollar übertreffen zu können. Doch die Branche ächzt unter der Flaute im rezessionsgeplagten Europa. Auf Besserung macht sich der stark von Europa abhängige Konzern vorerst keine Hoffnungen: Der europäische Markt werde 2013 um bis zu 2,5 Prozent schrumpfen.

Die Entwicklung auf den Weltmärkten trifft ArcelorMittal nach eigenen Angaben besonders hart. In der ersten Jahreshälfte habe der Stahlbedarf in den USA um 5,6 Prozent und in der EU um 5,7 Prozent abgenommen, sagte Finanzvorstand Aditya Mittal. In dem bisherigen Boom-Land Brasilien gebe es nur noch Wachstumsraten von 0,3 Prozent. "Das sind unsere Kernmärkte", sagte Mittal. In China, wo das Unternehmen nicht stark vertreten sei, wachse der Markt um 8,5 Prozent.

Besserung in Europa und den USA ist ArcelorMittal zufolge nicht in Sicht. Vielmehr korrigierte das Unternehmen die eigenen Prognosen für diese Regionen nach unten: Der europäische Markt schrumpfe 2013 zwischen 1,5 und 2,5 Prozent, der US-Markt stagniere oder lege maximal ein Prozent zu. Bisher hatte der Konzern in den USA mit zwei bis drei Prozent Wachstum und in Europa mit einem Rückgang von nur einem halben bis einem Prozent kalkuliert. Europa sei die einzige Region, wo die Nachfrage noch weiter zurückgehe. Weltweit werde sie dagegen um drei Prozent anziehen. Aus ArcelorMittal-Werken kommen sechs bis sieben Prozent der weltweiten Stahlproduktion. Das Unternehmen verkaufte 45 Prozent seines Stahls 2013 nach Europa.

Im zweiten Quartal 2013 verfehlte ArcelorMittal mit einem operativen Gewinn von 1,7 Milliarden Dollar die Erwartungen der Analysten (1,75 Milliarden Dollar) und musste sich mit rund einem Drittel weniger begnügen als noch ein Jahr zuvor. Das zweite Halbjahr werde auf bereinigter Basis aber eine klare Verbesserung im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bringen. Noch optimistischer für das zweite Halbjahr gibt sich der Branchenzweite Nippon Steel & Sumitomo. Die Japaner erwarten dank der ultralockeren Geldpolitik in ihrem Land und der staatlicher Konjunkturspritzen einen Gewinnsprung, wie sie am Vortag mitteilten.

ArcelorMittal-Aktien gaben an der Amsterdamer Börse rund zwei Prozent nach. Sie bremsten auch vorübergehend deutsche Stahlwerte aus. Später notierten ThyssenKrupp -Papiere in Frankfurt aber 2,2 Prozent im Plus, Salzgitter -Anteilsscheine traten auf der Stelle. ThyssenKrupp legt am 13. August Zahlen vor.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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