Energie

Areva verkauft Adwen

Atomkonzern macht Schluss mit Windkraft

Gamesa übernimmt, Areva steigt aus: Der Atomkonzern trennt sich von seinen Anteilen am Windkraft-Konzern Adwen. Indirekt steigt so ein deutsches Unternehmen zum weltgrößten Hersteller von Windkraft-Anlagen auf.
Im Juni übernahm Siemens den spanischen Windkraft-Konzern Gamesa. Mit der Übernahme des Partnerprojekts Adwen mit Areva steigt Siemens zum größten Hersteller von Windkraft-Anlagen weltweit auf. Quelle: dpa
Adwen geht indirekt an Siemens

Im Juni übernahm Siemens den spanischen Windkraft-Konzern Gamesa. Mit der Übernahme des Partnerprojekts Adwen mit Areva steigt Siemens zum größten Hersteller von Windkraft-Anlagen weltweit auf.

(Foto: dpa)

ParisDer französische Atomkonzern Areva steigt aus dem Windkraftgeschäft aus. Der Anteil an dem Gemeinschaftsunternehmen Adwen solle an den spanischen Windkraft-Partner Gamesa verkauft werden, teilte Areva am Donnerstag in Paris nach einer Verwaltungsratsitzung mit. Damit geht der Anteil indirekt an den Elektrokonzern Siemens, der im Juni für gut eine Milliarde Euro die Mehrheit an Gamesa übernommen hatte.

Siemens hatte sich mit Gamesa auf eine Zusammenlegung der Windkraftsparten verständigt und steigt damit zum weltweit größten Hersteller von Windkraft-Anlagen auf. Als Knackpunkt des Deals hatte das komplizierte Beteiligungsgeflecht um Gamesa gegolten. Der Elektrokonzern erklärte dazu am Donnerstag lediglich: „Wir freuen uns, dass jetzt Klarheit über die Beteiligungsverhältnisse bei Adwen herrscht. Wir sind überzeugt, dass diese Entscheidung im besten Interesse von allen Beteiligten und insbesondere der Adwen-Kunden ist.“ Zu weiteren Details machte der Konzern keine Angaben.

Die größten Windkraft-Konzerne der Welt
Platz 14: XEMC (China)
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Nirgendwo auf der Welt werden jährlich mehr Windräder ans Stromnetz angeschlossen als in China. Zu den größten Profiteuren dieses fernöstlichen Grünstrom-Booms zählt XEMC. Der chinesische Elektrokonzern hat im Jahr 2009 die niederländische Energiefirma Darwind gekauft und sich so wertvolles Know-how für die Herstellung von Windturbinen und Rotorblättern gesichert, den wichtigsten Komponenten von Windenergieanlagen. Nach Berechnungen der Marktforschungsfirma FTI Intelligence brachte es XEMC 2016 auf einem Marktanteil von 2,2 Prozent.

Marktanteil 2,2 Prozent.  

Platz 13: Dongfang (China)
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Der chinesische Staatskonzern Dongfang stellt Schiffe, Lokomotiven und Gasturbinen her. Zu einem immer einträglicheren Geschäft werden aber auch die Windräder, die das Unternehmen aus der Provinz Sichuan fertigt.

Marktanteil: 2,2 Prozent.

Platz 12: Senvion (Deutschland)
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Deutschlands viertgrößter Windkraftkonzern Senvion rangiert global gesehen nur noch auf Platz 12. Die Hamburger kämpfen derzeit mit schwindenden Aufträgen, bröckelnden Marktanteilen und sinkenden Umsätzen. Nach einer Konsolidierungsphase soll der Erlös bis 2019 aber auf 2,6 Milliarden Euro in die Höhe schnellen. Damit die Konkurrenz Senvion in der Zwischenzeit nicht völlig enteilt, streicht der Konzern Hunderte Stellen und investiert in neue Produkte.

Marktanteil: 2,5 Prozent.

Platz 12: Sewind (China)
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Die Windkraftsparte des chinesischen Staatskonzerns Shanghai Electric produziert in zwei Fabriken jährlich mehr als 3.000 Windräder. Besonders erfolgreich ist das Unternehmen mit seinen Anlagen auf hoher See. Im Segment Offshore-Wind zählt Sewind zu den drei größten Herstellern weltweit. In Deutschland sind die Chinesen zudem am Maschinenbauer Manz AG beteiligt.

Marktanteil: 3,0 Prozent.  

Platz 10: CSIC Haizhuang (China)
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Unter den 14 führenden Windkraftkonzern der Welt befinden sich gleich acht Unternehmen aus China. Der Grund ist simpel: Im Reich der Mitte wurden alleine 2016 mehr als 40 Prozent der weltweit neu installierten Windräder ans Stromnetz angeschlossen. Ausländische Firmen kommen in China kaum zum Zug, der Markt ist weitgehend abgeschottet. Dieser Heimatbonus beflügelt Konzerne wie CSIC Haizhuang – sie prägen verstärkt den Weltmarkt.

Marktanteil: 3,2 Prozent.

Platz 9: Mingyang (China)
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Chinas viertgrößter Windkraftkonzern will sich vom Maschinenbauer zum Service-Unternehmen wandeln. Zwar soll die Produktion von Turbinen, Gondeln und Rotorblättern weiterhin eine wesentliche Säule des Geschäfts bleiben, aber die Wartung und Instandhaltung von Windrädern verspricht höhere Renditen.

Marktanteil: 3,5 Prozent.

Platz 8: Envision (China)
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Lei Zhang ist das Enfant terrible der Windenergieindustrie. Der Chef von Envision bezeichnet sein Unternehmen gerne als das „Apple der Energiewelt“. Statt wie die Konkurrenz lediglich „dumme“ Windräder herzustellen, will Zhang künftig mit einer offenen Plattform Geld verdienen, die Angebot und Nachfrage im Energiemarkt synchronisiert. Schwankende Solar- und Windenergie will er im großen Stil mit Stromspeichern, Elektroautos oder Industrieanlagen koppeln und auf lange Sicht mit dem smarten Steuern von Energieflüssen Milliarden verdienen. Zumindest ein paar Jahre lang dürfte der Verkauf von Windmühlen aber noch das Kerngeschäft von Envision bleiben. Anders als die Wettbewerber lässt Envision aber die Anlagen von Subunternehmen fertigen. Damit braucht der Konzern fast zwanzig Mal weniger Fixangestellte als die Branchenführer. Nur das Design und die Patente gehören Envision. „Wie bei Apple“, meint Unternehmenschef Zhang.

Marktanteil: 3,5 Prozent.

In Medienberichten war zuvor von einem Kaufpreis von rund 60 Millionen Euro die Rede. Spekuliert worden war auch, dass der Deal die europäischen Wettbewerbshüter auf den Plan rufen könnte. Dazu hieß es aus Industriekreisen, es sei davon auszugehen, dass der Zusammenschluss keine erheblichen Auswirkungen auf den Wettbewerb im Offshore-Bereich haben werde. „Obwohl die Anzahl von Akteuren im Offshore-Segment begrenzt ist, besteht unter diesen ein harter Wettbewerb, so dass die Bietermärkte bereits heute sehr effektiv sind.“

  • dpa
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