Aserbaidschan: Nabucco steht vor großem Gasdeal

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Aserbaidschan
Nabucco steht vor großem Gasdeal

Gemeinsam mit den großen Förderfirmen will das Pipeline-Konsortium Nabucco schon bald Gas aus Aserbaidschan nach Europa transportieren. Nun steht nur noch ein Konkurrent dem Milliardengeschäft im Weg.
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SofiaDas Pipeline-Konsortium Nabucco ist dem erhofften Zuschlag für Gas aus Aserbaidschan einen Schritt näher gekommen. Am Donnerstag einigten sich die Nabucco-Partner mit den Gasförderfirmen auf eine gemeinsame Finanzierung und die Anteilsverteilung für das Vorhaben. Die Förderfirmen - Schwergewichte wie BP, Statoil, Socar, Total und Eni - könnten sich mit 50 Prozent an der Pipeline beteiligen, sagte Nabucco-Manager Hans-Peter Floren am Donnerstag. Voraussetzung dafür sei jedoch, dass die Röhre auch tatsächlich den Zuschlag für die umfangreichen Gasreserven aus Aserbaidschan bekommt. Unterschrieben werden soll das Abkommen in den nächsten Wochen in Wien.

Damit macht Nabucco Boden auf das Konkurrenzprojekt TAP gut, das bereits im vergangenen August mit den Förderfirmen einen möglichen Einstieg von ebenfalls bis zu 50 Prozent ausgehandelt hat. Ein solcher Vertrag gilt als wichtiger Schritt im Rennen um den Zuschlag für den Transport des Gases nach Europa. Eine Entscheidung welche der beiden Röhren zum Zug kommt, wird früheren Angaben zufolge bis zur Jahresmitte erwartet.

OMV-Chef Gerhard Roiss zeigte sich zufrieden. "Ich begrüße diesen bedeutenden Schritt vorwärts", sagte er. Die Gasförderfirmen würden sich ab sofort an der Entwicklung der Röhre beteiligen.

Europa will sich mit dem Gas aus Aserbaidschan unabhängiger von russischem Erdgas machen. Das Shah-Deniz-Konsortium erschließt dort ein riesiges Gasfeld und hat nach einer jahrelangen Vorausscheidung TAP und Nabucco als Finalisten unter mehreren Pipelineprojekten ausgewählt.

An Nabucco sind die österreichische OMV, die ungarische MOL, die türkische Botas, BEH aus Bulgarien und die rumänische Transgaz beteiligt. Der deutsche Energiekonzern RWE will aus dem Konsortium aussteigen.

Die Pläne für die nach einer Verdi-Oper benannten Röhre wurden vergangenes Jahr bereits deutlich eingedampft: Sie soll nun nicht mehr von Aserbaidschan bis nach Österreich reichen, sondern erst an der türkisch-bulgarischen Grenze beginnen. Das restliche Teilstück bis zu den Gasfeldern in kaspischen Raum wird durch die geplante Tanap-Röhre überbrückt. Dieses verkürzte Projekt läuft nun unter dem Namen "Nabucco West". An der Konkurrenzröhre TAP, die durch Albanien und Griechenland nach Italien führen soll, sind die Schweizer EGL und die norwegische Statoil mit je 42,5 Prozent beteiligt. Die verbleibenden 15 Prozent hält E.ON Ruhrgas.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Aserbaidschan: Nabucco steht vor großem Gasdeal"

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  • Und noch ein unwirtschaftliches Projekt, das Subventionierung der EU bekommt. Wir haben´s ja...

  • Danke für die Korrektur.

  • "Nabucco steht vor großen Gasdeal". Handelsblatt überzeugt mit guten Deutsch. Soll nach dem Genitiv jetzt auch noch der Dativ getötet werden?

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