Energie

Bard Offshore 1
Rätsel um Defekt in deutschem Meereswindpark

Seit März ist der größte deutsche Meereswindpark „Bard Offshore 1“ abgeschaltet und der Netzbetreiber auf Fehlersuche. Die sollte Ende August abgeschlossen sein – doch immer noch gibt es keine Ergebnisse.
  • 1

Borkum/LehrteDer größte deutsche Meereswindpark kommt nach einer Pannenserie nicht in Schwung. Im Windpark „Bard Offshore 1“ - 100 Kilometer vor der Nordseeküste - stehen die 80 Windräder seit Monaten still und liefern keinen Strom ans Festland. Im März hatte ein Schwelbrand eine zentrale Anlage des Windparks beschädigt.

Danach plagten Probleme mit Überspannungen das Kabelnetz und führten schließlich zur Abschaltung. Die Fehlersuche sollte im August abgeschlossen sein, doch noch immer liegt keine genaue Analyse vor.

Der Netzbetreiber Tennet rechnet erst zum Monatsende mit dem Abschluss der Reparaturen und der Wiederinbetriebnahme. Was genau die Ursache der Abschaltungen war, lassen Tennet und der Betreiber Ocean Breeze sowie der Elektronikkonzern ABB seit Wochen von einer Task Force prüfen. Nach mehreren Tests und Studien will sich Tennet aber noch nicht zu einem Ergebnis äußern. „Wir warten ab, bis wir ganz klare Aussagen haben“, sagte Sprecher Mathias Fischer am Mittwoch.

Sicher ist bislang nur, dass sogenannte Oberschwingungen zu Schwankungen im Netz geführt haben. Nach Betreiberangaben wurde dadurch ein Filter an der Umspannstation Borwin 1 von Tennet überlastet. Die Reparatur soll Ende September abgeschlossen sein.

Umspann- oder Konverterstationen sind die Herzstücke eines Offshore-Windparks. Auf diesen Bohrinseln ähnlichen Plattformen wird die von den Windrädern erzeugte Wechselspannung in Gleichstrom umgewandelt und durch Seekabel zum Festland geleitet.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Bard Offshore 1: Rätsel um Defekt in deutschem Meereswindpark"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Grau, grau ist alle Theorie. Im praktischen Leben gibt es eben immer wieder unvorhergesehene Probleme. Bei den Offshore-Windparks muss man dann raus auf's unwirtliche Meer. Es gehört schon eine gewaltige Portion Optimismus/Dummheit dazu, die Energieversorgung dorthin zu verlegen, wo es eh weit weg ist von den Stromverbrauchern, wo es oft stürmt, wo Salzwasser alles zerfrisst usw. usw. Und wofür? Im Vergleich zu einem normalen Kraftwerk liefern solche riesigen Windparks nur wenig und noch dazu unbeständige Energie. Aber die Grüne Ideologie überwindet alles - aber eben nur im Traum und nicht in der Realität.


Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%