Energie

Barrick Gold
Größter Goldförderer macht Minen dicht

Der fallende Goldpreis trifft Bergbaukonzerne wie Barrick Gold. Der weltgrößte Förderer des Edelmetalls kappt nach hohen Abschreibungen und Milliardenverlusten die Produktion – und will Minen stilllegen oder verkaufen.
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DüsseldorfDer weltgrößte Goldförderer Barrick Gold will die Produktion in 12 seiner 27 Minen drosseln oder die Förderstätten ganz verkaufen. Der kanadische Konzern hat im zweiten Quartal einen Verlust von 8,6 Milliarden Dollar angehäuft. Grund hierfür sind drastische Wertberichtigungen auf Minen und Förderanlagen.

Das Unternehmen mit Hauptsitz in Toronto schreibt insgesamt 8,7 Milliarden Dollar ab, vor allem wegen Verzögerungen beim Ausbau der Pascua-Lama-Mine in den Anden. Zudem kappt der Goldförderer die Dividendenauschüttung um drei Viertel und streicht die Zahl der Stellen in der Verwaltung um 30 Prozent zusammen.

„Wenn wir eine ganze Reihe von Minen haben, mit denen wir beim derzeitigen Goldpreis kein Geld verdienen, dann müssen wir das angehen“, sagt Vorstandschef Jamie Sokalsky. „Und das bedeutet ein geringes Produktionsvolumen.“ Barrick Gold ist damit ein weiterer Bergbaukonzern, der wegen des schwachen Goldpreises und gestiegener Kosten die Produktion herunterfahren und den Wert seiner Förderprojekte deutlich nach unten korrigieren muss.

Der Goldpreis ist in den vergangenen Wochen und Monaten gefallen. Am Freitag gab der Kurs nach überraschend guten US-Konjunkturdaten noch einmal deutlich nach und rutschte unter die Marke von 1300 Dollar, erholte sich dann aber wieder. Barrick Gold betreibt weltweit Goldminen, von Peru bis Papua Neuguinea. Einige der Bergwerke fördern Gold zu Kosten von 1000 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm). Die Gewinnmarge der Kanadier ist damit dramatisch geschrumpft.

„Wir sind bereit, harte Entscheidungen zu fällen“, sagte Sokalsky. Die Produktion in Minen, die nicht mehr profitabel arbeiten, solle entweder heruntergefahren oder aufgegeben werden. Auch ein Verkauf ganzer Bergwerke stehe zur Diskussion. Auf die zwölf Minen, die überprüft werden, entfällt ein Viertel der gesamten Fördermenge von Barrick.

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Größter Goldförderer macht Minen dicht

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Konzerne müssen dringend Kosten kappen

Kommentare zu " Barrick Gold: Größter Goldförderer macht Minen dicht"

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  • Klingt logisch! Danke danielw.

  • Der Zusammenhang ist ganz normal im Rohstoffgeschäft - man baut natürlich zuerst die reichhaltigen und günstigen Vorkommen ab.

    Heute gibt es schlicht und einfach kaum mehr solche Vorkommen - statt mit "Spitzhacke" muss man heute schon eher mit absolutem Hightech Bergbau ran - Südafrika meine ich muss man bereits 5000 Meter schon in die Tiefe - darüber gibts dort fast nichts mehr.

    Und die Kosten steigen nicht linear sondern exponentiell je tiefer man geht.

    Die 300 USD Minen sind leer und da die niemand mit neuem Gold auffüllt wird man auch nie mehr dafür abbauen können - es sei denn es gäbe irgendeine technische Sensation wie "Fracking"

  • Vor 10 Jahren lag der Preis für die Unze noch bei ~300 Dollar. Waren die Bergwerke denn da profitabel? Jetzt brauchen sie >1000 Dollar? Kann mir jemand die Zusammenhänge / Veränderungen erklären?

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