Energie

BASF-Tochter
Wintershall und Gazprom besiegeln „Deal mit Signalwirkung“

Wintershall-Chef Mehren setzt mit einem milliardenschweren Asset-Tausch mit Gazprom ein Zeichen in frostigen Zeiten. Kritiker fürchten, dass sich die Abhängigkeit Europas vom russischen Gas dadurch vergrößert.

DüsseldorfDie BASF-Tochter Wintershall und der weltgrößte Gasproduzenten Gazprom arbeiten seit einem Vierteljahrhundert eng zusammen. Deshalb hatte es eine große Signalwirkung als selbst diese beiden Partner Ende vergangenen Jahres auf dem Höhepunkt der Ukraine-Krise ein lange geplantes Geschäft kurz vor dem Abschluss noch aussetzten.

Jetzt wird die Transaktion, ein umfangreicher Asset-Tausch aber doch noch besiegelt - und nach den Worten von Wintershall-Chef Mario Mehren soll auch dieser Schritt eine politische Stahlkraft haben: „Wir setzen ein Zeichen für Kontinuität in der Zusammenarbeit. Gerade in politisch schwierigen Zeiten müssen wir Brücken bauen – nicht noch mehr Brücken abreißen“, sagte er am Wochenende dem Handelsblatt: „Wir gehen davon aus, dass diese Entscheidung als Zeichen des gegenseitigen Vertrauens und der Kooperation eine Signalwirkung entfalten kann.“

Die Russen werden bis Ende des Jahres den 50-Prozent Anteil von Wintershall am bisherigen Joint-Venture Wingas übernehmen. Der Gasgroßhändler vertreibt russisches Gas in Westeuropa und betreibt Gasspeicher. Im Gegenzug bekommt Wintershall stärken Zugang zur Gasförderung in Sibirien. Das Joint-Venture Achimgaz, das die beiden Partner in Westsibirien betreiben, wird ausgeweitet.

Gazprom und Wintershall hatten das Geschäft 2013 beschlossen. Ende 2014 als alle Genehmigungen vorlagen und der Abschluss unmittelbar bevor stand, wurde das Geschäft aber kurzfristig und überraschend wieder abgesagt. Damals war die Ukraine-Krise auf dem Höhepunkt. Gazprom-Chef Alexei Miller hatte vom Kreml offenbar eine härtere Gangart gegenüber dem Westen diktiert bekommen und sah ein noch größeres Engagement im europäischen Gashandel als nicht opportun an.

Nur kurz zuvor hatte er schon die geplante Pipeline South Stream, die durch das Schwarze Meer führen sollte, überraschend abgesagt und damit seine westlichen Partner, darunter BASF, brüskiert. Gleichzeitig verkündete Miller sogar eine Strategiewechsel. Europa habe keine Priorität mehr, sagte er. Gazprom wolle sich verstärkt anderen Märkten zu wenden. Beim Partner BASF und seiner Tochter Wintershall war man sichtlich irritiert.

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Kritiker befürchten Nachteile für den Westen

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