Energie

BASF-Tochter Wintershall will Öl- und Gasproduktion deutlich ausbauen

Wintershall will trotz des gefallenen Ölpreises ihre Förderung in den kommenden Jahren deutlich ausbauen. Dabei setzt die BASF-Tochter nicht nur auf Russland, sondern auch auf Norwegen und Argentinien.
Update: 19.03.2015 - 14:02 Uhr Kommentieren
Wintershall hat sich bei der Produktion 2014 ins Zeug gelegt und doch die Ziele verpasst – wie geht es 2015 weiter? Die Frage treibt das Management um. Quelle: dpa
Wintershall - Dampfluftanlage in Emlichheim

Wintershall hat sich bei der Produktion 2014 ins Zeug gelegt und doch die Ziele verpasst – wie geht es 2015 weiter? Die Frage treibt das Management um.

(Foto: dpa)

KasselDie BASF-Tochter Wintershall will trotz des gefallenen Ölpreises ihre Förderung in den kommenden Jahren deutlich ausbauen. Die Produktion von Öl und Gas solle bis 2018 auf 190 Millionen von zuletzt 136 Millionen Barrel Öläquivalent (boe) steigen, kündigte das Kasseler Unternehmen am Donnerstag an. „Wintershall verfolgt vielversprechende Projekte“, sagte Konzernchef Rainer Seele. Dabei setze das Unternehmen nicht nur auf Russland, sondern auch auf Norwegen und Argentinien. Für 2015 erwartet Wintershall allerdings wegen des niedrigen Ölpreises erhebliche Einbußen.

So werde das Ergebnis vor Zinsen, Steuern (Ebit) und Sondereinflüssen deutlich geringer als im Vorjahr ausfallen, erläuterte Seele. Beim Umsatz rechne er mit einem leichten Rückgang. Im vergangenen Jahr hatte Wintershall beim Ebit bereits ein Minus von drei Prozent auf 1,8 Milliarden Euro verbucht. Die Erlöse waren allerdings noch um zwei Prozent auf gut 15 Milliarden Euro gestiegen. Wintershall steuert rund ein Fünftel zum operativen Ergebnis der Mutter BASF bei.

Welche Multis den Ölmarkt dominieren
Waves crash over the conical drilling unit Kulluk where it sits aground on the southeast side of Sitkalidak Island, Alaska
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Stürmische Zeiten: Trotz der weltweiten Wirtschaftsflaute fahren die größten Ölkonzerne der Welt satte Gewinne ein. Der Energie-Informationsdienst Oilandgasiq hat die zehn größten Öl- und Gaskonzerne nach dem täglichen Fördervolumen zusammengestellt.

Stand: Mai 2013

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Platz 10: Kuwait Petroleum Corporation (KPC)

Den letzten Rang unter den Top-10 Ölkonzernen der Welt erreicht der staatliche Ölförderer von Kuwait. Die Kuwait Petroleum Corporation ging aus der Anglo-Persian Oil (heute BP) und Gulf Oil (heute Chevron) hervor. Die Kuwaitis beschäftigen 15.800 Menschen und fördern 3,2 Millionen Fass Öl am Tag. Ein Fass oder Barrel entspricht rund 159 Litern. Im Golfkrieg in den 1990ern setzten irakischen Streitkräfte mehr als 700 kuwaitische Ölquellen in Brand.

Pump jacks are seen in the Midway Sunset oilfield in this file photo
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Platz 9: Chevron

Die Wurzeln des drittgrößten Unternehmens der USA reichen bis 1879 zurück, als die Pacific Coast Oil Company gegründet wurde. Später schluckte Standard Oil das Unternehmen und nannte es SoCal. 1984 schlossen sich dann SoCal und Gulf Oil unter dem Namen Chevron zusammen. Die Kalifornier fördern 3,5 Millionen Barrel am Tag. Rund 62.000 Menschen arbeiten weltweit für den Konzern.

The "Lolair" drilling platform from state oil monopoly Petroleos Mexicanos (PEMEX) is seen off the port of Veracruz, Mexico
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Platz 8: Pemex

Mexiko verstaatlichte 1938 die gesamte Ölindustrie. Heute gilt der Energieriese als eines der größten Unternehmen Lateinamerikas und größter Steuerzahler Mexikos. Die 138.000 Mitarbeiter fördern 3,6 Millionen Fass Öl am Tag.

An old Shell logo is seen on a vintage fuel wagon at a railway station in the town of Naumburg
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Platz 7: Royal Dutch Shell

Der siebtgrößte Ölförderer der Welt entstand 1907 aus dem Zusammenschluss einer niederländischen und einer britischen Firma. Der weltweit bekannte Konzern setzte sich 2012 mit einer Marktkapitalisierung von 140 Milliarden Dollar an die Spitze des britischen Leitindex FTSE. Mit 87.000 Angestellten fördert der Multi 3,9 Millionen Barrel Öl am Tag.

Gulf Oil Spill-Settlement
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Platz 6: BP

Auf eine lange Historie blickt auch British Petroleum, kurz BP, zurück. Die Burmah Oil Company ging 1909 in der Anglo-Persian Oil Company auf, die später zur Anglo Iranian Oil und schließlich zu BP wurde. Einen schweren Schlag erhielt der Konzern, als eine Explosion auf der Plattform Deepwater Horizon 2010 mehrere Arbeiter töte. Das auslaufende Öl verseuchte den Golf von Mexiko und richtete eine der größten Umweltkatastrophen an. Der Konzern wurde zu Milliardenstrafen und Entschädigungen verurteilt. Weitere Prozesse laufen.

BP beschäftigt 85.700 Menschen und fördert 4,1 Millionen Fass Öl am Tag.

A oil field worker works at a well head in PetroChina's Daqing oil field in China's northeastern Heilongjiang province
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Platz 5: Petrochina

Den fünften Rang unter den größten Energiekonzernen der Welt hat Chinas Petrochina erobert. Die Karriere des erst 1999 gegründeten Unternehmens ist steil. Der staatseigene Konzern fördert mit 550.000 Arbeitern 4,4 Millionen Barrel.

Der Ölpreis ist seit dem Sommer vergangenen Jahres auf 55 Dollar von 115 Dollar pro Barrel abgestürzt. Seele will sich davon aber nicht abschrecken lassen. „Wintershall wird in den kommenden fünf Jahren gut vier Milliarden Euro in den Ausbau ihrer Öl- und Gasaktivitäten investieren.“ Das Unternehmen setze auch künftig auf die Zusammenarbeit mit dem russischen Gazprom-Konzern. „Unsere erfolgreichen Joint Ventures in Westeuropa und Russland werden wir erfolgreichen fortsetzen. Auch wenn die politischen Rahmenbedingungen schwierig sind.“

Im Dezember war ein geplanter Milliardendeal zwischen Wintershall und Gazprom gescheitert. Ein zum Jahresende 2014 geplanter Anteilstausch wurde „aufgrund des schwierigen politischen Umfelds“ abgeblasen. Wintershall hatte das hiesige Gashandels- und Gasspeichergeschäft vollständig an Gazprom abgeben wollen. Im Gegenzug sollten die Deutschen mehr Anteile an großen Erdgasfeldern in Sibirien erhalten.

Handelsblatt Energie Briefing
  • dpa
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