Energie

BASF-Tochter
Wintershall zieht sich aus Katar zurück

2013 meldete die BASF-Tochter Wintershall nach 40 Jahren erstmals einen neuen Gas-Fund im Emirat Katar. Doch das Feld kann nicht ausgebeutet werden – zumindest nicht ohne die Unterstützung der Katarer Regierung.
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FrankfurtDer Öl- und Gaskonzern Wintershall zieht einen Schlussstrich unter seine Aktivitäten in Katar. Diese würden eingestellt, da die wirtschaftliche Entwicklung des dort 2013 entdeckten Erdgasvorkommen nicht möglich sei, teilte die BASF -Tochter am Mittwoch mit. Die Konzession werde zurückgegeben, das Büro von Wintershall mit rund 20 Mitarbeitern in der Hauptstadt Doha geschlossen.

„Bei der Projektplanung war uns und unseren Partnern stets bewusst, dass eine wirtschaftliche Entwicklung des Fundes inklusive Aufbereitung und Weiterverarbeitung des geförderten Erdgases nur dann möglich sein würde, wenn wir Zugang zur lokalen Infrastruktur erhalten. Dieser Zugang wurde nicht gewährt“, erklärte Wintershall-Vorstand Martin Bachmann.

Zu den Gründen, warum Wintershall der Zugang zur lokalen Infrastruktur durch Qatar Petroleum nicht gewährt wurde, konnte ein Sprecher keine Angaben machen. Weitere Aktivitäten von Wintershall im Nahen Osten seien von dem Rückzug aus Katar nicht betroffen. Der Öl- und Gaskonzern konzentriere sich derzeit auf die Vereinigten Arabischen Emirate. „Außerdem verfolgen wir intensiv die Entwicklung in anderen Ländern der Region“, sagte Bachmann.

Wintershall hat nach eigenen Angaben in den vergangenen Jahrzehnten insgesamt einen niedrigen dreistelligen Millionen-Dollar-Betrag in Katar investiert. Wegen der schwierigen Rahmenbedingungen bei dem Erdgasfund „Al Radeef“ seien bei Wintershall in den vergangenen zwei Jahren bereits Abschreibungen von rund 130 Millionen Euro angefallen.

Der Konzern hatte 2008 mit der staatlichen Qatar Petroleum einen Vertrag über die gemeinsame Exploration und Produktion abgeschlossen und im Frühjahr 2013 den Gasfund bekanntgegeben. Es handelte sich um den ersten Fund eines neuen Gasvorkommen in dem arabischen Land seit vier Jahrzehnten. Wintershall ist an dem Projekt mit 80 Prozent beteiligt, das japanische Unternehmen Mitsui Gas Development mit 20 Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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