Energie

Bergbaukonzern
Rio Tinto will sieben Milliarden Dollar einsparen

Der weltweit zweitgrößte Bergbaukonzern muss die Ärmel hochkrempeln und sieben Milliarden Dollar sparen. Die meisten Einschnitte soll es bei Kohle und Aluminium geben. Schuld sind sinkende Preise und steigende Kosten.
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Melbourne/SydneyDer Bergbaukonzern Rio Tinto will wegen gesunkener Rohstoffpreise in den kommenden zwei Jahren sieben Milliarden Dollar einsparen. Es sei bis zum kommenden Jahr und wahrscheinlich darüber hinaus wichtig, die Kosten unter Kontrolle zu bekommen, sagte Konzernchef Tom Albanese am Donnerstag vor Beginn eines Investorenseminares.

Die meisten Einschnitte würden die Bereiche Kohle und Aluminium betreffen. Rio Tinto hat wie seine Konkurrenten mit sinkenden Preisen bei zugleich steigenden Kosten und einem starken australischen Dollar zu kämpfen. Vorsichtig optimistisch zeigte sich Albanese über das Wachstum in China. Die Volksrepublik ist der größte Abnehmer von australischem Eisenerz. Die Wirtschaft der Volksrepublik wächst derzeit so langsam wie seit drei Jahren nicht mehr - das belastet die Preise.

Schon im August teilte der in London ansässige Konzern mit, dass die gesunkenen Preise für Eisenerz massiv auf die Profite drücken. So ging im ersten Halbjahr der Gewinn auf vergleichbarer Basis um 34 Prozent auf 5,2 Milliarden US-Dollar zurück.

Damals hielt der Konkurrent von Anglo-American und Xstrata trotz des Gewinnrückgangs noch daran fest, im laufenden Jahr 16 Milliarden Dollar zu investieren.

Fallende Preise und hohe Kosten machten zuletzt auch der Konkurrenz von Rio Tinto zu schaffen. Der brasilianische Wettbewerber Vale - weltgrößter Eisenerz-Produzent - hatte Ende Juli sein schlechtestes Quartalsergebnis seit zwei Jahren vorgelegt. Der operative Gewinn von Xstrata brach im ersten Halbjahr um 42 Prozent auf 2,45 Milliarden Dollar ein.

Auch der Bergbau-Gigant BHP Billiton hat wegen des ausgebremsten Wirtschaftswachstums in China einen Gewinneinbruch erlitten. Zudem stoppt der Minenkonzern im kommenden Geschäftsjahr 2013 Großprojekte im Gesamtvolumen von 68 Milliarden Dollar. Im laufenden Geschäftsjahr bis Ende Juni war der Gewinn um mehr als ein Drittel auf 15,4 Milliarden Dollar abgesackt. Mit Blick auf das schwierige Marktumfeld verschob der Bergbauriese seine geplante 20 Milliarden Dollar schwere Expansion der Kupfer- und Uranabbaustätte Olympic Dam.

 
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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