Energie

Beteiligung
Eon zieht sich aus letztem AKW-Projekt zurück

Der Energieversorger hat sich von seinem letzten Atomkraft-Projekt im Ausland verabschiedet. Eon verkaufte seine Beteiligung an der finnischen Firma Fennovoima. Künftig will Eon besonders auf Ökostrom setzen.
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Helsinki/DüsseldorfDer Energiekonzern Eon stößt sein letztes Atomkraft-Projekt im Ausland ab. Der Versorger habe seine Beteiligung an der finnischen AKW-Firma Fennovoima an das Konsortium Voimaosakeyhtiö veräußert, teilten die beteiligten Unternehmen am Freitag mit. Einen Preis für das Paket von 34 Prozent nannten sie nicht. Der hoch verschuldete Eon-Konzern dürfte aber froh sein, für das Milliardenprojekt keine Mittel aufbringen zu müssen. Eine Investitionsentscheidung für den Bau der Anlage gab es bislang auch noch nicht. Die Kosten für den Bau des Reaktors im Westen Finnlands waren auf vier bis sechs Milliarden Euro beziffert worden. Das Käuferkonsortium, an dem der Stahlriese Outokumpu beteiligt ist, hält bereits die übrigen Anteile.

Eon hatte im Herbst angekündigt, sein Paket abzustoßen. Nach Angaben von Eon Sverige zieht sich der Konzern umgehend aus dem Projekt zurück. Der Versorger wolle vor allem in seine Geschäfte in Schweden und Dänemark und dabei insbesondere in Ökostrom investieren. Eon drücken Schulden in Höhe von über 35 Milliarden Euro. Eon-Chef Johannes Teyssen will bis 2015 die Investitionen auf bis zu vier Milliarden Euro von zuletzt rund sieben Milliarden Euro drücken.

Nach dem Atomausstieg in Deutschland hatte sich Eon bereits aus den kostspieligen Plänen zum Bau neuer Atomkraftwerke in Großbritannien zurückgezogen. Eon wollte hier mit dem Essener Versorger RWE ursprünglich für rund 15 Milliarden Pfund (rund 18 Milliarden Euro) mehrere Meiler hochziehen.

Doch diese Pläne stammten ebenso wie die in Finnland aus der Zeit vor dem Reaktorunglück im japanischen Fukushima 2011. Fünf Jahre war Eon Partner in dem finnischen Projekt. Die Kosten für den Bau neuer Meiler in Europa sind in den vergangenen Jahren explodiert. Während die betagten Atomkraftwerke in Deutschland abgeschrieben sind und damit Gelddruckmaschinen gleichen, machen sich neue Meiler erst Jahre später bezahlt. Zudem gibt es beim Bau neuer Atomkraftwerke große Verzögerungen. So sollte etwa das finnische Kernkraftwerk Olkiluoto 3, an dem auch der Siemens-Konzern beteiligt ist, ursprünglich drei Milliarden Euro kosten und 2009 ans Netz gehen. Inzwischen ist die Inbetriebnahme bis 2016 verschoben worden. Die Kosten werden mittlerweile auf mindestens sechs Milliarden Euro beziffert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • 15. Februar 2013: Eon verabschiedet sich von der Zukunft.

    Warum ist Eon eigentlich so hoch verschuldet?

    Energiekonzerne schwimmen doch bekanntlich im Geld.

    Den Bürger ausgepresst und Milliarden kassiert.
    Jeder braucht Strom, niemand kann sich dem entziehen. Ist ne sichere Einnahmequelle.

    Im Geldrausch auf Milliardenschwere Einkaufstour im Ausland gegangen und letztlich nur wieder Mist gebaut.

    Firmen gekauft, mit Verlust verkauft.

    Sinnlos Geld rausgeworfen.

    Warum ist der Energiesektor nicht in staatlicher Hand?

    Warum wird nicht dem Bürger Strom zu einem geringen Pauschalpreis zur Verfügung gestellt, damit sich jeder Strom leisten kann?

    Derzeit dürfen wir noch auf den Straßen fahren und auf öffentlichen Wegen gehen. Wann kommt hier das abkassieren?

    Stadtparkbenutzung gegen Eintrittsgeld.

    Sonderabgabe auf das zweite Auto. Strafsteuer auf zusätzlichen Immobilienerwerb.

    Da werden sich findige Staatsdiener noch so einiges einfallen lassen, um die stets chronisch leeren Kassen zu füllen.

    Wo gehen die Milliarden an Steuereinnahmen hin? Wo fließt das Geld der Mineralölsteuer und der Kfz Steuer eigentlich hin? Doch sicherlich nicht in den Straßenbau, wie stets gesagt.

    Ein Großteil der Steuereinnahmen geht für Arbeit und Soziales weg. Für soziale Absicherung, Förderung und Integration - im Fachjargon: familienpolitischer und interkultureller Aufbau.

    Das hört sich doch nett und wichtig an, nicht wahr?

    Desweiteren geht ein Batzen des Geldes zur Begleichung von Zinsen drauf. Zinsen für Schulden.
    Infolge der Eurokrise haben die verschiedenen Euro-, Konjunktur- und Bankenrettungsprogramme die Staatsschulden noch einmal kräftig ansteigen lassen.

    Was für ein Strudel sich hier aufgetan hat, der sich immer schneller dreht und in seinem Sog immer stärker alles mit hinabreisst.

    Und dann bekommt man täglich von irgendwelchen Politkaspern deren dümmliches Geplapper von Erfolgen bei der Krisenbewältigung zu hören, Krisen, die diese Halunken erst verursacht haben.

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