Energie

BHP Billiton
Weltgrößter Minenkonzern künftig nickelfrei

Sinkende Rohstoffpreise vor Augen greift BHP Billiton zu einer drastischen Maßnahme. Das weltgrößte Bergbauunternehmen spaltet zahlreiche Geschäftsbereiche ab. Die Anleger überzeugt das zunächst nicht.
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MelbourneDer weltgrößte Bergbaukonzern BHP Billiton spaltet Geschäfte im Wert von geschätzten 14 Milliarden Dollar ab. Ausgegliedert werden unter anderem die Sparten für das Aluminium-, Mangan- und Nickel-Geschäft, wie BHP am Dienstag mitteilte. Damit trennt sich das australische Unternehmen von vielen Aktivitäten, die 2001 bei der Fusion mit Billiton eingekauft wurden – von Aluminiumschmelzen bis zur Energiegewinnung, von Australien bis Südafrika.

Mit dem Schritt will der seit gut einem Jahr amtierende BHP-Chef Andrew Mackenzie die Struktur des Konzerns vereinfachen. Der Fokus soll demnach auf Eisenerz, Kupfer, Kohle Erdöl und Kali - dem Kerngeschäft - liegen.

Mit der Abspaltung will das Unternehmen seine Rendite erhöhen und damit die Aktionäre überzeugen. BHP machte keine Angaben zum genauen Volumen der neuen Gesellschaft, die ihren Sitz vermutlich in Perth und Börsennotierungen in Australien sowie in Südafrika haben soll. Die Aktien gehen dabei an die BHP-Anteilseigner.

Neuer Chef soll der bisherige BHP-Finanzchef Graham Kerr werden. Bei einer Börsennotierung könnte das neue Unternehmen nach Einschätzung von CLSA Asia-Pacific Markets rund 15 Milliarden Dollar wert sein. Die Abspaltung soll in der ersten Jahreshälfte 2015 abgeschlossen werden.

Finanzexperten äußerten sich in ersten Reaktionen zurückhaltend. „Die Anleger müssen nun mit einigen Dingen fertig werden“, sagte Vermögensverwalter Tim Schroeders von Pengana Capital, „nicht nur mit dem bei BHP verbleibenden Rest des Konzerns, sondern auch mit den Aussichten für das neue Unternehmen“.

Angesichts sinkender Rohstoffpreise läuft in der gesamten Branche ein Umbauprozess. Nach Jahren des Wachstums mit dem Zukauf und der Erschließung immer neuer Förderprojekte konzentrieren sich viele Unternehmen nun auf ihre besonders aussichtsreichen Bereiche.

Das eingeleitete Sparprogramm zahlte sich bei BHP im Ende Juni abgelaufenen Geschäftsjahr bereits aus. Der um Sondereffekte bereinigte Überschuss legte verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um 10 Prozent auf 13,4 Milliarden US-Dollar zu. Unter dem Strich stand sogar ein Zuwachs von fast einem Viertel auf 13,8 Milliarden Dollar.

Trotz des Gewinnanstiegs verbilligte sich die BHP-Aktie als Schlusslicht im Londoner FTSE-100-Index um bis zu 4,8 Prozent. Das Gewinnplus im zweiten Halbjahr lag laut Händlern leicht unter den Markterwartungen. „Einige Investoren sind vermutlich auch enttäuscht, weil BHP nichts zu dem erwarteten Aktienrückkaufprogramm oder einer Sonderdividende gesagt hat“, sagte Investec-Analyst Albert Minassian in London. Die Abspaltungspläne halfen dem Kurs nicht.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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