Energie

Bosch Solar
Schließung soll verhindert werden

Nach dem Schock über den Ausstieg von Bosch aus dem Solargeschäft geht es nun um die Konsequenzen für die Beschäftigten. In Arnstadt wird nach Alternativen gesucht, in Erfurt ist ein Krisentreffen geplant.
  • 10

Arnstadt/ErfurtDie Gewerkschaft IG Metall und die Belegschaft drängen auf Alternativen für das größte Werk der Solarsparte des Bosch-Konzerns im thüringischen Arnstadt. „Wir erwarten Vorschläge des Unternehmens, wie der Standort und möglichst viele der Arbeitsplätze erhalten werden können“, sagte der zuständige Bevollmächtigte der IG Metall, Wolfgang Lemb. In dem Werk arbeiten fast 2000 Menschen.

In einer Belegschaftsversammlung am Montag forderten die Beschäftigten den Angaben zufolge, Arbeitsplätze durch den Verkauf von Werksteilen sowie die Ansiedlung anderer Produktionslinien von Bosch in Arnstadt zu erhalten. Vertreter des Managements hätten von Gesprächen mit möglichen Interessenten berichtet. Die Erfolgsaussichten seien allerdings unklar geblieben.

Bosch hatte am vergangenen Freitag seinen Ausstieg aus dem verlustreichen Solargeschäft beschlossen. Betroffen sind davon insgesamt rund 3000 Arbeitsplätze. In Arnstadt ist die Produktion von Solarsilizium, Zellen und Modulen angesiedelt, die Anfang 2014 eingestellt werden soll. Bis Ende dieses Jahres laufe die Produktion aber weiter, sagte Lemb. Nach Betriebsratsangaben wird derzeit in Arnstadt in drei Schichten gearbeitet.

Thüringens Wirtschaftsminister Matthias Machnig (SPD) hat für diesen Dienstag Vertreter der Geschäftsleitung von Bosch Solar, von Betriebsrat und IG Metall sowie Kommunalpolitiker der Region zu einem Krisentreffen nach Erfurt eingeladen. Er wolle wissen, wie sich Bosch das weitere Vorgehen vorstelle, erklärte Machnig. Es solle auch besprochen werden, was das Land Thüringen begleitend tun könne - etwa bei der Investorensuche oder der Vermittlung oder Qualifizierung der Beschäftigten.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Bosch Solar: Schließung soll verhindert werden"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Wieder eine Industrie die aus kurzfristigem Gewinndenken in Deutschland platt gemacht wird. Alle diese Produkte werden wir dann in Zukunft aus Asien beziehen.
    CDU und FDP mit den Lobby-Kraken frohlocken. Den Managern ist es egal in welchem Land produziert wird. Die Verbraucher werden aber die Zeche zahlen.

  • Schade das Bosch sich seit Monaten nicht mehr um das Solarwerk gekümmert hat es sind uns in den letzten zwei Monaten sehr viele Durchbrüche gelungen.
    Die sich enorm in den Herstellungskosten und in der Cell Leistung ausgewirkt haben.
    Alle Mitarbeiter wissen das wir als Firma noch so viel Potenzial haben das in locker 2 Jahren richtig Geld verdient wird.

  • Ja, Dank CDU und FDP wird die Entwicklung von alternativen Energien zerschlagen.
    Wie sovieles andere wird auch dieser Bereich in anderen Teilen der Welt weiterentwickelt. Das Potential ist groß, und die Lobbyisten nicht überall so einflußreich wie in Deutschland.
    Was in Deutschland bleibt sind Arbeitslose und veraltete Energiekonzerne, die noch einige Jahre dreckigen Strom produzieren, bis die Energierohstoffpreise soweit gestiegen sind, daß nichts mehr geht. Dann kaufen wir die Solarzellen aus China &Co.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%