Energie

British Gas

Energieversorger von der Insel verschenkt Strom

Die Energiewende treibt manch seltsame Blüten, doch diese ist einer der erfreulicheren. Der britische Energieversorger British Gas verschenkt demnächst Strom an seine Kunden – aber nur an Samstagen.
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Samstags kostenlos Wäsche waschen – das ist für 600.000 Menschen im Vereinigten Königreich demnächst möglich. Quelle: dpa

Samstags kostenlos Wäsche waschen – das ist für 600.000 Menschen im Vereinigten Königreich demnächst möglich.

(Foto: dpa)

DüsseldorfSamstags waschen Kunden des britischen Energieversorgers British Gas demnächst kostenlos ihre Wäsche, sie müssen weder den Strom für den Fernsehabend noch jenen für die Zubereitung des Mittagsessens bezahlen. Derzeit testet das Unternehmen in einem Pilotprojekt die neuen Tarife, ab Anfang nächsten Jahres sollen dann alle Kunden mit einem sogenannten Smart Meter, einem intelligenten Strommesser, samstags kostenlos Strom geliefert bekommen. Sie müssen sich allerdings dazu verpflichten, einen Teil ihres Stromverbrauches auf das Wochenende zu verschieben.

Das Unternehmen will so die Verbrauchszeiten seiner Kunden verschieben. Am Wochenende braucht die Industrie wesentlich weniger Strom – und in Zeiten von immer mehr erneuerbaren Energien bleiben die Energieversorger so immer öfter auf ihrem Strom sitzen. Denn Wind- und Solaranlagen können eben nicht so einfach reguliert werden wie etwa Atom- und Gaskraftwerke. Sie produzieren Strom, wenn der Wind bläst und die Sonne lacht. Private Haushalte sollen mit den neuen Tarifen einen Anreiz bekommen, etwa ihre Wäsche lieber am Wochenende zu waschen als unter der Woche und so den Verbrauchsabfall der Industrie auszugleichen.

600.000 Kunden könnten ihren Strom demnächst samstags umsonst beziehen – alle Kunden von British Gas, die ein Smart Meter installiert haben. Bisher nutzen nur einige wenige Verbraucher diese Möglichkeit innerhalb eines Testprojekts. „Die ersten Ergebnisse sind sehr positiv“, heißt es in einem Statement von British Gas für Handelsblatt Online.

Centrica, die Muttergesellschaft des Unternehmens, bietet bereits in Nordamerika einen solchen Tarif an. Der sei „sehr beliebt“ bei den Kunden, heißt es von British Gas.

Auch in Deutschland bieten einige Energieversorger Tarife an, die auf den unterschiedlichen Stromverbrauch im Tagesverlauf eingehen, wenn auch nicht so drastisch wie British Gas. Beim Düsseldorfer Stromkonzern Eon etwa zahlen einige Smart-Meter-Kunden in der Zeit von 21 bis 7 Uhr weniger für ihren Strom. Auch der Essener Konkurrent RWE hat eine solche Variante im Angebot. „Sparzeit“ ist bei RWE wochentags von 20 bis 8 Uhr und am gesamten Wochenende. Dann zahlen RWE-Kunden mit Smart Meter laut Unternehmen den günstigeren Preis von 20,4 Cent pro Kilowattstunde, in der übrigen Zeit gilt der Basispreis von 29,9 Cent pro Kilowattstunde.

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  • @Denkmal
    So ein Schwachwinn und Volksverblödung! Reine Taschenspieler-Tricks, was hier am sog. freien Strommarkt wirkt!
    Der Strom muss in einen Stromnetz immer gleich anliegen! Ein Kapazitätsmarkt heißt nichts anderes, als dass hier weiterhin die Kraftwerke (Kohle, Gas und Uran) im Hintergrund für die Grundlast sorgen!
    Ein Kapazitätsmarkt hilft nur den Erneuerbaren Energieeinspeise Abzockern! Die können durch diesen neu geschaffenen Markt die Bürger weiterhin unbehelligt abzocken. Die Lastarbeiten übernehmen weiterhin die Kraftwerke die mit Kohle, Gas oder Uran befeuert werden!

  • Der fehlenden Speicherfähigkeit steht der Kapazitätsmarkt gegenüber. Dabei geht es darum die Nachfrage in das Marktgeschehen einzubinden. Dies System der Verschiebung der Stromnachfrage hat in Amerika Tradition und verursacht geringe Kosten. Erfahrung aus dem Osten der USA mit dem dort eingeführten Kapazitätsmarkt bestätigen das. Dort stellt der Kapazitätsmarkt mittlerweile den größten Teil der Auktionen dar und führte im Lieferjahr 2012/2013 zu einer Kostenersparnis für die Konsumenten von 1.Mrd. US-Dollar. Zweifellos gilt das auch für alle anderen Bereiche mit Kühllast genauso wie bei Wärmebedarf. Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten ist es den dort lebenden Menschen gelungen, z.b. auch Kälte und Wärme als Produkt aus Sonnenstrom einzuspeichern. Neusten Meldungen nach soll dies durch einschalten des Hirns gelungen sein.
    Natürlich wird dabei die private Waschmaschine am wenigsten Auswirkung haben, stellt aber für Großverbraucher einen interessanten Weg dar.

  • Wer eine Familie hat, der wird wissen, dass die Menge an verschiebbaren häuslichen Aktivitäten begrenzt ist. Wenn Fritz morgen zum Sport muss, Maria zum Kindergeburtstag und Mama zur Tante, dann muss eben heute noch gewaschen, getrocknet und gebügelt werden.

    Wie sollen wir denn am Samstag (oder eben am Freitag morgen 3 Uhr, wenn der Wind bläst) alle in der Woche fälligen Wäschen laufen lassen? Wie bitte soll man zwei oder drei Wäschen gleichzeitig trocknen?

    Die Menge an "verschiebbarem" Elektrizitätsverbrauch wird masslos überschätzt. So kann eine "smarte" Gefriertruhe im Mittel maximal 1/6 kWh an Kälte speichern.

  • Neben NSA Bespitzelungsmethoden sind die Smartmeter eine optimale Ergänzung zum Rundumsorglospaket für die Überwachung der Bürger. Natürlich wieder unter ehrenwerten Absichten angespriesen um Energie zu sparen, schrecken sie auch nicht davor zurück, Kunden mit Gratisstrom zu ködern. (Wer weiß, was im Kleingedruckten steht und wie lange der billige Tarif dann Gültigkeit hat) Man sollte immer extrem mistrauisch sein, wenn es etwas für den "kleinen Mann" umsonst gibt, denn da steckt immer etwas Falsches hinter und geht letztendlich nach hinten los. Ist ein Smartmeter erstmal installiert, hat man sich m.E. verkauft. Welche Auswirkungen hat es auf die Gesundheit, wenn Tag und Nacht zusätzlich zu allen anderen Quellen noch das S-meter hinzukommt ? Ganz davon abgesehen, möchte ich mir nicht aufzwingen lassen, wann ich wofür Strom verwenden darf. Ich spare auch Strom dadurch, dass ich keinen Wäschetrockner, Küchenmaschine und Mikrowelle habe und auch mal von Hand spüle.

  • Das IST eine seltsame Blüte. Und sie wird noch seltsamer, wenn wir die Erneuerbaren Energien weiter ausbauen. Bei windigem Wetter müssen wir Wäsche waschen und trocknen, gleichzeitig Fernseher, Radio und Computer laufen lassen usw. Bei Windstille wird Stromverbrauch zum Luxusgut. Das sind mal richtig gute Aussichten. Da lohnt es sich doch, jedes Jahr einen zweistelligen Milliardenbetrag für Erneuerbare Energien auszugeben. Schließlich freuen sich auch die Stahl-, Beton- und Kupferproduzenten, die gigantische Mengen an uns verkaufen können, um Windräder aufzustellen und die Leitungen dafür zu verlegen. Man muss doch auch mal an die anderen denken! Außerdem können die anderen Länder endlich mal über uns lachen.

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