Energie

Chinesisches Solarunternehmen
Suntech ringt ums Überleben

Von der deutschen Solarbranche ist man Pleiten gewohnt. Nun spitzt sich auch die Lage für die chinesische Konkurrenz zu: Suntech kann seine Schulden nicht mehr bedienen. Die Chinesen sind Trikotsponsor bei Hoffenheim.
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DüsseldorfNun geht es auch bei den chinesischen Solarunternehmen ans Eingemachte. Suntech, einer der weltgrößten Produzenten für Solarmodule, meldete am Montag, dass er seine Schulden nicht mehr bedienen kann, nachdem er in Zahlungsverzug bei fälligen Anleihen in Höhe von mehr als 418 Millionen Euro gekommen war.

Die Aktie fiel an der Frankfurter Börse zeitweise um fast 16 Prozent. Suntech ist in Deutschland bekannt durch das Engagement beim Fußball-Bundesligisten TSG 1899 Hoffenheim. Die Chinesen sind Trikotsponsor beim abstiegsbedrohten Klub aus dem Kraichgau.

Das Unternehmen teilte mit, dass es mit mehr als 60 Prozent der Anleiheeigner vereinbart habe, dass diese von rechtlichen Schritten absehen, während Suntech versucht, seine Schulden umzustrukturieren. Die Strategie scheint aufzugehen: Bisher hätten das Unternehmen keine Klagen bezüglich des Zahlungsverzuges erreicht, hieß es.

„Es ist eine schwierige Zeit für unser Unternehmen und unsere Branche“, sagte Suntech-Chef David King. „Wir verhandeln derzeit mit Kreditgebern und potenziellen Investoren, die uns dabei helfen können, langfristig erfolgreich zu sein.“ Das Unternehmen schreibt bereits seit längerem rote Zahlen, Anfang des Monats hatte Suntech bereits die Schließung seines Werks im US-Bundesstaat Arizona angekündigt und den Unternehmensgründer Shi Zhengrong seiner Aufgaben enthoben.

Die Solarbranche leidet weltweit unter massiven Überkapazitäten, in Deutschland mussten bereits zahlreiche Unternehmen Insolvenz anmelden. Die Preise für die Module waren in den vergangenen Monaten stark gefallen – da konnten viele nicht mithalten.

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Suntech ringt ums Überleben

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Heftiger Gegenwind für die Chinesen

Kommentare zu " Chinesisches Solarunternehmen: Suntech ringt ums Überleben"

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  • Was würde wohl passieren, wenn die Energiewende nicht zügig umgesetzt wird und in den 2020er Jahren der Peak der Kohleförderung erreicht wird? Als sich der Ölpreis innerhalb einer Dekade um den Faktor 4-5 verteuert hat, war das Ergebnis eine globale Wirtschaftskrise. Erst der Inflationsanstieg durch die Preissteigerung im Energiekorb des Verbraucherkonsums hat zu einem Anstieg der variablen Hypothekenkredite geführt und das hat die Kernschmelze im Sub-Prime-Markt in den USA ausgelöst und andere Immobilienblasen zum Platzen gebracht.

    Kohlenutzende Infrastruktur zu ersetzen dauert Dekaden, weil sie so langlebig ist. Jedes in DE / EU neu gebaute Kohlekraftwerk hat ein hohes Risiko, als Investitionsruine (stranded investment) zu enden.

    Gunnar Kaestle

  • Schuld an diesen Erneuerbaren Energieerzeugungsschmarrn ist einzig und alleine die Politik! Mit dem Erneuerbaren Energie Gesetz (EEG) hat die Politik einen Scheinmarkt für die unnützen, weil unwirtschaftlich und technisch veraltet, Erneuerbaren Energieerzeugertechnik (Windmühlen,Solarmodule,Biogasanlagen) geschaffen. Diese Erneuerbaren Energieprodukte waren und sind ein marktwirtschaftlicher Placebo.
    Wir deutsche Bürger/Endverbraucher subventionieren diese ganze nutzlose und naturzerstörende Erneuerbare Energiebranche durch die auf der Stromrechnung aufgeführte EEG-Zwangsabgabe. Der Stromendverbraucher/Bürger muss für hohe künstliche Strompreise bluten, damit eine politische Abzockagenda für die Reichen durchgezogen werden kann. Umverteilung ganz Groß. Von Unten nach Oben!

  • "Suntech"...
    Ja, die Sonne wird es wohl richten...
    Aber auch nicht!
    Der Sonne ist doch piep-egal, was die dumme Menschheit mit ihrer Kraft so anstellt, die Erde wird sich weiter drehen, auch ohne "Suntech"...
    Die Grünen werden das wohl anders sehen, weil zugekifft!

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