Energie

„Club of Rome“ warnt
Rohstoffe schon bald zu teuer

Bald kann sich die Menschheit ihre Rohstoffe nicht mehr leisten. Dabei sind wir von Öl, Phosphat und seltenen Erden abhängig. In seinem aktuellen Bericht warnt der „Club of Rome“ vor dem Zusammenbruch des Ökosystems.
  • 5

BerlinDie moderne Zivilisation ist abhängig von Öl, seltenen Erden und Phosphat - doch diese Rohstoffe kann sie sich bald nicht mehr leisten. Zu diesem Ergebnis kommt der Forscherverbund „Club of Rome“ in seinem am Donnerstag veröffentlichten Bericht „Der geplünderte Planet“. Die Forscher warnen darin vor einer Verknappung von Ressourcen und dem Zusammenbruch des Ökosystems. Schon lange bevor der Welt die Rohstoffe ausgingen, werde sie sich die Ausplünderung aber nicht mehr leisten können, betonte der italienische Autor und Chemiker Ugo Bardi in Berlin.

Bald müsse man mehr Energie in die Förderung von Öl und Gas investieren als man herausbekomme, sagte Bardi. „Schon jetzt verbraucht die Bergbau-Industrie zehn Prozent des weltweit hergestellten Diesel-Kraftstoffs.“ Es seien fast nur noch Ressourcen mit geringer Konzentration übrig, für die man immer tiefer bohren und - wie beim Fracking - teurere Technologien anwenden müsse.

Das „Verglühen des fossilen Feuers“ und die Zerstörung des Ökosystems mit hohen Konzentrationen von Treibhausgasen, versauerten Ozeanen und überfluteten Küsten werden die Erde nach Bardis Ansicht verwandeln. „Sie machen uns zu Bewohnern eines neuen Planeten - eines Planeten mit ganz anderen klimatischen Bedingungen und einer geringeren Ressourcenverfügbarkeit“, schreibt er.

Mit dem Verschwinden fossiler Brennstoffe könne die Welt zu einer agrarischen Gesellschaft zurückkehren, malt der Chemiker ein düsteres Bild. Wenn es gelänge, die Stromerzeugung mit anderen Mitteln - wie etwa der Solarenergie - aufrechtzuerhalten, müsse ein neues System zwar auf Autobahnen und Flugverkehr verzichten, nicht aber auf Internet, Roboter, Kommunikation über große Distanzen und Ernährungssicherheit.

Der Report erscheint 41 Jahre nach dem Bericht „Die Grenzen des Wachstums“, der den „Club of Rome“ 1972 bekanntgemacht hatte. Auch hier hatte der Forscherverbund bereits vor dem Ende der Rohstoffe und vor Umweltzerstörung gewarnt. Ein großer Teil der Prognosen sei eingetreten, betonte „Club of Rome“-Vizepräsident Ernst-Ulrich von Weizsäcker. „Die Probleme haben sich vergrößert, nicht verkleinert.“

Der neue Report „Der geplünderte Planet“ zeige auch, dass die Energiewende nur eine Vorstufe einer Ressourcenwende sein dürfe, sagte Maja Göpel vom Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie. Bereits jetzt würden so viele Rohstoffe verbraucht, dass ein Nullwachstum für eine nachhaltige Entwicklung nicht ausreiche.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " „Club of Rome“ warnt: Rohstoffe schon bald zu teuer"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Nehmen wir doch mal Gas....

    Die öffentliche, und gerne gerade in wirtschaftsnahen Medien oft wiederholte Weisheit besagt,..:

    "Alleine das Gas das die USA durch Fracking neu freisetzen können, reicht für 100 Jahre" ... Stimmts ?

    Nein Stimmt nicht..
    Nachgewiesene Reserven reichen für derzeit ca. 10 Jahre. mögliche Reserven bei Verbesserung der Technik und höheren Preisen evtl. 20 Jahre..

    lesen sie hier.

    http://www.peak-oil.com/2012/11/what-the-frack/

    ÖL:

    Mythos: Alleine das in der Greenriver Formation gebundene ÖL enthält drei mal mehr Kohlenwasserstoffe als Saudiarabien..Kohlenwasserstoffe , schon !

    Aber dumm nur, das es sich nicht um ÖL sondern um Kerogen handelt, eine Vorstufe zum Öl, die extrem energieintensiv durch Insitu Verfahren zu Öl zuende gekocht werden müsste..

    Der energetische Return Läge dann bei ca 4:1 also 1 Barrel Öl hinein, 4 Barrel Öl zurück..

    Reicht ja oder ?

    Nein reicht nicht. Der EROEI berechnet den Energieverbrauch lediglich der energiefördernden Unternehmen incl. Anlageerstellung, Transport und Unterhalt.

    Gesamtenergetisch jedoch benötigt eine Gesellschaft die sich das leistet auch noch genügend Energie um den Ingenieuren der Energiefirma ein Eigenheim zu ermöglichen, den Bäcker, Schulen, Unis, Krankenhaeuser, Strassen usw.

    Gesamtgesellschaftlich schätzt man, dass eine technische Zivilisation unterhalb eines energetischen Gewinnes von 5:1 kollabiert.

    Kohle: Wurde gerade massiv weltweit abgewertet.. Geschätzer Peak Kohle in ca 30 Jahren..

    Und so kann man die Liste beliebig Fortsetzen. Tatsächlich werden wir in 15-20 Jahren weltweit den Rückgang fossiler Energien erleben. Nicht in Jahrhunderten. Aber um das zu erkennen und um die vielen Märchen zu erkennen mit denen wir beruhigt werden, muß man sich schon etwas intensiver mit der Materie auseinandersetzen.

  • Aber Ja Hofmann M..

    und sicher scannt der CoR die Netze um Gegner wie Sie zu kriegen.

    Wenn Sie sich auch nur ein WEnig mit Geologie und den tatsächlichen Förderraten beim Öl oder Gas beschäftigen, werden Sie sehen, dass der Club of Rome völlig richtig liegt...

    Und ich warte nur auf die Kommentare, die meinen der Club of Rome , und gemeint ist immer das Buch "Grenzen des Wachstums" habe ja sooooo und völlig daneben geleben.

    meist haben die Kommentatoren das Buch nie auch nur in der Hand gehalten.

    Die wichtigste Scenarioanalyse (es waren keine Vorhersagen), sondern Untersuchungen wie das System als ganzes reagiert unter den oder den Vorraussetzungen hatte den Titel: "Weiter wie bisher"...

    Dort ergab die Scenarioanalyse, dass wir zwischen 2010 und 2020 einen Höhepunkt der Wirtschaft, Produktion und des Wohlstandes erleben würden.. erst zwischen 2020 und 2050 würde der Einbruch kommen..

    Und ? Was liegt näher als die Graphen des Standartscenarios nach 30-40 Jahren mal mit den inzwischen empirisch verfügbaren Daten zu vergleichen ?

    Genau das hat die CSIRo, die Australian Commonwelth Scientific and Industrial Research Organisation vor ca. 2 Jahen getan.

    Ergebnis ? das Standartscenario deckt sich geradezu erschreckend mit den empirischen Daten.

    Fazit: We are right on Track..

    Bisher lag der Club of Rome sehr sehr richtig. viel zu richtig..

    Alle gegenbehauptungen sind Fehlinformationen oder vom Glauben und Wunschdenken getrübte Wahrnehungsstörungen.

  • Ein Witz daß man immer mit angeblich steigendem Preis der Rohstoffe argumentiert. Dabei sind diese Preissteigerungen lächerlich im Vergleich zu den Verteuerungen der Energie bei uns. Im Benzinpreis sind fast nur Steuern und Nebenkosten enthalten, fast keine Kosten vom Erdöl, im Strompreis sind fast nur EEG-Subventionen/-Netzkosten enthalten, fast keine Herstellungskosten aus fossilen Rohstoffen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%