Cnooc kürzt Öl-Fördermenge: Chinas Ölriese kapituliert

Energie

Cnooc kürzt Öl-Fördermenge
Chinas Ölriese kapituliert

Als einer der ersten großen Ölkonzerne senkt Cnooc die Fördermenge – erstmals in diesem Jahrtausend. Weitere chinesische Ölförderer dürften folgen. Chinas Ölriese kann sich den Preiskrieg schlicht nicht mehr leisten.

HongkongChinas größter Offshore-Ölförderer Cnooc wird die Produktion erstmals seit über einem Jahrzehnt senken. Das weckt Spekulationen, dass die chinesischen Ölproduzenten im globalen Preiskrieg die Waffen strecken. Die in Hongkong notierte Cnooc-Aktie sackte am Mittwoch auf ein Sechsjahrestief ab.

In diesem Jahr werde Cnooc 470 bis 485 Millionen Barrel Öl fördern, hatte der Konzern am Dienstag erklärt. 2015 hatte Cnooc noch 495 Millionen Barrel gefördert. Der Rückgang wäre der erste seit mindestens 1999. Außerdem kündigten die Chinesen an, die Investitionen auf maximal 60 Milliarden Yuan (8,3 Milliarden Euro) zu begrenzen – verglichen mit 67,2 Milliarden Yuan, die die Firma im vergangenen Jahr investierte.

Die Ölschwemme der Opec hat den Ölpreis auf den niedrigsten Stand seit zwölf Jahren gedrückt. Damit will die Organisation Anbieter mit höheren Kosten aus dem Markt zu drängen. Förderer wie Chevron und Shell haben angesichts des Preiseinbruchs Investitionen verschoben und Kosten gesenkt.

Das Eingeständnis von Cnooc, dass die Investitionsbegrenzungen die Produktion beeinträchtigen, dürfte das Vorspiel für weitere Produktionskürzungen chinesischer Ölförderer sein. Das zumindest meinen die Experten von Nomura.

„Cnooc ist einer der ersten großen Ölproduzenten, der ausdrücklich eine Produktionssenkung angekündigt hat“, erklärt Michael Barron, Energiedirektor beim Risikoberater Eurasia in London. „Das sagt viel über den Druck aus, den die aktuellen Preise mit sich bringen. Die anderen großen Konzerne haben alle ihre Investitionen verringert und das impliziert, dass die Produktion irgendwann in der Zukunft fallen wird.“

Die Aktie von Cnooc sackte in Hongkong bis zu 6,6 Prozent ab auf 6,55 Hongkong-Dollar, das ist der niedrigste Stand seit März 2009. Zum Handelsschluss notierte die Aktie 6,1 Prozent im Minus. Auch andere in Hongkong gelistete chinesische Ölkonzerne gaben nach. Petrochina verloren sechs Prozent, China Petroleum & Chemical büßten sieben Prozent ein.

Cnooc habe im vergangenen Jahr weniger investiert als ursprünglich geplant und die Entscheidung, 2015 nicht aggressiv zu investieren, habe zur geringeren Fördererwartung für dieses Jahr beigetragen, erklärte Vorstandschef Li Fanrong. Die Produktion von Cnooc wird nun mindestens zwei Jahre nicht das Niveau von 2015 erreichen. Für 2017 peilt Cnooc 484 Millionen Barrel an, 2018 sollen es 502 Millionen Barrel sein.

„Cnooc kann es sich einfach nicht leisten, das Wachstum auf diesem Preisniveau zu steigern“, konstatierte Ölexperte Laban Yu von Jefferies. „Ihre Kostenstruktur ihnen keine Chance lässt, mit einem Ölpreis von 30 Dollar je Barrel konkurrenzfähig zu bleiben.“

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur
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