Energie

Drastische Einschnitte bei Areva
Atomkonzern erwägt Stellenabbau

Eine Milliarde Euro will der französische Atomkonzern einsparen, auch ein Stellenabbau schließt die defizitäre Areva nicht aus. Ein „soziales Gemetzel“ soll es aber nicht geben, beteuert Frankreichs Wirtschaftsminister.
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ParisNach einem Rekord-Verlust von 4,8 Milliarden Euro im vergangenen Jahr hat der französische Atomkonzern drastische Einschnitte angekündigt. Bis zum Jahr 2017 sollten eine Milliarde Euro eingespart werden, kündigte Konzernchef Philippe Knoche am Mittwoch in Paris an.

Auch ein Abbau von Stellen ist nicht ausgeschlossen, doch soll dies laut Knoche vor allem auf freiwilliger Basis erreicht werden. Details zu Arbeitsplätzen sollten erst später bekanntgegeben werden. Ab Ende März will der staatliche Konzern mit den Gewerkschaften über eine Vereinbarung zu Stellen, Gehältern und Arbeitszeiten verhandeln, wie das Unternehmen in einer Erklärung mitteilte.

Der französische Arbeitsminister François Rebsamen machte deutlich, dass der Staat das Thema „aus der Nähe“ verfolge. Bisher sei noch kein Stellenabbau angekündigt worden. Auch Wirtschaftsminister Emmanuel Macron hatte am Dienstag mit Blick auf die Stellen versichert, dass es kein „soziales Gemetzel“ geben werde.

Areva war schon im Jahr 2013 defizitär, allerdings lag der Verlust damals mit 500 Millionen Euro deutlich niedriger. Aufgrund der jüngsten Verluste in 2014, die bereits Ende Februar vorläufig angekündigt worden waren, könnte eine Kapitalerhöhung notwendig werden.

Als Gründe für den Einbruch gelten neben dem wirtschaftlich schwierigen Umfeld seit der Atomkatastrophe im japanischen Fukushima unter anderem Abschreibungen bei bestimmten Aktivitäten, darunter beim Areva-Projekt des Europäischen Druckwasserreaktors (EPR) in Finnland.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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