Energie

Drohende Übernahme aus Finnland
Uniper-Vertreter fürchten um Jobs

Der Energiekonzern Uniper steht vor einer Übernahme durch den finnischen Versorger Fortum. Die Arbeitnehmer bangen um ihre Jobs. Fortum wiegelt ab - Kündigungen oder eine Zerschlagung seien nicht geplant.
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DüsseldorfDie Pläne des finnischen Energieversorgers Fortum zur Übernahme des Düsseldorfer Kraftwerksbetreibers Uniper sorgen bei der Belegschaft und der Gewerkschaft Verdi für Unruhe. Der Verdi-Konzernbetreuer Immo Schlepper sagte der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag, er befürchte, dass am Ende eines solchen Milliardendeals die Zerschlagung von Uniper stehen könnte. Dadurch seien über 1000 Arbeitsplätze bedroht. Zuvor hatte Schlepper bereits in der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ (WAZ, Dienstagausgabe) über seine Bedenken gesprochen.

Fortum-Chef Pekka Lundmark schloss betriebsbedingte Kündigungen aber aus. Es werde „bei Uniper keine betriebsbedingten Kündigungen oder eine Verlegung der Zentrale aus Düsseldorf“ geben, sagte Lundmark der WAZ (Mittwoch). Eon hatte Uniper 2016 abgespalten und an die Börse gebracht. Seitdem hat sich der Börsenwert des zunächst als Eon-„Resterampe“ verspotteten Wertes mehr als verdoppelt. Der einstige Mutterkonzern hält noch knapp 47 Prozent an Uniper.

Schlepper sagte, weite Teile der Aktivitäten von Uniper passten nicht zur Strategie von Fortum. Dies gelte insbesondere für die Kohle- und Gaskraftwerke, aber auch für den Energiehandel des Konzerns. Zusagen von Fortum, dass es keine Pläne für betriebsbedingte Kündigungen im Zusammenhang mit der Übernahme gebe, wertete der Gewerkschafter als wenig verlässlich. Wenn sich Fortum nach einer Übernahme entscheide, einige Bereiche weiterzuveräußern, sei diese Versprechen „gar nichts wert“.

„Wir fürchten, dass die Finnen Uniper komplett übernehmen und zerschlagen“, sagte der Chef des Uniper-Konzernbetriebsrats, Harald Seegatz, der „Rheinischen Post“ (Dienstag). Seegatz forderte den Energiekonzern Eon auf, seine verbliebene knapp 47-prozentige Beteiligung an Uniper nicht im Paket abzugeben, sondern an mehrere Investoren zu verkaufen, um die Selbstständigkeit des Kraftwerksbetreibers zu sichern.

„Wenn der Einstieg am Ende gelingt, dann hat dies keine Konsequenzen für die Mitarbeiter von Uniper“, betonte dagegen Lundmark in dem WAZ-Interview. „Sobald wir eine Vereinbarung mit Eon haben, können wir uns mit dem Uniper-Management und den Arbeitnehmervertretern zusammensetzen und unsere Verpflichtungen so formalisieren, dass sie ihnen die nötige Sicherheit geben. Um es noch einmal klar zu sagen: Wir wollen nicht gegen, sondern mit Uniper arbeiten.“

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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