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Comeback des Kali-Kartells?

Die Aktie des deutschen Düngemittelproduzenten K+S war unter die Räder gekommen, als im vergangenen Jahr der russische Konkurrent Uralkali sein Kartell mit Rivalen aufkündigte. Jetzt deutet sich eine Kehrtwende an.
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MoskauDas russisch-weißrussische Kali-Kartell könnte vor einer Neuauflage stehen: Dimitri Rasumow, Chef der Miteignergesellschaft Onexim des russischen Kali-Produzenten Uralkali, denkt laut über eine Wiederbelebung des Kartells nach, dessen Auflösung 2013 einen Preisverfall auf dem Kalimarkt bewirkt hatte. Die Aktie des deutschen Produzenten K+S war im Sommer 2013 deswegen abrupt von über 26 Euro bis auf 15 Euro abgestürzt und berappelte sich erst in den vergangenen Monaten. Die Aktie zog am Nachmittag um 1,6 Prozent auf 24,73 Euro an und zählte damit zu den größten Dax-Gewinnern.

Zwar könne Uralkali mit der aktuellen Situation gut leben, da das Unternehmen voll ausgelastet arbeite, 100 Prozent seiner Produktion verkaufe und dabei die niedrigsten Fertigungskosten in der Branche habe, sagte Rasumow zu Reuters. „Zugleich könnte es für uns und für Belaruskali von Vorteil sein, wenn die Kooperation wieder aufgenommen wird.“ Eine Vereinbarung mit Belaruskali könnte dazu führen, dass der ganze Markt stabiler und vorhersagbarer werde. Die Investmentgesellschaft Onexim hatte im vergangenen Jahr rund 27 Prozent der Anteile an Uralkali erworben.

Uralkali hatte 2013 das Exportkonsortium BPC mit dem weißrussischen Staatskonzern Belaruskali aufgekündigt und damit den Preisverfall ausgelöst - dieser hatte bei Rivalen wie K+S und Potash zu Einbußen beim Gewinn geführt. Das Aus für das Kali-Kartell hatte Spannungen zwischen Russland und Weißrussland zur Folge. Der damalige Uralkali-Chef war zeitweise in Minsk verhaftet worden. Nach dem Ende des Exportbündnisses änderte sich auch die Aktionärsstruktur bei Uralkali. Neben Onexim erwarb die Firma Uralchem 20 Prozent der Anteile.

Nach dem Austritt von Uralkali aus BPC hatte die Handelsgesellschaft damit begonnen, Kali an den russischen Düngemittel-Produzenten Phosagro zu liefern. Der Konkurrenzdruck für Uralkali erhöhte sich. Rasumow sagte hierzu, er fürchte sich nicht vor Wettbewerb. Die Erfahrung zeige, Verkäufe zu Discount-Preisen währten nicht lange. „Dies ist sehr wahrscheinlich ein einmaliges Ereignis“, sagte der Manager. Die Aussichten für den Kalimarkt seien sehr positiv: „Der Preis für Kali dürfte nach meiner Einschätzung zulegen.“

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Martin Dowideit, Leiter Digitales, Handelsblatt.
Martin Dowideit
Handelsblatt / Leiter Digitales

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