Energie

Düngemittelproduzent
Aufgewühlter Kalimarkt trifft K+S hart

Der Kasseler Dax-Konzern K+S will eisern sparen, um mit den jüngsten Turbulenzen auf dem Kalimarkt fertig zu werden. Der Unternehmensgewinn bricht ein, auch ein Stellenabbau steht jetzt als Möglichkeit im Raum.
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Kassel/DüsseldorfDas Düngemittelgeschäft des Rohstoffkonzerns K+S ist von Juli bis September eingebrochen. Der Umsatz der Kali- und Magnesiumsparte sackte um fast 19 Prozent auf 457 Millionen Euro ab, das Betriebsergebnis brach im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gar um fast ein Drittel ein. Das stabile Geschäft mit Salz konnte den Rückgang nicht ausgleichen.

Die Preise für Kali stehen seit dem Sommer unter Druck. Der russische Produzent Uralkali hatte die Export-Partnerschaft mit dem weißrussischen Staatskonzern Belaruskali aufkündigt. Uralkali-Chef Wladislaw Baumgertner hatte mit dem Ende des Handelskonsortiums BPC fallende Preise angekündigt.

K+S bekommt die Folgen mit voller Wucht zu spüren. Der Dax-Konzern legt daher angesichts des Abwärtstrends am Düngemittelmarkt ein umfangreiches Sparpaket auf. Das Unternehmen wolle die Kosten über die nächsten drei Jahre im Vergleich zu den bisherigen Planungen um 500 Millionen Euro senken, so das Unternehmen am Donnerstag. Bereits im nächsten Jahr sollen die Kosten um 150 Millionen Euro gedrückt werden. Auch einen Stellenabbau schließt K+S nicht aus. „Die geplanten Sparmaßnahmen beziehen sich in erster Linie auf Sachaufwendungen, beinhalten aber auch Überlegungen, die zu einem Abbau von Personal führen könnten“, erklärte das hessische Unternehmen.

Das Betriebsgewinn des gesamten Konzerns ging im dritten Quartal um 26 Prozent auf 116 Millionen Euro zurück, der Umsatz um elf Prozent auf 818 Millionen Euro. Für das Gesamtjahr erwartet K+S einen Betriebsgewinn von mehr als 600 Millionen Euro.

Uralkali hatte mit der Aufkündigung des Lieferkonsortiums auf eigene Faust so viel Kali verkaufen wollen wie möglich und den fallenden Preis durch steigende Absatzmengen in den Schwellenländern China, Indien und Brasilien wettmachen wollen. In der Folge waren die Börsennotierungen von Kali-Herstellern weltweit, darunter auch von K+S, massiv eingebrochen.

Der 41-Jährige Uralkali-Chef steht seit August in Weißrussland unter Hausarrest. Die Behörden hatten ihn während eines Besuchs in der weißrussischen Hauptstadt Minsk festgenommen worden. Das Land wirft ihm Amtsmissbrauch vor.

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