Energie

EEG-Umlage
Experten-Gutachten empört Ökostrombranche

Ein Expertenteam rät in einem Gutachten im Auftrag der Bundesregierung dazu, die Ökostromförderung abzuschaffen. Sie biete keinen Anreiz zu Innovationen. Die Branche ist empört und hält dagegen.
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DüsseldorfEs ist eine klare Aussage, die die Expertenkommission Forschung und Innovation ans Ende ihrer Analyse der deutschen Ökostromförderung gestellt hat: Das Gesetz zur Förderung der Erneuerbaren Energien (EEG) sei „weder ein kosteneffizientes Instrument für Klimaschutz“, noch scheine es eine „messbare Innovationswirkung“ zu entfalten. Die Kommission fordert daher die Abschaffung des EEG.

Am Mittwoch hat das Expertengremium der Bundesregierung ihren Bericht vorgelegt, die Studie stützt sich vor allem auf Patentanmeldungen im Bereich der erneuerbaren Energien. Ein wichtiger Indikator für die Innovationstätigkeit einzelner Branchen sei die Anzahl jährlicher Patentanmeldungen, heißt es darin. „Empirische Studien, welche auf dieser Basis die Innovationswirkung einer Absatzförderung von erneuerbaren Energien in Deutschland bewerten, zeichnen kein positives Bild.“ Die Branche ist empört über die harschen Aussagen der Kommission.

„Man muss sich fragen, in welchem Elfenbeinturm diese Wissenschaftler leben“, sagt Udo Möhrstedt, Vorstandschef von IBC Solar im Gespräch mit Handelsblatt Online. „Das EEG ist geschaffen worden, um Ökostrom zu fördern und die Kosten für die Technologie zum Beispiel von Solarstrom zu senken. Und genau das ist erreicht worden.“ „Das EEG hat erneuerbare Energien aus den Forschungslabors auf den industriellen
Weltmarkt gebracht. Gegenteilige Behauptungen, wie von der Expertenkommission Forschung und Innovation hervorgebracht, klingen für uns absurd“, kritisierte Hermann Falk, Geschäftsführer des Bundesverbands Erneuerbare Energien (BEE).

Auch Claudia Kemfert, Energieexpertin des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin, wundert sich über die Ergebnisse der Kommission: „Unsere Forschungsergebnisse zeigen, dass es durchaus zu Innovationen insbesondere im Bereich der Solarenergie und Windenergie gekommen ist. Die Ökostromförderung hat zu erheblichen Innovationen im Bereich Wind- und Solarkraft geführt.“

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Experten-Gutachten empört Ökostrombranche

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„Solche Studien sind nicht zielführend“

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  • Ich will die verlinkte Seite nicht als Bibel ansehen, aber ich denke, der lange Kampf bestimmter Interessen gegen EEG und Bürgerenergiewende wird durch die Auflistung der diversen Lobbygruppen offensichtlich:

    http://energieblogger.net/Transparenz.asp

  • Wer sich das Gutachten ansehen möchte, kann hier nachlesen.

    http://www.e-fi.de/fileadmin/Gutachten_2014/EFI_Gutachten_2014.pdf

    Ich habe nicht verstanden, welchen Maßstab die „Experten“ als Grundlage für ihr Urteil angelegt haben. Wenn Preise bei PV-Modulen in wenigen Jahren um bis zu 80 % sinken, soll dies ohne Innovationswirkung durch das EEG geschehen sein? Das halte ich für Quatsch. Ohne EEG hätten wir nie den Ausbaustand bei erneuerbaren Energien und nie die Preisreduktion von erneuerbaren Stromerzeugern, die wir im vergangenen Jahrzehnt erreicht haben.

    Den Hinweis, dass das EEG den Klimaschutz nicht unterstütz, halte ich in Bezug auf Europa beachtenswert.

    Tatsache ist, dass auch bei uns der Ausstoß an CO2 im letzten Jahr etwas gestiegen ist, aber das halte ich für eine kurzfristige Erscheinung, den wir als „Preis“ für die Abschaltung der Kernkraftwerke und dem unvernünftigen und unnötigen Zubau von Kohlekraftwerken der letzten Jahre zahlen. Mich wundert ehrlich gesagt der moderate Anstieg. Mit dem weiteren Ausbau der erneuerbaren Energie wird sich der CO2-Ausstoß deutlich verringern.

    Europaweit muss man leider sehen, dass „Dreck machen“ zu billig ist. Die CO2-Zertifikate sind im Überfluss vorhanden und werden so verramscht. Diese Zertifikate sind zu verknappen. Es ist ökologisch völlig widersinnig, relativ saubere GuD-Kraftwerke einzumotten und Dreckschleudern am Netz zu lassen.

    Auf der folgenden Seite fand ich die links zu „orchestrierter Kommunikation“ recht interessant. Im Zeitalter des Internets ist es leicht, sich seine Meinung tausendfach bestätigen zu lassen. Die Gefahr, dabei Lobbygruppen auf den Leim zu gehen, ist groß.

    http://www.pv-magazine.de/nachrichten/details/beitrag/eeg-abschaffen-sechs-professoren-machen-propaganda_100014314/

  • "Die herkömliche Stromerzeugung produziert genau dann Strom, wenn dieser nachgefragt wird." Das glauben Sie doch selbst nicht!! Die Uran- und KohleKW produzieren auch nachts, wo nur wenig Strom gebraucht wird, die SonnenKW tagsüber, wo der meiste Strombedarf besteht. In den HB-Kommentaren hier geht es weder Fakten noch um die Sache. Offensichtlich reine Meinungsmache der Großindustrie!!

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