Energie

Emissionshandel
Höhere Preise zur Förderung von Windenergie

Mehr Geld muss her: Der Emissionshandel soll bei der Förderung großer Windenergie-Anlagen mehr Geld generieren. Nach Ansicht der Internationalen Energie-Agentur sollen die Preise für CO2-Rechte massiv steigen.
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BrüsselZur Förderung großer Windenergie-Anlagen sind nach Ansicht der Internationalen Energie-Agentur (IEA) weitaus höhere Preise im Emissionshandel nötig. Eine Tonne Kohlendioxid müsse am Markt für Verschmutzungsrechte rund 30 Euro kosten, damit in Windparks vor den Küsten investiert werde, teilte die IEA am Montag mit. Um moderne, im Bau aber teure Gaskraftwerke lukrativer zu machen, sei sogar ein Preis von rund 40 Euro je Tonne CO2 notwendig. Derzeit wird diese mit rund sieben Euro bewertet.

Der deutsche Versorger Eon hatte zuvor angekündigt, künftig ganz auf Ökostrom wie Windenergie zu setzen und sich im Zuge der Energiewende von seinen Atom- und Kohlekraftwerken zu trennen. In den vergangenen Jahren waren die Preise für Verschmutzungsrechte deutlich gesunken. Unter anderem wegen der Wirtschaftskrise benötigten Fabriken und Kraftwerke weit weniger CO2-Rechte als von den Regierungen angenommen.

Die EU-Kommission hat bereits vorgeschlagen, Millionen von Zertifikaten dem Markt zu entziehen, um die Preise wieder anzuheben. Die EU-Staaten müssen sich noch darauf einigen, wann das geschehen soll. Deutschland und Großbritannien sprechen sich für 2017 als Start der sogenannten Marktstabilisierungsreserve (MSR) aus. Die Reform des Emissionshandel ist auch Teil der Klimaziele für 2030, auf die sich die EU-Staaten Ende Oktober verständigt hatten.

Die IEA sprach sich zudem dagegen aus, für Gaslieferungen aus Russland ein "Käufer-Kartell" zu bilden. Die Brüsseler Behörde sucht im Zuge der Ukraine-Krise nach Wegen, sich unabhängiger vom russischen Gas zu machen. Dabei wurde auch die Idee ins Spiel gebracht, dass die EU einen einheitlichen Gaspreis mit Russland aushandeln sollte. Derzeit bezieht die Union rund ein Drittel ihres Gasbedarfs vom russischen Monopolisten Gazprom.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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