Energie

EnBW
Aktionär gegen Verkauf von Gas- und Stromnetz

Der Versorger EnBW wird wohl an seinem Gas- und Stromnetz festhalten. Der durch den Atomausstieg schwer gebeutelte Konzern ist auf die stabilen Ertragsbringer angewiesen.
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FrankfurtDer durch den Atomausstieg hart getroffene Versorger EnBW wird sich wohl nicht von seinem Gas- und Stromnetz trennen. „Ich denke nicht, dass die EnBW ihre Strom- und Gasnetze in der derzeitigen Situation verkaufen wird“, sagte Heinz Seiffert, Vorsitzender des kommunalen Zweckverbands OEW, der knapp 47 Prozent des Kapitals kontrolliert, der Nachrichtenagentur Reuters. „Das sind stabile Ertragsbringer und wir haben uns dagegen ausgesprochen“, sagte der Landrat. „Das ist auch im Vorstand angekommen.“

OEW ist ein Zusammenschluss von neun schwäbischen Landkreisen, gleich viele EnBW-Anteile hält das grün-rot regierte Land Baden-Württemberg. Durch den politisch verordneten Atomausstieg musste EnBW zwei seiner vier Atommeiler dichtmachen und kämpft seitdem mit sinkenden Gewinnen. Der geplante Verkauf von Beteiligungen wie etwa an den Wettbewerbern MVV Energie aus Mannheim und EVN aus Österreich soll 2,7 Milliarden Euro einbringen.

Finanzkreisen zufolge hatten der Karlsruher Versorger EnBW und sein italienischer Partner ENI Mitte 2012 den Verkauf ihres gemeinsamen Gasnetzes mit mehr als 1900 Kilometern Länge in Angriff genommen und mit Banken über einen Verkaufsauftrag für Terranets BW gesprochen. Als Wert wurden in den Kreisen 300 bis 500 Millionen Euro veranschlagt. EnBW ist zudem noch im Besitz des Stromnetzbetreibers Transnet BW.

E.ON, RWE und Vattenfall haben ihre Stromnetze inzwischen verkauft. Im Mai vergangenen Jahres trennte sich E.ON zudem von seinem 12.000 Kilometer langen Gasnetz Open Grid Europe. Ein Konsortium um den australischen Infrastruktur-Investor Macquarie zahlte dafür 3,2 Milliarden Euro. Zuvor hatte sich Macquarie für 500 Millionen Euro das Gasnetz von RWE, Thyssengas, gesichert.

Auch der mit Fördergeldern forcierte Ausbau erneuerbarer Energiequellen - wie Solartechnik, Wind- und Wasserkraft - macht EnBW schwer zu schaffen. Durch die bevorzugte Einspeisung erneuerbarer Energien stehen konventionelle Kraftwerke mit fossilen Brennstoffen immer öfter still. „Der massive Ausbau der Erneuerbaren Energien hat uns unvorbereitet getroffen“, räumte Landrat Seiffert ein. Viele Kraftwerke liefen nur noch „wenige Stunden im Jahr“.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " EnBW: Aktionär gegen Verkauf von Gas- und Stromnetz "

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  • @Karamba
    Das stimmt nur solange, solange der Bauer für sein EE-Produkt keinen Kredit aufgenommen hat. Ansosten haben die Banken erstmal daran verdient. Aber die Banken verdienen auch nur solange daran, solange der Bauer nicht Insolvenz anmelden muss. Die Banken werden irgendwann mal soviele Sicherheiten in ihrem Portfolio haben, dass diese Sicherheiten nicht mehr am Markt, zu vernüftigen Preis, los zu bringen sind.
    Somit ist und bleibt das EEG und die Energiewende von Geburt an eine Todgeburt, die uns deutschen Endverbrauchern eine teure Rechnung in Form von Wohlstands- und industriellen gut bezahlten Arbeitsplatzverlust beschert. Auch das Handwerk wird zu sehends darunter leiden. Löhne wie in der Dienstleistung werden in Deutschland einen hohen Anteil erreichen. Und die Industrie und das Handwerk werden immer mehr zurückgefahren. Die Wohlstandsvernichtung auf breiter Front hat mit dem EEG und dem ESM seinen Ursprung und Ursache!

  • Das stimmt nicht, dass das EEG nur verlierer zu bieten hat...jeder bauer in D hat sich auf seiner scheune die solarplatten anbringen lassen und laesst sich zusaetzlich zu den agrar- noch mit den solarsubventionen alimentieren!

  • Ja, was ist den jetzt mit der neuen grünen Erneuerbaren Energie??? Die sollen doch das Profit-Standbein vom grünsozialistischen Baden-Württenbergischen ENBW-Eigentümer werden...Die Energiewende auf Basis des perfiden und asozialen EEG hat NUR VERLIERER zu bieten. Gute Nacht Deutschland!

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