Energie

Energiekonzern
Eon sichert sich Gaslieferungen aus Aserbaidschan

Eon brauch sich vorerst keine Gedanken mehr über Gaslieferungen machen. Der Energieversorger sichert sich Lieferungen aus Aserbaidschan – für die nächsten 25 Jahre. Für die Europäische Union ist das eine Niederlage.
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DüsseldorfDeutschlands größter Energieversorger Eon hat sich für die nächsten Jahrzehnte umfangreiche Gaslieferungen aus Aserbaidschan gesichert. Der Vertrag über die Lieferung von 40 Milliarden Kubikmeter Erdgas habe eine Laufzeit von 25 Jahren, teilte der Düsseldorfer Konzern am Donnerstag mit. Lieferbeginn sei frühestens 2019.

Eon-Manager Christopher Delbrück sprach von einem bahnbrechenden Vertrag. „Er sichert Europa über Jahrzehnte Gaslieferungen aus einer neuen Versorgungsregion zu Bedingungen, die den Verhältnissen auf dem europäischen Märkten entsprechen“, sagte der Manager. Das Gas soll aus dem im Kaspischen Meer gelegenen Shah-Deniz-Feld über die Trans Adriatic Pipeline (TAP) nach Europa fließen. Bislang bezieht Eon den größten Teil seines Gasbedarfs aus Russland, Norwegen, Deutschland und den Niederlanden.

Die Entscheidung des aserbaidschanischen Förderkonsortiums für die TAP ist gleichzeitig eine Niederlage für das von der Europäischen Union unterstütze Pipeline-Projekt Nabucco. Für die Ex-Sowjetrepublik Aserbaidschan, die wegen ihrer autoritären Politik international in der Kritik steht, ist der Vertrag von großer Bedeutung. Nach Öl soll künftig auch Gas vom Kaspischen Meer in die EU strömen.

Der staatliche Energiekonzern Socar hatte kürzlich erklärt, die TAP-Leitung könne nur der Anfang sein. „Aserbaidschan hat große Vorräte", sagte Socar-Präsident Rownag Abdullajew. Der Export werde durch die Erschließung neuer Felder beträchtlich wachsen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Energiekonzern: Eon sichert sich Gaslieferungen aus Aserbaidschan"

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  • So clever, wie EON Manager bislang agierten, kann man die Uhr danach stellen, daß der Hasenfuß des Vertrages an die Oberfläche kommt - genauso wie bei Ruhrgas/Gazprom.

    Wie kann man nur in Zeiten des dramatischen Umbruchs auf dem Energiesektor sich "etwas langfristig sichern"?

    Mal an Fracking gedacht und den folgenden dramatischen Absturz der Energiepreise in Nordamerika?

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