Energie

Energiekonzern
Total steigt im Fracking-Geschäft ein

Total macht beim Fracking-Geschäft in Großbritannien mit. Die umstrittene Methode zur Förderung von Schiefergas ist auf der Insel erlaubt. Gegner kritisierten das Energieunternehmen, aber auch die britische Regierung.
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Der französische Energiekonzern Total steigt in Großbritannien ins umstrittene Fracking-Geschäft ein. Das Unternehmen habe einen Anteil von 40 Prozent an zwei Förderlizenzen für Schiefergas erworben, teilte Total am Montag in Paris mit. Die Lizenzen beziehen sich demnach auf ein Gebiet von 240 Quadratkilometern im Zentrum von England. An den Projekten sind neben Total auch eine Firma aus Singapur sowie drei britische Unternehmen beteiligt

Total ist nach dem Gaskonzern GDF Suez das zweite französische Unternehmen, das in Großbritannien Schiefergas fördern will. In Frankreich ist Fracking verboten. Bei dieser Methode wird unter hohem Druck ein Gemisch aus Wasser, Chemikalien und Chemie in den Boden gepresst, um Gestein aufzuspalten und das darin enthaltene Erdgas zu fördern.

Anders als Paris will die britische Regierung Fracking gezielt fördern. Künftig würden Gemeinden, auf deren Gebiet Fracking betrieben werde, sämtliche von den Förderunternehmen gezahlten Steuern erhalten, kündigte Premierminister David Cameron am Montag an. Bislang erhalten die Kommunen 50 Prozent der Steuereinnahmen. Cameron erklärte, die Schiefergasförderung bringe Großbritannien zusätzliche Arbeitsplätze und „wirtschaftliche Sicherheit“.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace warf Cameron vor, er wolle die Kommunen mit Geld dazu bringen, die Risiken des Frackings zu ignorieren. Die Gruppe Friends of the Earth nannte es „ironisch“, dass eine französische Firma in Großbritannien die in Frankreich verbotene Fördermethode anwenden wolle.

In Deutschland gibt es bislang auf Bundesebene keine gesetzliche Regelung zum Fracking. Im vergangenen Sommer wurde ein Gesetzesvorhaben zur Förderung von Schiefergas vorerst auf Eis gelegt. Der Text sah vor, Fracking zwar grundsätzlich zu erlauben, aber sehr strenge Auflagen für die Förderung zu machen.

Kommentare zu " Energiekonzern: Total steigt im Fracking-Geschäft ein"

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  • @ @Inoxis63:

    "Vor knapp 100 Jahren behaupteten Wissenschaftler wär sich mit einem Automobil schneller bewegt als er laufen kann, zerplatzt wie eine Seifenblase."

    Genau. Ängste vor Technologien gab es schon immer. Und solche Leute können den Fortschritt (wie Fracking, Kernkraft und Gentechnik) manchmal ein klein wenig verzögern und manchmal länger. Aufhalten lässt er sich nicht, weil es immer jemanden gibt, der die Risiken auf sich nimmt. Letztere werden in fast allen Fällen belohnt und die Angsthasen laufen dann hinterher.

  • Vernünftig nennen Sie das?

    Vernünftug ist es seine Lebensgrundlage nicht zu zerstören.

    Im Golf von Mexico haben Sie Monate gebraucht um ein Bohrloch zu stopfen, und da kam man trotz der Tiefe noch einigerlaßen ran.

    Was machen Sie wenn beim Fracking was schief geht?

    Und erzählen Sie nicht das ist alles wischenschaftlich geologisch untersucht.

    Vor 400 Jahren sageten Wissenschaftler noch, die Erde wäre eine Scheibe.

    Vor knapp 100 Jahren behaupteten Wissenschaftler wär sich mit einem Automobil schneller bewegt als er laufen kann, zerplatzt wie eine Seifenblase.

  • Alternative 1): Ja zu Fracking -> billiges Gas -> gut laufende Wirtschaft -> geringe Arbeitslosigkeit -> mehr Geld zum Verteilen -> mehr Geld für Umweltschutz und Soziales

    Alternative 2): Nein zu Fracking, Kernkraft, Gentechnik etc. -> teure Energie, weniger Forschung -> schlechter werdende Wirtschaftskraft -> höher werdende Arbeitslosigkeit -> weniger Geld für Soziales und Umweltschutz

    Ist ja auch in Ordnung. Momentan geht es uns Deutschen sehr gut im Vergleich zu anderen Ländern in Europa. Da wird man halt fett, träge und hat vor allen möglichen Sachen Angst. Bald sind die anderen Ländern mal dran, auf der Sonnenseite zu sitzen....

    Klar hat Fracking auch Risken. Aber Fracking abzulehnen ist noch riskanter. Es wird zu oft übersehen, dass wir uns im harten Wettbewerb befinden. Und mittlerweile sollte jeder erkannt haben, dass Solar- und Windindustrie trotz gigantischer Subventionen mehr Pleiten als Arbeitsplätze schaffen.

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