Energie

Energiekonzern Uniper
Hedgefonds mischt sich in Übernahme ein

Uniper kämpft derzeit gegen eine Übernahme durch die finnische Fortum. Nun ist auch der als aggressiv bekannte Hedgefonds Elliott bei dem Energieversorger eingestiegen. Ob dessen Kalkül aufgeht, ist allerdings fraglich.
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DüsseldorfUniper-Chef Klaus Schäfer wusste es schon lange: Sein Unternehmen, zum Start noch als „Resterampe“ tituliert, ist inzwischen bei Investoren begehrt. „Uniper ist im Markt angekommen“, sagte er Anfang September, als der Stromproduzent den ersten Jahrestag an der Börse feierte.

Sein Unternehmen, das bei der Aufspaltung von Eon die notleidenden Kohle- und Gaskraftwerke und den Großhandel übernommen hatte, ist inzwischen bei den Investoren allerdings beliebter, als es Schäfer recht sein dürfte. Zuerst gab der finnische Energiekonzern Fortum eine Offerte ab, die Schäfer als „feindlich“ empfindet. Dann wurden durch den Übernahmestreit nach Informationen des Handelsblatts aus Branchenkreisen auch zahlreiche kleinere Hedgefonds angelockt, die auf eine hohe Abfindung durch Fortum spekulieren.

Und jetzt mischt sich der als aggressiv bekannte US-Investor Paul Singer mit seinem Fonds Elliott Management ein. Er erwarb 5,32 Prozent der Anteile, wie Uniper am Dienstag in einer Stimmrechtsmitteilung erklärte. Das „Manager Magazin“ hatte zuerst über den Vorgang berichtet.

Singer und Elliott wollten auf Nachfrage keinen Kommentar zu ihren Motiven abgeben. Uniper verwies nur auf die Mitteilung und wollte sich darüber hinaus nicht äußern. Die Nachricht gab der Uniper-Aktie aber einen weiteren Schub. Sie kletterte am Dienstagnachmittag auf 25,60 Euro und notierte damit deutlich über den 22 Euro, die der finnische Energiekonzern geboten hat.

Der US-Hedgefonds ist dafür bekannt, sich in Übernahmekämpfe einzumischen, um den Preis nach oben zu treiben. Das hat er zuletzt schon beim Arzneimittelhersteller Stada gemacht. Dort sicherte er sich mehr als 15 Prozent, um den Käufern von Stada, Bain und Cinven, eine höhere Offerte abzutrotzen.

Ob das Kalkül von Elliott bei Uniper aufgeht, ist aber ungewiss. Fortum hat sich bereits ein großes Aktienpaket so gut wie gesichert. Eon hat zugesagt, sein restliches Paket von knapp 47 Prozent im Rahmen der Offerte zu verkaufen. Der deutsche Energiekonzern kann von der Option auch kaum noch zurück treten. Dann wäre zum einen eine Strafzahlung von bis zu 1,5 Milliarden Euro fällig. Zum anderen müsste Eon die Aktien, die Fortum anderweitig angedient werden, übernehmen. Die Offerte läuft noch bis zum 16. Januar.

Fortum-Chef Pekka Lundmark hat zudem wiederholt betont, dass er keine Absicht hat, das Gebot aufzustocken. Fortum sei in erster Linie an dem Paket von Eon interessiert.

Uniper-Chef Klaus Schäfer hatte vor zwei Wochen das Gebot der Finnen noch einmal zurück gewiesen. Zum einen sei es für die Aktionäre finanziell unattraktiv, sagte er. Zum anderen mache es für Uniper auch strategisch keinen Sinn.

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