Energiekonzern: Vattenfall drückt beim Braunkohle-Verkauf aufs Tempo

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Vattenfall drückt beim Braunkohle-Verkauf aufs Tempo

Noch im ersten Halbjahr 2016 soll Schluss sein: Vattenfall will seinen Tagebau in Ostdeutschland und seine Braunkohlekraftwerke möglichst bald in einem Paket abstoßen. Interessen gebe es bereits, melden die Schweden.

Stockholm/DüsseldorfDer Energiekonzern Vattenfall will den Verkauf seines deutschen Braunkohlegeschäfts im ersten Halbjahr 2016 über die Bühne bringen. Die politische Diskussion um die Braunkohle habe die Pläne verzögert, sagte Vorstandschef Magnus Hall am Dienstag. „Jetzt läuft der Prozess.“

Es hätten sich eine Reihe von Interessenten gemeldet. Vattenfall wolle das Geschäft in einem Paket abstoßen. Die Schweden hatten vor einem Jahr angekündigt, den Tagebau in Ostdeutschland und die Braunkohle-Kraftwerke zu veräußern. Dort sind mehr als 8000 Mitarbeiter beschäftigt.

Der Wert des Geschäfts wird auf zwei bis drei Milliarden Euro geschätzt. Namen der Bieter nannte Vorstandschef Hall nicht. Interesse hatten zuvor die tschechischen Versorger CEZ und EPH angemeldet. Ursprünglich hatte Vattenfall den Verkauf der Anlagen bereits 2015 abschließen wollen. Wegen der politischen Diskussion um die Stilllegung klimaschädlicher Braunkohlekraftwerke war der Prozess ins Stocken geraten. Inzwischen gebe es mehr Klarheit, sagte Hall.

Nach der jetzt mit der Bundesregierung geschlossen Vereinbarung für eine Kapazitätsreserve legt Vattenfall 2018 und 2019 insgesamt zwei 500-Megawattblöcke seines in der Nähe von Cottbus gelegenen Braunkohlekraftwerks Jänschwalde vorläufig und vier Jahre später endgültig still.

Die Bundesregierung will durch die Stilllegung von acht Braunkohleblöcken ihre Klimaschutzziele erreichen. Darunter sind auch fünf Blöcke von RWE. Als erstes soll nach einem Referentenentwurf des Bundeswirtschaftsministeriums spätestens im Oktober 2016 das niedersächsische Kraftwerk Buschhaus des Betreibers Mibrag in die Reserve gehen.

Vattenfall betonte, dass es durch die Schließung der Blöcke in Jänschwalde keine betriebsbedingten Kündigungen geben werde. Dem Konzern machen wie Eon und RWE die gefallenen Strom-Großhandelspreise zu schaffen. Hall kündigte weitere Kostensenkungen an.

„Wir prüfen nun unter anderem die Möglichkeit, Teile unserer Verwaltung und der IT an externe Dienstleister auszulagern.“ Zuvor hatte er bereits den Abbau von 1000 Jobs auf den Weg gebracht. Insgesamt beschäftigt das Unternehmen rund 30.000 Mitarbeiter, die Hälfte in Deutschland.

Im dritten Quartal konnte der schwedische Staatskonzern dank einer höheren Stromproduktion und Kostensenkungen seinen Umsatz und Betriebsgewinn steigern. Der operative Gewinn kletterte um fast ein Viertel auf 3,4 Milliarden schwedische Kronen (rund 360 Millionen Euro). Unter dem Strich schrieb der Vattenfall einen Gewinn von 1,6 Milliarden Kronen nach einem Verlust von 18 Milliarden im Vorjahreszeitraum.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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