Energie

Energiekonzerne
Aktionäre setzen RWE-Chef Terium unter Druck

Gewinneinbrüche und Dividendenkürzungen drohen – bei den Aktionären von RWE herrscht Unruhe vor der Aufsichtsratssitzung. Die kommunalen Anteilseigner fordern den Vorstand auf, endlich zu handeln.
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Düsseldorf/ FrankfurtDer Energiekonzern RWE steht vor unruhigen Zeiten: Angesichts drohender Gewinneinbrüche und Dividendenkürzungen fordern kommunale Anteilseigner von Vorstandschef Peter Terium eine klare Zukunftsstrategie für den zweitgrößten deutschen Versorger. „Es gibt viele abstrakte Begriffe, aber kein Gesamtkonzept“, sagte ein Vertreter der Kommunen. „Ich denke, bis zum Herbst müssen wir ein Konzept haben. Jeder Tag, den man länger wartet, engt die eigenen Möglichkeiten ein.“ Auch Anlegerschützer und Fondsmanager äußerten sich besorgt. Am 19. und 20. September wird der Aufsichtsrat bei seinem Treffen in Warschau auch über die Strategie beraten, wie Reuters von Insidern erfuhr. RWE wollte dazu am Freitag nichts sagen.

Die Kommunen halten knapp 24 Prozent der Anteile des Energiekonzerns. Zu ihnen gehören hoch verschuldete Städte wie Dortmund, Essen oder Mülheim an der Ruhr, die auf satte Dividendenzahlungen setzen. Diese dürften künftig niedriger ausfallen. Dem Essener Versorger machen wie der Konkurrenz die gefallenen Großhandelspreise für Strom zu schaffen. Diese sind unter anderem wegen des massiven Ausbaus des Ökostroms aus Wind und Sonne und der schwachen Nachfrage in krisengeplagten Staaten Südeuropas gesunken. Die Privatkunden profitieren davon kaum, besteht ihr Preis doch zur Hälfte aus den gestiegenen Steuern und Abgaben.

RWE-Chef Terium spricht von der „größten Branchenkrise aller Zeiten“. Der Manager hat seit seinen Amtsantritt im Juli 2012 einiges in Bewegung gesetzt, den kommunalen Aktionären reicht dies aber nicht. „Der Konzern muss sagen, wo er sich im Jahr 2015 sieht“, sagte der Vertreter der Kommunen. „Seit der Energiewende sind zwei Jahre vergangen.“ RWE dürfe sich nicht auf die Politik verlassen - Terium und E.ON-Chef Johannes Teyssen fordern bessere Rahmenbedingungen für ihre renditeschwachen Kraftwerke.

„Wir machen uns große Sorgen angesichts des Kurses und der Dividende“, sagte der Geschäftsführer der Deutschen Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz (DSW), Thomas Hechtfischer. Früher seien Versorgeraktien wie RWE ein wahres "Witwen- und Waisenpapier" gewesen. Es galt das Motto: „Wenn etwas sicher ist, dann sind es die Renditen der Versorger.“

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Einbußen durch Strompreisverfall auch bei der Konkurrenz

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  • Ausgerechnet die Kommunen, die jahrzehntelang RWE und die Tochtergesellschaften mißbraucht haben, um Ihre persönliche Einkommen exorbitant zu erhöhen. Außerdem diente RWE auch als Parkplatz für ausrangierte Politiker.

  • Schuld an der Misere der Vesorger sind nicht die Vorstände dieser Unternehmen, sondern die Politiker, die in einem in der deutschen Geschichte seit langem nicht mehr gekannten Größenwahn den Versuch unternommen haben, in der Energiepolitik einen Angriffskrieg gegen die Gesetze der Physik und gegen die vier Grundrechenarten zu unternehmen.

    Leider müssen nicht die Vertreter der großen Ruhrgebietskommunen im Aufsichtsrat von RWE die Zeche bezahlen, sondern die gesamte deutsche Volkswirtschaftf.

    Aber die Wende steht vor der Tür. Erste Politiker der Altparteien signalisieren, dass der Krieg verloren ist und kündigen verhalten die nach der Wahl zu vollziehende Kapitulation an: Sie fordern eine grundlegende "Reform" des EEG (Merkel: "Am besten morgen.")

    Allerdings muss man damit rechnen, dass die Altparteien diese Reform nur halbherzig angehen und versuchen werden, möglichst viel Erneuerbare-Energien-Unsinn zu retten.

    Allein die AfD fordert eine sofortige Aussetzung aller neuen Ökostromsubventionen. Je stärker sie im neuen Bundestag sein wird, desto gründlicher wird mit dem Größenwahn aufgehört. Dann werden auch die Aktionäre von RWE und E.ON wieder aufamtmen können.

  • Ich denke, dass die Manager dass auch wissen. Und was sollen sie machen? Merkel steuert doch unser Land mit ruhiger Hand, zwar gegen die Wand, aber total souverän und mit ruhiger Hand. Ich finde es auch unglaublich, aber bald werden ca. 40% diesen Dilletantismus durch Wiederwahl bestätigen. Ändern wird sich tatsächlich erst etwas, wenn im Winter, wenn von der Solarenergie nichts kommt und mal Windflaute herrscht (bei gleichzeitig hohem Strombedarf), es einen mehrtägigen Stromausfall mit Kältetoten gibt. Leider werden einigen Ökofreiaks erst dann die Augen aufgehen. Nicht gegen regenerative Energien, aber eine Grundversorgung muss profitabel für Unternehmen sein, sonst wird sie langfristig niemand übernehmen. Merkel weiss dass sicher auch, aber den Wähler seine Meinung zu sagen ist halt unbequem, darum macht sie es nicht und setzt erfolgreich auf die Dummheit der Deutschen. Die Manager der Energiekonzerne können da aber wirklich nichts dafür.

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