Energie

Energiekonzerne Aktionäre setzen RWE-Chef Terium unter Druck

Gewinneinbrüche und Dividendenkürzungen drohen – bei den Aktionären von RWE herrscht Unruhe vor der Aufsichtsratssitzung. Die kommunalen Anteilseigner fordern den Vorstand auf, endlich zu handeln.
Update: 06.09.2013 - 13:05 Uhr 6 Kommentare
RWE-Chef Terium hat seit seinem Amtseintritt viel in Bewegung gesetzt. Jetzt spricht er von der „größten Branchenkrise aller Zeiten“. Quelle: dpa

RWE-Chef Terium hat seit seinem Amtseintritt viel in Bewegung gesetzt. Jetzt spricht er von der „größten Branchenkrise aller Zeiten“.

(Foto: dpa)

Düsseldorf/ FrankfurtDer Energiekonzern RWE steht vor unruhigen Zeiten: Angesichts drohender Gewinneinbrüche und Dividendenkürzungen fordern kommunale Anteilseigner von Vorstandschef Peter Terium eine klare Zukunftsstrategie für den zweitgrößten deutschen Versorger. „Es gibt viele abstrakte Begriffe, aber kein Gesamtkonzept“, sagte ein Vertreter der Kommunen. „Ich denke, bis zum Herbst müssen wir ein Konzept haben. Jeder Tag, den man länger wartet, engt die eigenen Möglichkeiten ein.“ Auch Anlegerschützer und Fondsmanager äußerten sich besorgt. Am 19. und 20. September wird der Aufsichtsrat bei seinem Treffen in Warschau auch über die Strategie beraten, wie Reuters von Insidern erfuhr. RWE wollte dazu am Freitag nichts sagen.

Die Kommunen halten knapp 24 Prozent der Anteile des Energiekonzerns. Zu ihnen gehören hoch verschuldete Städte wie Dortmund, Essen oder Mülheim an der Ruhr, die auf satte Dividendenzahlungen setzen. Diese dürften künftig niedriger ausfallen. Dem Essener Versorger machen wie der Konkurrenz die gefallenen Großhandelspreise für Strom zu schaffen. Diese sind unter anderem wegen des massiven Ausbaus des Ökostroms aus Wind und Sonne und der schwachen Nachfrage in krisengeplagten Staaten Südeuropas gesunken. Die Privatkunden profitieren davon kaum, besteht ihr Preis doch zur Hälfte aus den gestiegenen Steuern und Abgaben.

RWE-Chef Terium spricht von der „größten Branchenkrise aller Zeiten“. Der Manager hat seit seinen Amtsantritt im Juli 2012 einiges in Bewegung gesetzt, den kommunalen Aktionären reicht dies aber nicht. „Der Konzern muss sagen, wo er sich im Jahr 2015 sieht“, sagte der Vertreter der Kommunen. „Seit der Energiewende sind zwei Jahre vergangen.“ RWE dürfe sich nicht auf die Politik verlassen - Terium und E.ON-Chef Johannes Teyssen fordern bessere Rahmenbedingungen für ihre renditeschwachen Kraftwerke.

„Wir machen uns große Sorgen angesichts des Kurses und der Dividende“, sagte der Geschäftsführer der Deutschen Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz (DSW), Thomas Hechtfischer. Früher seien Versorgeraktien wie RWE ein wahres "Witwen- und Waisenpapier" gewesen. Es galt das Motto: „Wenn etwas sicher ist, dann sind es die Renditen der Versorger.“

Einbußen durch Strompreisverfall auch bei der Konkurrenz
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Energiekonzerne - Aktionäre setzen RWE-Chef Terium unter Druck

6 Kommentare zu "Energiekonzerne: Aktionäre setzen RWE-Chef Terium unter Druck"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Ausgerechnet die Kommunen, die jahrzehntelang RWE und die Tochtergesellschaften mißbraucht haben, um Ihre persönliche Einkommen exorbitant zu erhöhen. Außerdem diente RWE auch als Parkplatz für ausrangierte Politiker.

  • Schuld an der Misere der Vesorger sind nicht die Vorstände dieser Unternehmen, sondern die Politiker, die in einem in der deutschen Geschichte seit langem nicht mehr gekannten Größenwahn den Versuch unternommen haben, in der Energiepolitik einen Angriffskrieg gegen die Gesetze der Physik und gegen die vier Grundrechenarten zu unternehmen.

    Leider müssen nicht die Vertreter der großen Ruhrgebietskommunen im Aufsichtsrat von RWE die Zeche bezahlen, sondern die gesamte deutsche Volkswirtschaftf.

    Aber die Wende steht vor der Tür. Erste Politiker der Altparteien signalisieren, dass der Krieg verloren ist und kündigen verhalten die nach der Wahl zu vollziehende Kapitulation an: Sie fordern eine grundlegende "Reform" des EEG (Merkel: "Am besten morgen.")

    Allerdings muss man damit rechnen, dass die Altparteien diese Reform nur halbherzig angehen und versuchen werden, möglichst viel Erneuerbare-Energien-Unsinn zu retten.

    Allein die AfD fordert eine sofortige Aussetzung aller neuen Ökostromsubventionen. Je stärker sie im neuen Bundestag sein wird, desto gründlicher wird mit dem Größenwahn aufgehört. Dann werden auch die Aktionäre von RWE und E.ON wieder aufamtmen können.

  • Ich denke, dass die Manager dass auch wissen. Und was sollen sie machen? Merkel steuert doch unser Land mit ruhiger Hand, zwar gegen die Wand, aber total souverän und mit ruhiger Hand. Ich finde es auch unglaublich, aber bald werden ca. 40% diesen Dilletantismus durch Wiederwahl bestätigen. Ändern wird sich tatsächlich erst etwas, wenn im Winter, wenn von der Solarenergie nichts kommt und mal Windflaute herrscht (bei gleichzeitig hohem Strombedarf), es einen mehrtägigen Stromausfall mit Kältetoten gibt. Leider werden einigen Ökofreiaks erst dann die Augen aufgehen. Nicht gegen regenerative Energien, aber eine Grundversorgung muss profitabel für Unternehmen sein, sonst wird sie langfristig niemand übernehmen. Merkel weiss dass sicher auch, aber den Wähler seine Meinung zu sagen ist halt unbequem, darum macht sie es nicht und setzt erfolgreich auf die Dummheit der Deutschen. Die Manager der Energiekonzerne können da aber wirklich nichts dafür.

  • Richtig, Querkopf!

    Es heißt doch immer die Energieriesen sind gierige Renditejäger. Das Geld der Anderen stinkt immer. Aber selbst wenn die Energieriesen hohe Gewinne hätten, bezahlen sie auf ihre Gewinne (und auf Kernbrennstäbe) Steuern, die uns allen zu Gute kommen. RWE zahlt auch noch Geld an einige klamme Kommunen.

    Unsere Strompreise werden schon lange nicht mehr von den Energieriesen bestimmt. Der Börsenpreis liegt unter 5ct/kWh - das kriegen die Erzeuger und davon müssen die noch die Kosten tragen. Unsere Endverbraucherpreise von 25 - 30 ct/kWh entstehen durch Netzentgelte, Stromsteuern und vor allem Ökoumlagen.

  • RWE und EON setzen SECHS!
    Ein Manager eines Energieerzeugungs- UND Versorgungsunternehmen, dass in der Stromtechnik (Physik) zuhause ist, MUSS WISSEN, dass man mit Wind und Sonne kein wirtschaftliches Geschäftsmodell druchführen kann!
    Weiterhin müssten diese Manager WISSEN, dass man mit EEG-Zwangsabgaben, die den Strompreis für den Endverbraucher nach oben treiben, kein wirtschaftliches Geschäftsmodell durchführen kann!
    Weiterhin müssten diese Manager WISSEN, dass dieses EEG mit seinen Privilegien von Einspeisevorrang, staatlicher Risikoschutzübernahme, staatlich marktüberhöhte Einspeisevergütungen usw. den Gas- Kohle und Kernkraftwerken kein wirtschaftliches Überleben in einen unfairen Wettbewerb gestattet!
    Und die Kommunen und Städte brauchen jetzt auch nicht zu jammern! ALLE haben nach der Energiewende und dem EEG geschrieen und jetzt stehen diese Manager und Politiker vor dem Scherbenhaufen einer ideologischen Energiewende eines ökosozialistischen Gedankenguts.
    Die Launen der Natur (Wind und Sonne) machen per physikalischen Naturwissenschaftlichen Gesetz das Wirtschaften mit Windmühlen und Photovoltaik UNMÖGLICH!
    Das war unseren Vorfahren vor über hundert Jahren schon auf den Zeiger gegangen, dass sie sich ständig nach den Launen der Natur ausrichten mussten! Darum war es ein segen für die Menschheit, als die Dampfmaschine (Kohle, Gas und Uran als Energieträger) endlich Unabhängig von den Launen der Natur den Strom für unsere industriebasierende Wohlstandsgesellschaft erzeugen konnten!
    Also nicht jammer, das EEG abschaffen und zur freien Marktwirtschaft für freie Bürger und Unternehmer zurückkehren! Danke!

  • Gerade der Oberbürgermeister von Dortmund war ein vehementer Verfechter des Ausstiegs aus der Kernenergie und hetzte gegen RWE und Großmann. Wie man jetzt unschwer erkennen kann, schadete er damit seiner Stadt. Toll!. Jetzt weint er Krokodilstränen. Durch Kürzung seines Gehalts könnte er einen Beitrag zur Stadtkasse leisten.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%