Energie

Energiekonzerne
Gewinnflut der Ölmultis ebbt ab

Ölriesen wie Exxon, Shell, BP oder Total erzielten enorme Gewinne. Doch der schwächere Ölpreis und steigende Förderkosten dämpfen den Geldfluss der erfolgsverwöhnten Konzerne. Nun stehen Investitionen auf der Kippe.
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DüsseldorfDie bislang von üppigen Gewinnen verwöhnten Ölkonzerne kassieren einen Dämpfer. Besonders die europäischen Energieunternehmen erleiden Rückschläge bei Umsatz und Gewinn. Trotz Milliardengewinnen überdenken daher die Ölriesen ihre Investitionsstrategie. So erlitt der weltgrößte Ölkonzern Exxon-Mobil im zweiten Quartal einen Gewinneinbruch. Exxon ist in Deutschland als Betreiber der Esso-Tankstellen bekannt. Der Rückgang um 57 Prozent auf 6,86 Milliarden Dollar geht aber vor allem auf hohe Sonderfaktoren vor einem Jahr zurück, teilte der Konzern mit.

Die Verkäufe etwa des japanischen Raffineriegeschäfts vor einem Jahr und Steuereffekte hatten den Gewinn damals um 7,5 Milliarden Dollar auf 15,9 Milliarden Dollar in die Höhe getrieben. Besonders schmerzhaft ist für Exxon der Gewinneinbruch im Raffineriegeschäft. Der schmolz von 6,6 Milliarden auf 396 Millionen Dollar. Der Kurs der Exxon-Aktie sackte nach Handelsbeginn an der Wall Street um 1,5 Prozent ab. Aber auch der Rückgang des Ölpreises macht dem Konzern zu schaffen.

So erlitten auch die beiden europäischen Ölkonzernen Shell und Eni im zweiten Quartal Gewinneinbußen. Shell gab Diebstähle und Produktionsausfälle in Nigeria sowie höhere Kosten und Wechselkurschwankungen als Gründe für den Gewinnrückgang um fast ein Fünftel an. Das niederländisch-britische Unternehmen kippt zudem seine Ziele für die Öl- und Gasförderung. Man wolle sich künftig ganz auf solide Finanzkennzahlen konzentrieren.

Der italienische Konzern Eni erlitt wegen wachsender Probleme in Afrika einen noch größeren Einbruch als Shell. Die Italiener schrauben ebenfalls ihre Produktionsziele herunter. Eni setzten die Probleme in Nigeria zu, wo dem Unternehmen ein Streit mit den Behörden über Beteiligungen an den Vorkommen sowie Diebstahl und Sabotage zu schaffen machen. Zugleich hat der Konzern mit der unsicheren Lage im nordafrikanischen Libyen zu kämpfen, das auch fast zwei Jahre nach dem Sturz von Machthaber Muammar Gaddafi noch von Unruhen erschüttert wird. Eni wies einen Überschussrückgang von 55 Prozent auf 580 Millionen Euro aus.

Bei Shell sank der bereinigte Nettogewinn im zweiten Quartal auf Basis fortlaufender Kosten im Vergleich zum Vorjahr um rund 19 Prozent auf 4,6 Milliarden Dollar. Analysten hatten dagegen kaum Veränderung zum Vorjahr erwartet. „Die Ergebnisse sind für Shell ganz klar enttäuschend“, sagte der scheidende Konzernchef Peter Voser. Shell ringt mit dem US-Rivalen Chevron um Platz zwei der größten Ölkonzerne hinter Exxon. Voser warnt davor, dass Nigeria selbst durch die Schwierigkeiten bei der Ölproduktion Einbußen von jährlich zwölf Milliarden Dollar drohen.

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