Energie

Energieversorger
Das Rennen um den flüchtigen Kunden

Der Kampf um die deutschen Stromkunden wird härter. Immer mehr Anbieter drängen zu Dumpingpreisen auf den Markt, noch nie wollten so viele Stromkunden wechseln. Wie sich die Großen um König Kunde bemühen.
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DüsseldorfVor ein paar Jahren war die Welt von Eon, EnBW und RWE noch in Ordnung – die drei größten Energieversorger Deutschlands mussten nur eines machen: Strom produzieren und verkaufen. Sie mussten sich weder um Vertriebsstrategien noch um ihre Kunden bemühen. Die kamen von selbst und blieben. Doch seit einiger Zeit ist alles anders.

Der Wettbewerb in der Strombranche ist deutlich schärfer geworden. Allein zwischen 2009 und 2011 hat sich die Zahl der Stromanbieter von 25 auf 50 verdoppelt, heißt es in einer Studie der Unternehmensberatung A.T. Kearney. Wenn man die Untermarken der Versorger einrechnet, seien es inzwischen sogar insgesamt rund 800 Anbieter, schätzt Steffen Roos von der Unternehmensberatung Detecon. In manchen Regionen hat der Kunde die Auswahl zwischen bis zu 400 Marken.

Mit dem Wettbewerb wuchs auch die Wechselfreude der Kunden. Wenn ihnen der Preis nicht passt oder sie mit dem Service unzufrieden sind, gehen sie einfach zum nächsten Anbieter. Die Anzahl der Wechselkunden werde bis 2016 auf voraussichtlich 12 Millionen ansteigen, heißt es in der Studie von A.T. Kearney – das ist fast jeder dritte Haushalt (30 Prozent). 2011 waren es noch 7 Millionen. Die gestiegene Wechselbereitschaft erklären sich viele mit der gestiegenen Aufmerksamkeit für das Thema Strom, verursacht etwa durch die Atomkatastrophe in Fukushima oder die deutsche Energiewende, die den Strom teurer macht.

Um die Kunden zu sich zu locken, verkaufen viele Anbieter derzeit ihren Strom unter ihren Produktions- oder Einkaufskosten, warnen Experten. „Aktuell findet ein ruinöser Preiskampf statt“, sagt etwa Unternehmensberater Roos im Gespräch mit Handelsblatt Online. Verbraucherschützer warnen jedoch vor Lockangeboten und Knebelverträgen.

Kommentare zu " Energieversorger: Das Rennen um den flüchtigen Kunden"

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  • Es gibt einen regen Wettbewerb beim Einzelhandel von Strom, und das ist gut so. Was fehlt ist ein Wettbewerb bei der Erzeugung von Strom - wer kann den Strom am billigsten und am stabilsten erzeugen?
    Diesen Wettbewerb hat das EEG Gesetz, welches von allen Volksparteien gehegt und gepflegt wurde, vernichtet.

  • @babsack69
    Das ist vielleicht wirklich eine gute Idee, um seine Opfer-Rolle bei diesem EEG-Subventionsschwindel quasi zu "hedgen" (durch einen Täter-Long gewissermaßen). :o)

  • "Dumpingpreise" impliziert, daß es die Kunden wirklich billig bekommen (habe ich persönlich nicht bemerkt und 100000 tausenden wird in DE der Strom abgedreht weil sie die Rechnungen nicht bezahlen können). Offenbar soll so von den hohen Kosten der Grünen Energie-Liebhaberei abgelenkt werden. Hier zu den Kosten des Energie-Einpscheiße-Gesetzes (ops, ein kleiner Tipfehler):

    http://www.windwahn.de/index.php/wissen/hintergrundwissen/wind-im-haar-sonne-auf-der-haut-und-ebbe-in-der-kasse

    Hier die Konsequenzen:
    http://www.format.at/articles/1309/525/353735/wolfgang-eder-europa
    Grüne Kernkompetenz: Vertreibung von Investitionen.

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