Energie

Energieversorger
Eon könnte Türkei-Geschäft an die Börse bringen

Eon gehören 50 Prozent des türkischen Energieversorgers Enerjisa. Das Tochter-Unternehmen soll nun an die Börse. Doch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind noch unklar. Auch einen Zeitplan gibt es noch nicht.
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IstanbulDer Energiekonzern Eon könnte sich von Teilen seines erst vor wenigen Jahren gestarteten Türkeigeschäfts verabschieden. Der Konzern prüfe einen Börsengang der Tochter Enerjisa, sagte eine Sprecherin am Donnerstag. Es bestehe hierzu ein grundsätzliches Übereinkommen mit dem Partner, der Sabanci -Gruppe. Entschieden sei aber nichts.

Ob es zu einem Börsengang komme, hänge unter anderem von den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ab. Eon hatte Ende 2012 den Einstieg in den türkischen Markt perfekt gemacht und hält seit 2013 wie Sabanci 50 Prozent an Enerjisa.

Die Türkei gehört neben Brasilien zu den neuen Auslandsmärkten, die Vorstandschef Johannes Teyssen vor wenigen Jahren auf der Suche nach neuem Wachstum ausgemacht hat. Doch in beiden Ländern läuft es nicht rund, sowohl in der Türkei als auch in Brasilien schreibt Eon Verluste.

2014 fuhr der Konzern in beiden Märkten zusammen einen operativen (Ebitda) Verlust von 78 Millionen Euro ein. Dem Konzern machen in beiden Ländern die Währungsturbulenzen zu schaffen. Als Grund für die Verluste in der Türkei 2014 nannte der Versorger auch hohe Finanzierungskosten, eine niedrige eigene Stromerzeugung und hohe Strombeschaffungskosten.

Sabanci hatte im März erklärt, wegen der Marktbedingungen komme ein Börsengang von Enerjisa erst nach 2016 infrage. Enerjisa beschäftigt rund 9000 Mitarbeiter. Der Versorger verfügt über Gas-, Kohle- Wasser- und Windkraftanlagen in einer Größenordnung von 2,5 Gigawatt.

Das Unternehmen baut seine Kapazitäten derzeit weiter aus. 2013 hatte der Versorger auch noch Vertriebs- und Netzgeschäfte hinzugekauft. Das Unternehmen versorgt rund neun Millionen Kunden mit Strom. Eon zufolge spielt bei der Frage eines Börsengangs auch eine Rolle, wie der Integrationsprozess dieser neuen Aktivitäten vorankommt.

Das Türkeigeschäft soll auch nach der 2016 geplanten Aufspaltung des Düsseldorfer Konzerns neben dem Ökostrom und den Stromnetzen Teil von Eon bleiben. Allerdings sitzt bei dem Energieriesen das Geld schon lange nicht mehr locker. Eon drücken Schulden in Höhe rund 33 Milliarden Euro. Teyssen will die Investitionen im Gesamtkonzern kürzen, so dass für ihn auch neue Partner grundsätzlich willkommen sein dürften.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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