Energie

Energieversorger
Eon-Vorstand unter Strom

Der Ausblick ist zwar mau, trotzdem darf Eon-Chef Teyssen weitermachen: Der Aufsichtsrat verlängert seinen Vertrag. Allerdings setzt ihn das Kontrollgremium mit einer weiteren Personalie unter Druck.
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DüsseldorfJohannes Teyssen dürfte heute mit gemischten Gefühlen zur Vorlage seiner Bilanzzahlen gekommen sein. Am Dienstag hatte ihm der Aufsichtsrat das Vertrauen ausgesprochen und den Vertrag bis 2018 verlängert, der ihm zuletzt 4,5 Millionen Euro Jahressalär einbrachte. Gleichzeitig stellt ihm das Kontrollgremium aber den Ex-RWE-Vorstand Leonhard Birnbaum an die Seite.

Den Schritt kann man durchaus als Drohgebärde verstehen. Denn Birnbaum werden bei Eon Ambitionen auf den Chefposten nachgesagt. Der erfahrene Manager hatte es abgelehnt, seinen im Herbst auslaufenden Kontrakt bei RWE zu verlängern. Er soll schon zum 1. Juli direkt vom Essener Rivalen nach Düsseldorf wechseln.

Es ist nicht die einzige pikante Personalie bei Eon. Klaus-Dieter Maubach, seit 2010 Technologievorstand, scheidet Ende März aus dem Konzern aus. „In beidseitigem Einvernehmen“, wie es heißt. Doch hinter der Floskel verbirgt sich offenbar Unmut. Maubach hatte höhere Ambitionen, hört man aus dem Umfeld des Energieriesen. Doch die sollen einen Dämpfer erhalten haben, seit Eon kaum noch Neubauprojekte in Angriff nimmt.

Für große Sprünge fehlt es dem Unternehmen schlicht an Geld. Zwar ist Eon im vergangenen Jahr mit einem Gewinn von 2,6 Milliarden Euro in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt. Beim Ausblick auf 2013 gibt sich der Konzern aber weiterhin verhalten. Bereits im November hatte Eon seine Prognose heruntergeschraubt. Daran hielt der Konzern bei der Bilanzpressekonferenz am Mittwoch fest.

Wie auch die anderen großen Energieversorger kürzt Eon seine Ausgaben. Das zeigt sich auch in den Mitarbeiterzahlen, die zuletzt von knapp 79.000 auf nur noch gut 72.000 zurückgingen. Bis 2015 streicht Eon weltweit 11.000 Arbeitsplätze, davon 6000 in Deutschland.

Das Sparprogramm ist eine große Herausforderung für Personalchefin Regine Stachelhaus. Doch die 57-Jährige verabschiedet sich aus der Führungsspitze. Stachelhaus begründet den Schritt mit einem schweren Krankheitsfall in ihrer Familie. Bei Arbeitnehmervertretern soll die Managerin umstritten gewesen sein. Ihr Nachfolger Mike Winkel stößt nach Informationen des Handelsblatts ebenfalls auf Vorbehalte der Arbeitnehmerseite. Diese hat sich offenbar ein größeres Mitspracherecht gewünscht.

Seinen Vertrag bis 2018 verlängert bekam der Norweger Jørgen Kildahl, der unter anderem für Erneuerbaren Energien verantwortlich ist. Bernhard Reutersberg, Koordinator der regionalen Einheiten von Eon, erhielt einen neuen Kontrakt bis 2016. Dann erreicht er die Altersgrenze von 62 Jahren. Der Vertrag von Finanzvorstand Marcus Schenck läuft noch bis Ende 2014.

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